40 Nazi-Konzerte in drei Monaten

Im vierten Quartal 2010 haben in Deutschland nach Angaben der Bundesregierung zirka 30 rechtsextremistische Skinhead-Konzerte und neun rechtsextremistische Liederabende stattgefunden. Wie die Regierung in ihrer Antwort (17/4645) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/4473) berichtet, wurden die Konzerte von insgesamt etwa 4.100 Teilnehmern besucht und die Liederabende von insgesamt zirka 550 Personen.

"Rock für Deutschland" in Gera mit "Lunikoff" - Bildrechte liegen bei: recherche(at)infothek-dessau.de Dort können auch weitere Bilder bestellt werden.

Die Bedeutung von Musik für die Szene der extremen Rechten ist in zahlreichen Studien nachdrücklich belegt worden.Als vermeintlich unpolitische Einstiegsdroge bieten Rechtsrock und die verschiedenen innerhalb der extremen Rechte verbreiteten Musikstile die Möglichkeit, vor allem Jugendliche anzusprechen und mit der extrem rechten Szene in Berührung zu bringen. Das berichten auch Aussteiger immer wieder. Nicht erst seit dem Versuch von Kameradschaftsspektrum und NPD, mittels der so genannten Schulhof CD gezielt Jugendliche über das Medium Musik für ihre politischen Ziele zu interessieren, ist dieser Zusammenhang evident.

Konzerte, der Austausch von CDs, das Eintauchen in ein von der extremen Rechten dominiertes Umfeld sind die ersten Berührungspunkte vieler Jugendlicher mit dieser Szene.Über die nationalistischen, rassistischen und antisemitischen Texte werden wichtige Botschaften der extremen Rechten verbreitet.

Siehe auch: “Blood & Honour”: Sieben Konzerte, 21 Ermittlungsverfahren, “Kategorie C” – der Mythos unpolitisch, Rechtsextremismus als (un)soziale Bewegung