NPD stoppt Januar-Ausgabe der „Deutschen Stimme“

Die NPD hat die Verbreitung der Januar-Ausgabe ihrer Zeitung „Deutsche Stimme“ gestoppt. Hintergrund ist nach Informationen von NPD-BLOG.INFO eine Einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg, wonach in einem Artikel mit der Überschrift „Entlarvende Zahlen“ die Persönlichkeitsrechte eines Mannes verletzt werden. Daher mahnte ein hochrangiger NPD-Funktionär bereits Mitte des Monats in einem Schreiben, die Januar-Ausgabe der Zeitung dürfte auf keinen Fall mehr verbreitet werden, da die Partei sonst zur Kasse gebeten werden könne.

Auf Anfrage von NPD-BLOG.INFO erklärte NPD-Pressesprecher Klaus Beier, das Landgericht Hamburg habe keine einstweilige Verfügung gegen die „Deutsche Stimme“ erlassen, wohl aber gegen die NPD in Mecklenburg und Vorpommern, weil diese vor der „Deutschen Stimme“ den entsprechenden Artikel auf ihrer „Weltnetzseite“ veröffentlicht habe. „In Kenntnis dieser einstweiligen Verfügung hat dann die „Deutsche Stimme“ die Unterlassungserklärung unterschrieben“, so Beier weiter.

Der Deutsche-Stimme-Verlag war im Januar 2011 erneut Ziel einer Razzia. Wie das Landeskriminalamt (LKA) laut mdr mitteilte, wurden neben dem Verlag in Riesa Wohnungen, Firmen und Gaststätten durchsucht. Etwa 70 Beamte waren demnach in Chemnitz, Wurzen, Eilenburg und fünf weiteren Städten im Einsatz. Es wurden Ton- und Datenträger mit mutmaßlich verfassungsfeindlichen Inhalten beschlagnahmt. Anlass seien laufende Ermittlungsverfahren, zu denen aber keine näheren Angaben gemacht wurden.

Bei der “Deutschen Stimme” hatte es zuletzt 2009 eine Razzia gegeben. Damals wurde der Verlagsleiter verdächtigt, den Jahreskatalog 2009 “Germaniens Freiheit” zu vertreiben – mit einer Vielzahl von jugendgefährdenden Büchern, Tonträgern, Flaggen und Postern.

Seit dem Oktober 2010 ist der Verlag in der Geschwister-Scholl-Straße zu Hause, da die Stadt Riesa mit allen Stimmen der demokratischen Parteien die Umbenennung der Mannheimer Straße beschlossen hatte.

Siehe auch: Erneut Razzia im “nationalen Warenhaus” der NPD

5 thoughts on “NPD stoppt Januar-Ausgabe der „Deutschen Stimme“

  1. In welcher Zeit man sich im DS-Verlag geistig befindet, macht die erste Seite bereits deutlich:

    „Jetzt kommt das Über-Versailles! Ab jetzt zahlt Deutschland für die gesamte EU-Pleite!“

    Und wenn man mental leider im Jahr 1919 mit dem Friedensvertrag von Versailles gefangen ist, dann hat man natürlich keine anderen historischen Vergleichsmöglichkeiten. So viel zu den politischen Visionen der NPD.

    Nicht weniger interessant: Robert Blum wird als „nationaldemokratisches Vorbild“ benannt. Nanu, Robert Blum?
    Das Mitglied der ersten Nationalversammlung 1848 in der Paulskirche war durch und durch gemäßigter Demokrat und vertrat keinerlei dem Nationalsozialismus ähnliche Ideologie. Im Gegenteil war er in keiner Weise ein Radikaler, sondern wollte seine politischen Ziele durch Verhandlungen, Vernunft, Parlamentarismus und demokratische Wahlen lösen – nicht durch Straßenkämpfe, tumultartige Revolutionen, Hass und Gewalt. Eine Nähe von Robert Blum zur NPD lässt sich nicht einmal an den Haaren herbei ziehen. Und warum ist er der NPD dann ein Vorbild? Weil er sich sehr gut als Märtyrer eignet. Denn er wurde wegen seines Einsatzes von den Herrschenden schließlich umgebracht, welche nach dem Ende der Revolution die demokratischen Errungenschaften auch weitgehend wieder abschafften (und damit viel eher den politischen Zielen der NPD entsprechen).
    Aber substanzielle Inhalte zählen für die NPD natürlich nicht, wenn sich nur ein Toter (mit gänzlich anderer ideologischer Ausrichtung) als Opfer anbietet. Und so muss er eben sein Leben für die Ziele der NPD gegeben haben. Basta. Opfer sein – darin ist die NPD ja geübt.

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