Udo gegen Udo im NPD-„Kindergarten“

Die NPD in Sachsen-Anhalt braucht Geld, viel Geld, um den Einzug in den Landtag von Magdeburg am 20. März zu schaffen. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Die NPD ist klamm, daher geben nun Parteimitglieder Darlehen für den Landesverband – über mehrere Zehntausend Euro. Doch Wahlkampfleiter Holger Apfel ging das alles nicht schnell genug und schimpfte über den „Kindergarten“. Und auch Parteichef Voigt beklagte sich, dass ein bekannter Geldgeber aus Mecklenburg-Vorpommern noch Sicherheiten haben wollte.

Von Patrick Gensing

Wie bereits berichtet versucht die NPD für den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt Geld zu besorgen. Unter anderem sollen Darlehen von Kameraden helfen. So war Udo Pastörs bereit, Geld zu verleihen. Allerdings gab es in der Parteispitze Bedenken, da Pastörs offenbar bereits erste Rückzahlungen für den Mai verlangte. Außerdem war es für Parteichef Udo Voigt nicht ganz nachvollziehbar, dass Pastörs auch noch Sicherheiten für sein Geld haben wollte: Es sei „ein Witz“, dass ein „so gut begüteter Mann“ wie Pastörs noch eine Bürgschaft verlange. Zudem fürchtet die NPD offenbar eine Zahlungsunfähigkeit, so schreibt Voigt weiter, die Partei könne keine Sondertilgungen leisten, wenn man das Verfahren um die Rechenschaftsbericht aus dem Jahr 2007 verliert. Dabei geht es um falsche Berichte der Partei, für die hohe Strafzahlungen drohen.

„Kindergarten & Co“

Holger Apfel wiederum, der in Sachsen Fraktionschef der NPD ist und den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt leitet, kommentierte die Schwierigkeiten mit dem Pastörs` Darlehen gegenüber dem Spitzenkandidaten Matthias Heyder folgendermaßen: „Habe ich zuviele ‚versprochen‘, als ich von Kindergarten & Co sprach…?“

Die NPD-Kita öffnet ihre Tore: Udo Pastörs (mit Teddy), Holger Apfel (Papa) und Udo Voigt (zwischen den beiden)
Die NPD-Kita öffnet ihre Tore: Udo Pastörs (mit Teddy), Holger Apfel (Papa) und Udo Voigt (zwischen den beiden)

Anfang Januar erkundigte sich Apfel dann aus dem Landtag heraus, ob das Geld von Pastörs mittlerweile eingetroffen sei. Was aus Sachsen-Anhalt allerdings verneint wurde. „Das ist aber schon ein ganz schön dicker Hund nach dem Gewesen… :(“ – so Apfels Reaktion.

25.000 Euro aus dem Nordosten

In dem Darlehen geht es um 25.000 Euro, die Pastörs der NPD in Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl am 20. März 2011 leihen wollte. Insgesamt hat die NPD für den Wahlkampf offenbar weitere Darlehen akquiriert, auch Michael P. soll der Partei Geld leihen, ebenso ein hochrangiger Funktionär aus Dresden. Auch der „Deutsche Stimme Verlag“ spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Insgesamt investiert die Partei offenbar Zehntausende Euro in den Wahlkampf, um Hunderttausende Zeitungen zu drucken und vor allem in der Provinz vor Ort zu sein.

Dies sorgte allerdings bei auswärigen Wahlkampfhelfern für Unmut, die sich über die kleinen Dörfer beklagten, welche das Verteilen von Material sehr mühselig mache. Doch gerade hier wolle die NPD präsent sein, betonte Wahlkampf-Chef Apfel.

Riskante Investitionen?

Nach einem Wahlerfolg dürfte sich eine neue NPD-Fraktion für die finanzielle Unterstützung sicherlich dankbar zeigen, ob in Form von Posten oder einfach nur Einfluss und guten Beziehungen. Es könnte sich also um eine lohnende Investition handeln, besonders für die NPDler, welche bislang nicht in den Genuss von Mitarbeiterstellen in Landtagen gekommen sind. Und auch Pastörs könnte so schon vorgebaut haben. Immerhin stehen auch in Mecklenburg-Vorpommern Landtagswahlen an – und die NPD steht laut Umfragen bei etwa fünf Prozent. Ganz sicher kann man sich an der Ostsee also nicht sein, ob man auch noch in den kommenden Jahren üppig mit Steuergelder ausgestattet wird.

Die NPD teilte mit, man wolle sich grundsätzlich nicht zu den Inhalten der Emails äußern.

Siehe auch: Teurer Wahlkampf, NPD träumt von der Achse Dresden-Magdeburg-Schwerin

4 thoughts on “Udo gegen Udo im NPD-„Kindergarten“

  1. AHAHAHAHA!
    Udo Pastoers als grosskapitalistischer Finanz-„Jude“. Super!

    Nur weil die NPD es gewohnt ist, von wohlhabenden, aber offensichtlich verkalkten Alt-Nazis Geld in den, aehem, „braunen Sumpf“ geblasen zu bekommen, wundern sie sich jetzt, das nicht jeder „Kamerad“ bescheuert genug ist, ihnen ganz (national-)sozialistisch den Sparstrumpf zu ueberreichen.

    Das riecht nach Vaterlandsverrat!

  2. Ein gewisses Mitglied der NPD-Landtagsfraktion in McPom hat nach den Wahlen auch wieder viel mehr Zeit, sich seinem Hobby als Kinderfest-Clown zu widmen. Ich denke, dass ist dann noch eine kräftige Bereicherung für den Kindergarten.

    Dummerweise dürfen Rechtsextreme ja leider nicht mehr in Kindergärten arbeiten – zumindest an der Ostsee. 😀

  3. „Die NPD teilte mit, man wolle sich grundsätzlich nicht zu den Inhalten der Emails äußern.“

    Ja, das hat anscheinend so tief getroffen wie lange nichts mehr :-)

    Eine Partei, die in ihrer Außendarstellung nur zwischen offiziellem Schweigen und angeblichen „Manipulationen“ der e-Mails schwankt, aber sonst für jeden Vorgang in der Welt eine Verschwörungstheorie parat hat, gibt sich erstaunlich kleinlaut derzeit. Die sind wohl gerade mehr mit sich selbst beschäftigt, ein Leck zu finden.
    Ob der Verfassungsschutz jetzt etwas Neues erfahren hat? Aber wahrscheinlich waren nicht wenige Autoren sowieso V-Männer (und -Frauen)

    Dass an allem „die Systempresse“ schuld ist, wahrscheinlich auch der „jüdische Bolschewismus“ und das „Besatzersystem“, dürfte jetzt schon klar.

    Und all das auch noch zum Wahlkampf in mehreren Bundesländern – es hätte für die NPD nicht schlimmer kommen können. Was für ein gutes Jahr, dieses 2011.

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