NPD-Bundesvorstand Wulff gegen Fusion mit der DVU

Nicht nur in der DVU, auch in der NPD-Spitze hat es Bedenken gegen die „Verschmelzung“ zwischen den rechtsextremen Parteien gegeben. Wie aus vorliegenden Emails hervorgeht, stimmte NPD-Bundesvorstandsmitglied Thomas Wulff gegen die Fusion. Er bezeichnete DVU-Chef Matthias Faust als „Bankrotteur“ und warnte vor den Folgen der Fusion. Grund: Angst vor einem Verbot der NPD. Der Staat rolle die „Nationale Bewegung“ derzeit auf, so Wulff.

Von Patrick Gensing

NPD-Chef Voigt und Thomas Wulff gerieten in Sachen Fusion verbal aneinander.
NPD-Chef Voigt und Thomas Wulff gerieten in Sachen Fusion verbal aneinander.

Offen kritisierte Wulff in einem Rundschreiben vom 06. Oktober 2010 die Fusion und auch NPD-Chef Udo Voigt. Wulff schrieb von einem „Bankrotteur“, gemeint ist DVU-Chef Matthias Faust, der für den verstorbenen Jürgen Rieger in den Bundesvorstand gewählt werden sollte. Zudem bezeichnete Wulff es als „bewusste Diffamierung“ seiner Person, dass Voigt explizit vor Gegnern und Störfeuern der Fusion gewarnt hatte. Wulff hatte nach eigenen Angaben als einziger gegen die „Verschmelzung“ gestimmt. Sein Hauptgrund: Er fürchtet ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD, wenn es „als nächstes in der BRD eine LINKSregierung“ geben“ werde. Dieses habe Aussicht auf Erfolg, da die Partei selbst Material geliefert habe, so Wulff weiter. Er nannte dabei Reden von Voigt, Udo Pastörs sowie auch die Hakenkreuzfahne, die Wulff selbst auf das Grab eines Nazis gelegt hatte.

Das gesamte Organisationsspektrums des „Nationalen Widerstands“ werde derzeit „aufgerollt“, warnte Wulff, und nannte die HDJ, das Collegium Humanum sowie die HNG. Nach einer Fusion könne der Staat zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: NPD und DVU wären verschwunden. Damit gäbe es keinen Weg mehr für junge radikale Kameraden in den parlamentarischen Sektor.

Wulff betonte, er sei nicht prinzipiell gegen Fusionen, diese sei aber derzeit wenig sinnvoll. Er warf Voigt vor, oberflächlich zu argumentieren und auf die Bedenken der Fusionsgegner nicht eingegangen zu sein. Hier hob er die „politisch fragwürdige Person“ Faust hervor, Wulff äußerte indirekt Verständnis für die „überrumpelte DVU-Vorstandsriege“, welche sich gegen die Fusion bis heute wehrt.

Wulff ist seit Herbst 2010 wieder verstärkt in Hamburg aktiv, wo er den  NPD-Kreisverband Hamburg-Bergedorf übernahm und den Wahlkampf für die Bürgerschaftswahl mitorganisiert.

Siehe auch:  NPD-Wahlkampf mit Axt in Hamburg: Demoverbot gefordert

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8 thoughts on “NPD-Bundesvorstand Wulff gegen Fusion mit der DVU

  1. Wenn NPD-DVU verboten werden sollten,Dann bekommen weder Jungnationalen und deren Nazi-Splittergruppen keinen Fuß mehr auf den Boden
    Ein solches Verbot ist schon lange überfällig.
    Das solche Herrschaften wie Pastörs oder Voigt kriminell sind ist ein offenes Geheimnis,Hakenkreuzfahnen wird man bei denen wohl alle finden,nicht anders wie die kleine Germanensekte(Neo-Nazis) der JN und anderen Kinder in den autonomen des Nationalen Wiederstandes,da könnte es vom Staate auf diesen Irren was zu kommen ,das sollte mal härter bestraft werden.

  2. Sabine, bevor Sie sich derart äußern informieren Sie sich doch vorher erst einmal. Da gibt es nämlich zwischen den einzelnen Parteien gewisse Unterschiede. Meinungen, die aus dem „Bauch“ kommen, stimmen mit der Realität nicht immer überein.

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