Ex-HDJ-Mitglieder weiter aktiv

Einzelne ehemalige Mitglieder und Sympathisanten des 2009 verbotenen Vereins ”Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) sind nach Erkenntnissen der Bundesregierung weiterhin in rechtsextremistischen Kreisen aktiv. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (17/4647) auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion (17/4483) hervor. ”Etwaige Folgeaktivitäten werden von den Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet und konsequent verfolgt“, heißt es darin weiter.

Die SPD hatte sich speziell zu den Aktivitäten des „Tanzkreises Spree-Athen e. V.“ erkundigt. Über den Tanzkreis liegen der Regierung aber keine Erkenntnisse vor. Derzeit fürchten Neonazis nach dem Verbot von Collegium Humanum, HDJ und HNG auch einen Schlag gegen „Interessengemeinschaft Lager und Fahrt“, welche zur NPD-Jugendorganisation JN gehört.

Die HDJ wurde am 31. März 2009 durch den damaligen Bundesinnenminister Schäuble verboten.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte im September 2010 die Klage des Vereins „Heimattreue Deutsche Jugend – Bund für Umwelt, Mitwelt und Heimat e.V.“ (HDJ) gegen das von dem Bundesministerium erlassene Vereinsverbot abgewiesen. Das Verbot der in Plön (Schleswig-Holstein) ansässigen, jedoch in nahezu allen Bundesländern vertretenen HDJ, die Jugendlager, Jugendfahrten, Sport- und sog. Bildungsveranstaltungen durchführt und eine Vereinszeitschrift herausgibt, war zu Recht ergangen, urteilten die Richter.

Ebenso wie die HDJ veranstaltet die „IG Fahrt und Lager“ ideologische Freizeitcamps, deren Programm sich auch an Kinder richtet. Zeltlager der noch im Aufbau begriffenen Organisation gab es offenbar an mehreren Orten der Republik, unter anderem in der Nähe von Lüneburg in Niedersachsen und im Sommer im Westen von Schleswig-Holstein. In szeneinternen Mails ist außerdem von einem großen Sommercamp in Mecklenburg-Vorpommern die Rede.

Schutz durch das Parteienprivileg?

Die Nähe der „IG Fahrt und Lager“ zur NPD-Nachwuchsorganisation ist Experten zufolge möglicherweise noch aus einem anderen Grund gewollt: Je geringer der Abstand zur NPD, desto mehr Wirkung kann das Parteienprivileg des Grundgesetzes entfalten – und desto höher wären die Hürden für ein Verbot der „IG Fahrten und Lager“. Zugleich aber gehen die „Jungen Nationaldemokraten“ mit der Einbindung der „IG Fahrt und Lager“ eben ein Risiko ein: Sie könnten selbst zum Gegenstand eines eigenständigen Verbotsverfahrens werden.

Siehe auch: Razzia: Polizei geht gegen NPD-Jugendorganisation vor,Razzien gegen HNG – Verbot wird geprüft

5 thoughts on “Ex-HDJ-Mitglieder weiter aktiv

  1. Die HDJ hat sich vermutlich nur umbenannt“IG Fahrt und Lager setzen ja ihre paramilitärischen Aktivitäten im gleichen Stil fort.
    Ähnlich wie in den 70-80 er Jahren einst die Wiking-Jugend die dann als kriminelle Vereinigung auch verboten wurde.HDJ wurde verboten nun gibt es die IG Fahrt und Lager,klingt vom Namen her harmloser machen aber in diesen Zeltlagern nichts anderes was die Vorgänger-Organisationen auch taten,so organisieren es die gleichen Leute hie dann die ex-HDJler.
    Sollte die NPD verboten werden werden auch die Splittervereine wie IG Fahrt und Lager und diese komische Gefangenen-Organisation wie HNG mit der NPD untergehen wenn sie der NPD unterstellt sind.
    In solchen Jugend-Kinder Lagern werden die Kinder von den Nazis gedrillt und zu Kindersoldaten erzogen,wo wohl auch Misshandlungen an der Tagesordnung sind wenn das Kind oder Jugendliche sich nicht an der Gehorsamkeit worauf die Nazis massiv Wert drauf legt.
    Sowas muss unbedingt unverzüglich verboten werden!!

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