Neuer Opferkult? Kein Bier für die NPD!

„Nie wieder Faschismus!“ So prangte es laut Mitteldeutscher Zeitung am Wochenende in Krauschwitz in Sachsen-Anhalt. Anlass: Die NPD hatte zu einer Veranstaltung geladen – mit freundlicher Unterstützung von Bürgermeister Hans Püschel. Seine neuen Kameraden hängten neben das „Nie wieder Faschismus“-Banner einfach ein NPD-Plakat auf. Aber, so schreibt die MZ, die Rechtsextremen hatten nicht mit Bianka Zausch gerechnet: „Die zierliche Frau ging forsch an den stämmigen NPD-Ordnern vorbei und nahm das Plakat der Rechten kurzerhand wieder ab“. Zausch ist Ordnungsamtsleiterin und Interims-Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Teuchern, zu der Krauschwitz gehört. Der schnelle Verwaltungs-Akt sei aber noch nicht alles gewesen, Zausch setzte noch eins drauf: „Die NPD bekommt jetzt ein Bußgeldverfahren wegen unerlaubten Plakatierens.“

Dieser Mann ist der Hoffnungsträger der NPD: Hans Püschel (Foto: Mikael Zellmann)
Dieser Mann ist der Hoffnungsträger der NPD: Hans Püschel (Foto: Mikael Zellmann)

Ortschaftsbürgermeister Hans Püschel trieb das den Angaben zufolge zur Weißglut. Der ehemalige Sozialdemokrat und jetzige NPD-Landtagskandidat warf Zausch Schikane vor. Nicht einmal Bier dürfe man ausschenken. „Wenn man vorher keine Ausschankgenehmigung beantragt, darf man eben keine alkoholischen Getränke ausschenken“, beschied Zausch laut MZ. Sie hatte auch das Anti-Faschismus-Transparent aufhängen lassen, eine Leihgabe der Stadt Magdeburg. „Das Dorfgemeinschaftshaus ist Eigentum der Stadt. Da können wir auch Flagge zeigen“, so Zausch.

Derweil wird sich Püschel weiter als Opfer aufspielen: Wegen seines Engagements für die Neonazi-Partei habe ihn der Gemeindekirchenrat rausgeworfen („der betroffene“ stellt fest: Entgegen der Berichterstatung der MZ habe nicht der Gemeindekirchenrat, sondern der Kreiskirchenrat ihn herausgeworfen), nun wolle auch der Ortschaftsrat nachziehen, so die MZ weiter. „Wir sind entsetzt und enttäuscht. Er hat unser Vertrauen missbraucht“, sagte das parteilose Ratsmitglied Detlef Göhring. Püschel habe am zehnköpfigen Rat vorbei das Dorfhaus an die NPD vermietet, außer für die gestrige Veranstaltung noch für eine Schulung am kommenden Sonntag. „Dadurch, dass er Ortschaftsbürgermeister ist, kommt unser ganzer Ort in Verruf“, empörte sich Gemeinderat Kai Virchow (parteilos). „Der Ortschaftsrat ist sich einig, dass wir ihm den Amtsverzicht nahe legen wollen“, ergänzte Christina Schirmer (SPD). Geht er nicht, wolle der Rat ein Abwahl-Verfahren beschließen: Dann müssen die Krauschwitzer abstimmen. Für eine Abwahl müssen drei Viertel der Wahlberechtigten zustimmen.

Auch in Limbach-Oberfrohna in Sachsen versammelten sich NPDler am Wochenende. Nach Parteiangaben waren etwa 220 Mitglieder und Anhänger vor Ort. In dem Bericht wird auf die Reden von Parteichef Udo Voigt sowie Matthias Heyder aus Sachsen-Anhalt verwiesen, über den angekündigten Auftritt eines neonazistischen Liedermachers (unter anderem an der Band „Sturm 18″ beteiligt“) verlor man hingegen kein Wort. Das will wahrscheinlich nicht so zur bürgerlichen Fassade passen.

Siehe auch: NPD-Wahlkampf: Mythos Krauschwitz

12 thoughts on “Neuer Opferkult? Kein Bier für die NPD!

  1. Wie immer und überall:
    Wenn’s konkret wird, sind die großen Agitatoren am verstummen…

  2. Lieber Herr Betroffener.
    Ich glaube nicht das die NPD ein Patentrezept gegen Misstände hat.
    Die Neo-Nazis schon mal gar nicht,es ist bekannt das sämtliche „Kameraden“
    der rechten Szene kaum ohne Alkohol leben können,denn Coca Cola und Burger sind ja „bööööser Besazerfrass“nich war??Die ist schon ein Zeichen das die Nazis einen weichen Keks haben vollkommen das Vakuum im Kopf auch Psychose genannt sowas will im Land was verändern??Also bitte,Leute die Andersdenkene verletzen oder meinen auch „Gutmenschen“an Laternen aufzuhängen die meinen deutschland für sich gepachtet zu haben weil sie keine „Anglizismen“benutzen und trotzdem auch der deutschen Schrift kaum mächtig,die die Urzeit wieder mochten und die 6000 000 ermordeten Juden weg schweigen und leugnen nein danke.
    Nazis braucht die Welt nicht mehr!!!Lieber Herr Püschel trten sie als Bürgermeister zurück!Bitte.

Comments are closed.