MP-Fund bei NPDler: Neonazis wittern „Kriegserklärung“

Nach der Razzia bei einem NPD-Spitzenfunktionär in Mecklenburg-Vorpommern gibt sich der Landesverband kleinlaut. Der Beisitzer im Landesvorstand und NPD-Kreistagsabgeordnete Sven Krüger lasse seine Ämter ruhen, teilte die Partei mit, und zwar „bis zur endgültigen Klärung des Sachverhaltes“. Sven Krüger werde sich „gegen die Anschuldigungen mit allen juristischen Mitteln zu Wehr setzen“. Auf der NPD-nahen Seite MUPINFO werden allerdings deutlicher Töne angeschlagen, hier ist von einer „Kriegserklärung“ die Rede.

Von Patrick Gensing

Die Seite "MUPINFO" wird von NPD-Vize Petereit verantwortet, Kontaktadresse ist das NPD-Thing-Haus
Die Seite "MUPINFO" wird von NPD-Vize Petereit verantwortet, Kontaktadresse ist das NPD-Thing-Haus

 „Demokraten stürmen Jamel“, poltert es auf der Seite, welche von NPD-Funktionär David Petereit verantwortet wird. Die Neonazis sind offenbar schwer betroffen, so heißt es bei MUPINFO, „selbst repressionserfahrene Augenzeugen zeigten sich schockiert und sprachen von einer bislang noch nie da gewesenen Qualität der durchgeführten Maßnahmen“. Zu den Vorwürfen gegen Krüger (Hehlerei, Besitz einer Maschinenpistole sowie Munition) war bei MUPINFO hingegen nichts zu lesen, auch nicht zu den dessen Vorstrafen. Stattdessen moniert man das rüde auftreten der Einsatzkräfte, welche vor Kindern mit Maschinengewehren gefuchtelt hätten. Dass Kinder allerdings mit einer MP zu Hause aufwachsen, scheint aus Sicht der NPD in Ordnung zu gehen.

„Kriegserklärung“

MUPINFO haut indes auf die Kriegstrommel: „Die heutigen Ereignisse könnten durchaus als offene Kriegserklärung des Innenministeriums gegen die nationale Bewegung in Nordwestmecklenburg verstanden werden.“ Es gebe kein Zurück mehr, der politische Kampf werde „mit unvermittelter Härte weiter geführt“.

Pfeffer-Spray und Teleskopschlagstöcke gehören zu den Angeboten von "levensboom.de". Der Versandhandel wird von NPD-Funktionär und Fraktionsmitarbeiter David Petereit betrieben.
Pfeffer-Spray und Teleskopschlagstöcke gehören zu den Angeboten von "levensboom.de"

Kein Wunder, dass man bei MUPINFO so betroffen und schockiert ist, immerhin gibt die Seite als Kontaktadresse eben das „Thing-Haus“ in Grevesmühlen an. Für den „politischen Kampf“ dürfte die NPD auf jeden Fall gerüstet sein, zwar ist das Maschinengewehr erst einmal futsch, aber in Petereits Shop „Levensboom“ werden andere praktische Dinge für die „unvermittelte Härte“ angeboten – beispielsweise Teleskopschlagstöcke, Reizgas sowie Anstecker mit Aufschriften wie “18″ (Chiffre für Adolf Hitler). Für 88 Cent wird ein Badge mit einer Handgranate angeboten, auf der die 88 (“Heil Hitler”) prangt. Der „politische Kampf“ geht also weiter.

Siehe auch: “Vorstufe von Terror”: NPD mittendrin statt nur dabeiMaschinenpistole bei NPD-Funktionär beschlagnahmt

20 thoughts on “MP-Fund bei NPDler: Neonazis wittern „Kriegserklärung“

  1. In den Berichten von vor 10 Jahren heißt es sie haben Kinder Bedroht….quatsch. Das das SEK in das Haus einmarschiert und nicht davor zurück schreckt mit deren waffen vor den Kindern rum zu Fuchteln darüber redet niemand!!! oder das auch kinderfeste gemacht werden niemend redet über die dinge die gemacht werden die gut sind nur weil es heißt NPD heißt es nicht alles schlecht und alles Böse!!!!

    PS: Guckt mal richtig hin und hört auf mit den Vorurteilen und der Panikmache!!!!

  2. @Juliane

    Ja, ja … diese „Kinderfeste“ für die sog. „Wehrkrümel“. – Geh` zur „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ und weine dich dort aus.

  3. Juliane, dass jemand für die NPD eintritt und gleichzeitig Vorurteile bei anderen beklagt, das ist hochspannend. Erzählen Sie doch mehr über Ihre Wahrnehmungsstörungen.

  4. @Juliane
    recht hast du. man sollte schon richtig hingucken.
    ich bin fest davon überzeugt, daß menschen mit bunten haaren, mit schwarzen haaren und dunkler hautfarbe, menschen mit st. pauli-shirt oder menschen, die sich als jude oder als schwul zu erkennen geben, sich auf den kinderfesten der vorbildlich demokratischen npd völlig vorurteilsfrei dort bewegen können.
    später können die veranstalter ja durch die gemeinde ziehen, vorurteilsfreie, rechtsextremistische propaganda verbreiten und nebenbei -ganz vorurteilsfrei natürlich- noch ein paar ausländer, punks oder den nächstbesten nicht-ins-vorurteilsfreie-weltbild-passenden zusammen treten.
    ist ja nicht schlimm, man hat ja ein gutes kinderfest veranstaltet

  5. Muhahaha,Die Nazis drehen frei fehlt noch die Julius Stricher Straße,wo dann der Braune Gockel eröffnet werden kann natürlich mit „Kinderfest“
    Das geht in die Hose.Nun zu Krüger er hatte gegen das Kriegswaffengesetz verstoßen ,Ich kann mir nicht wirklich vorstellen das die Polizisten ihre Waffen auf Kinder gehalten haben,da scheint wohl „Forz Info“Oder richtig genannt“ Mumpitz-Info“Dort steht nur Mumpitz dann sollte auch das mit dem illegalen Waffenbesitz Krügers mit geschrieben werden dann wird ein Schuh draus.NPD Kinderfeste braucht keiner den Farbige Kinder von Alternativen oder jüdisch gläubige Kinder hätten die NPD Veranstalter so wieso raus geworfen,währen solche Kinder denn gekommen.Bei Mac Donalds gibt es gute Kinderangebote auch Kinderfeste werden dort ausgerichtet.Das bei Nazi Familys Kinder keine Kindheit haben ist bekannt also auch bei Krügers sie schnitzen schon mit 5-6Jahren ihre Holzschwerter und spielen Wickinger denn TV gibt es bei Familie Nazi nicht MD schon gar nicht,da „Besatzerfrass“ Wie bescheuert sind die Nazis eigentlich?Wer gegen das Gesetz verstößt mus mit Unannehmlichkeiten rechnen also Schreiber von Mup-Info wenn schon alle Umstände schreiben.

  6. „Lohmeyers, Wandel, Bräunig und wie sie alle heißen, sollten endlich ihre Koffer packen und einsehen, daß ihre Zeit ebenso abgelaufen ist, wie das von ihnen propagierte asoziale System. Bald werden tatkräftige Männer und Frauen für den Aufbau gebraucht und keine demokratischen Dummschwätzer.“
    (http://www.mupinfo.de/?p=8194)

    Das Interessante an diesem kleinen Terrortrupp in MV ist, dass er sich ständig selbst vorführt: Nach der pseudo-echauvierten Entrüstung über den Umgang mit … öhm … „Nationalen Oppositionellen“, kommt dann die klassische SA-Fratze zum Vorschein. „Mupinfo“ als Verteilerposten für Totschläger und „arische Musik“ machen in Entrüstung. – Ein wahrhaft neues Führerhauptquartier auf dem ost-deutschen Lande erklärt sich quasi zum Bundestag. *lölchen* 😉

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