„Blood & Honour“: Sieben Konzerte, 21 Ermittlungsverfahren

In den ersten Jahren nach dem Verbot der ”Blood&Honour Division Deutschland“ im Jahr 2000 ist es laut Bundesregierung noch zu insgesamt sieben Konzerten mit ”Blood&Honour“-Bezug gekommen. Veröffentlichungen von Tonträgern der deutschen Sektion seien nach dem Verbot nicht bekannt geworden, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/4624) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/4397).

Serbischer Ultra-Nationalist in Genua mit Sturmhaube und Blood & Honour-Tätowierung auf dem Arm. (Quelle: Altravita.com)
Serbischer Ultra-Nationalist in Genua mit Sturmhaube und Blood & Honour-Tätowierung auf dem Arm. (Quelle: Altravita.com)

Insgesamt wurden nach dem Verbot der „Blood&Honour Division Deutschland“ im Jahr 2000 dezentral 21 Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Vereinigungsverbot i. V. m. § 20 des Vereinsgesetzes gegen zunächst 139 Beschuldigte in acht Bundesländern geführt. In drei Verfahren ergingen Verurteilungen wegen Verstoß gegen das Vereinigungsverbot. In fünf Verfahren stehen die gerichtlichen Entscheidungen zum Teil aus Revisionsgründen noch aus. In zwölf Verfahren erfolgten Verfahrenseinstellungen. In einem Verfahren sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

Blood&Honour (B&H) ist der Anfrage zufolge ein international agierendes Netzwerk in der neonazistischen Skinhead-Szene, das Rechtsrockkonzerte und den Vertrieb neonazistischer Musik organisiert. B&H vertritt die Ideologie von der globalen Dominanz der weißen Rasse und den Kampf für deren Erhaltung. Das Netzwerk wurde in den 80er-Jahren in Großbritannien unter maßgeblicher Beteiligung von Ian Stuart Donaldson (1993 verstorben), dem Sänger der Nazi-Band „Skrewdriver“ gegründet. Der Name knüpft bewusst an die Parole „Blut und Ehre“ der Hitler-Jugend an, die sich auch in der Begründung der Nürnberger Rassegesetze findet. Die als Symbol von B&H verwendete Triskele – ein dreizackiges Hakenkreuz – ist an das Logo der militant-rechtsextremen „Afrikaner Weerstandsbeweging“ aus Südafrika angelegt, die für eine Beibehaltung der Apartheid kämpfte.

Chemnitzer "Riot Boys" mit Keltenkreuz und 28
Chemnitzer "Riot Boys" mit Keltenkreuz und 28

Mit „Combat 18“ – die Zahlsteht für den ersten und achten Buchstaben des Alphabets und damit für die Initialen von Adolf Hitler – verfügt B&H zudem über einen „bewaffneten Arm“. Ein Schwerpunkt der Aktivität von B&H und der „Division 28“ besteht in der Koordination von Neonazi-Bands und der Veranstaltung entsprechender Konzerte. Die 1994 gegründete deutsche Division von B&H wurde gemeinsam mit ihrer Jugendorganisation White Youth im September 2000 durch das Bundesministerium des Innern verboten. Unter dem Namen „Division 28“ – die Zahlen stehen für die Buchstaben B und H – arbeitet zumindest ein Teildes Netzwerks weiter und setzt auch gewaltsam seinen Alleinvertretungsanspruch als „Erbfolgerin“ von B6H gegen Konkurrenten im rechtsextremen Milieu durch. Am 7. März 2006 gab es Polizeirazzien in 119 Wohnungen und Geschäftsräumen von 80 Neonazis, die im Verdacht standen, die verbotene deutsche Division des B&H-Netzwerkes fortzuführen. Neben rechtsextremen Propagandamaterialwurden auch Waffen beschlagnahmt. Aus dem B&H-Netzwerk kommende Gruppen und Einzelpersonen haben nach Recherchen des Antifaschistischen Infoblatts AIB enge Kontakte mit dem Rocker- und dem Rotlichtmilieu.

Ende August 2008 gelangten antifaschistische Aktivisten in den Besitz einer Kopie eines der internationalen B&H-Internetforen mit fast 32 000 registrierten Nutzern und veröffentlichten diese Daten im Internet.

7 thoughts on “„Blood & Honour“: Sieben Konzerte, 21 Ermittlungsverfahren

  1. Da kann man nur beruhigt sein, dass wenigstens bei der NPD keine „B&H“-Hanseln auftreten bzw. aufgetreten sind… *loooool* 😉

    http://www.youtube.com/watch?v=O_qxQzA_ZKI
    http://www.youtube.com/watch?v=jusk8kvki7M&feature=related

    http://www.youtube.com/watch?v=wPOHJ_CWZvY&feature=related
    http://www.youtube.com/watch?v=N2WtdjllFY0&feature=related

    http://www.youtube.com/watch?v=Y0GlMRxYWOc&feature=related

    Und deren Tonträger werden auch zum Glück nicht veröffentlicht – zumindest nicht so, dass es Jemandem auffallen könnte… 😉

    Unter Anderem http://www.rebel-records.com/index.php?section=musikcds&ur=W

    …aber sind ja auch keine Hakenkreuze drauf, und der weise BGH hat schließlich „attestiert“, dass „Blood & Honour“ im Ausland mit fremdsprachigen Texten nicht in Bezug zur deutschen Sprache zu bringen sei. Nun denn: Dann brüllt man eben im Ausland „Sieg Heil“ … und singt dann hier Texte die keiner versteht … 😉

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