Tausende Menschen demonstrieren gegen Nazi-Aufmärsche

In Hamburg-Harburg haben mehrere Hundert Menschen gegen eine Kundgebung der NPD demonstriert. Die Neonazis brachten gerade einmal 50 bis 60 Anhänger auf die Straße. In Wuppertal waren es sogar mindestens 2500 Menschen, die gegen eine Neonazi-Aufmarsch protestierten, an dem einige Dutzend Personen teilnahmen. Angemeldet wurde die Demonstration von dem Kölner Neonazi-Kader Axel Reitz, unterstützt von Freien Kameradschaften und der NPD Düsseldorf/Mettmann.

In einem Mobilisierungsvideo schwadronierten die Neonazis dann von “antideutscher Hetze” und “antifaschistischem Terror”. Reitz fabuliert über “linksextreme Nachrichtenagenturen”, “Nationale” werden angeblich zum Freiwild, lamentieren die Kameraden – und schlendern dabei durch eine Parkanlage. Weiterhin wird behauptet, “der” Antifaschismus sei eine “Ausgeburt des Kommunismus”, welcher wiederum für 100 Millionen Tote verantwortlich sei. Und dies sei der wahre geschichtliche Hintergrund dieser “heuchlerischen Gutmenschen”. Die Neonazis fordern die “Zerschlagung von antifaschistischen Gruppen” und fordern Aufklärung über deren “Hintermänner” und staatlichen Geldgeber.

In Hamburg trat NPD-Funktionär Thomas Wulff auf, der nur wenige Tage zuvor in die Schlagzeilen geriet, da beim NPD-Wahlkampf offenbar auch eine Axt eine Rolle spielte. Hier ein Bericht aus Hamburg-Harburg

 

10 thoughts on “Tausende Menschen demonstrieren gegen Nazi-Aufmärsche

  1. Öhm, also in Wuppertal waren so insgesamt 4000 Menschen auf den Beinen, siehe Zeitungsberichte, Polizeiberichte (nun gut, da ist der Wahrheitsgehalt mit der Lupe zu suchen) oder Veranstalterberichte.

  2. „Die Neonazis fordern die “Zerschlagung von antifaschistischen Gruppen” und fordern Aufklärung über deren “Hintermänner” und staatlichen Geldgeber.“

    Ähmm, wo muss ich mich denn hinwenden, um auch Geld vom Staat zu bekommen?

    Oder anders gefragt: Kann man, wenn ein großer Teil der NPD-Mitglieder Hartz bezieht, dann von einer Unterstützung der NPD durch den Staat sprechen?

  3. Oh, ich war im Fernsehen :-)

    Die NPD in Hamburg lässt unterdessen verlauten, „es [gelang] den linken Krawallmachen nicht ansatzweise, die NPD-Wahlkampfkundgebung auf dem Seeveplatz in unmittelbarer Tatortnähe zu einem der Morde zu stören oder zu beeinträchtigen.“

    Nun ja, Definitonsfrage. Durch die Gegenproteste war der gesamte Kundgebungsplatz komplett von der Polizei abgeriegelt und von Antifaschisten umstellt, welche laustark ihren Protest äußerten. Dadurch hatten die Nazis null Öffentlichkeit und konnten – immerhin – ungestört und unbeeinträchtigt zu sich selber sprechen. Wer Selbstgespräche mag… :-)
    Angesichts des Tonfalls der Redner und der Wortwahl schien man sich an gewissen historischen Vorbildern zu orientieren, zum Beispiel am talentlosen Kunstmaler oder am schreienden Schrumpfgermanen mit dem Doktortitel.

    Übrigens kam die Veranstaltung überhaupt nur zustande durch den massiven Einsatz des Staatspersonals, gegen dessen „Repression“ man zu anderer Zeit gerne demonstriert – unter dessen Polizeischutz.

    Immerhin spricht man nicht im sonst üblichen Größenwahn von einer erfolgreichen Kundgebung, wo zahlreiche Gespräche mit interessierten Bürgern geführt werden konnten. Das wäre der Lächerlichkeit größter Höhepunkt gewesen.
    Dafür hatte man natürlich einen anderen Kalauer: Man sieht sich als Stimme der „deutschen Restbevölkerung“ – seit Püschel auch bekant als „der Deutschen letzter Haufen“ – und möchte gleich im Namen aller deutschen Harburger sprechen – als unbedeutende Splitterpartei. Ohne Größenwahn geht es eben doch nicht.

  4. @Ferdinand

    Der Polizeibericht liefert hier nur ein sehr eineitiges Bild des Tages. Tatsächlich war das Vorgehen der Polizei von Anfang an alles andere als de-eskalierend. Vollkommen friedliche Demonstranten wurden im Laufe des Tages immer wieder Opfer unnötiger Polizeigewalt durch Pfefferspray und Schlagstöcke. Unter den 140 Festnahmen waren über 80 Teilnehmer der Nazidemonstration die im Vorfeld in der Stadt unschuldige Passanten und Gegendemonstranten angriffen. Zu Stein- und Flaschenwürfen kam es in einer einzigen Situation. Diese ist sicher nicht zu entschuldigen, aber bei einer Demonstration mit mehreren Tausend Menschen ist das ein überschaubares Gewaltpotential, welches dort zu Tage trat.
    Es gibt durchaus andere Darstellungen und Wahrnehmungen des Tages, die eklatant von dem tendentiösen Polizeibericht abweichen.

    http://www.njuuz.de/beitrag10318.html

Comments are closed.