NPD-Wahlkampf: Mythos Krauschwitz

Der Bürgermeister von Krauschwitz in Sachsen-Anhalt wird im Wahlkampf der NPD in dem Bundesland immer wichtiger. Nun lädt die Neonazi-Partei am “23. Januar 2001 [sic!] zur Informationsveranstaltumng in das Bürgerhaus von Krauschwitz”. Mit dabei: Holger Apfel und Udo Voigt. Fehlt nur noch der braune Teppich für die NPD-Promis.

Von Patrick Gensing

Dieser Mann ist der Hoffnungsträger der NPD: Hans Püschel (Foto: Mikael Zellmann)
Dieser Mann ist der Hoffnungsträger der NPD: Hans Püschel (Foto: Mikael Zellmann)

Der Bürgermeister von Krauschwitz in Sachsen-Anhalt, Hans Püschel, spielt zunehmend die Hauptrolle im Wahlkampf der NPD in dem Bundesland. Nun mobilisiert der NPD-Landesverband am „23. Januar 2001 [sic!] zur Informationsveranstaltumng in das Bürgerhaus von Krauschwitz“, welches zu der Stadt Teuchern im Burgenlandkreis gehört. Ab 14.00 Uhr soll dort eine „Informationsveranstaltung“ stattfinden, an der neben Udo Voigt (NPD-Chef) auch Holger Apfel, Fraktionschef der NPD im sächsischen Landtag sowie Wahlkampfleiter in Sachsen-Anhalt sowie auch Hans Püschel teilnehmen sollen. Püschel wird von der NPD als „SPDDissident“ angekündigt. Die NPD weist „Ortsunkundige“ noch darauf hin, dass der Veranstaltungsort im Süden Sachsen-Anhalts liegt – und nicht im östlichen Sachsen. Jetzt noch das richtige Jahrzehnt – und ab geht die Neonazi-Bürgerhaus-Sause.

Die NPD setzt in ihrem Wahlkampf also weiterhin auf Püschel, obwohl er bei dem „Vereinigungsparteitag“ in Berlin einen recht schrägen Auftritt hingelegt haben soll – mit einem „Ständchen zu Ehren der neu fusionierten Partei NPD – die Volksunion, das der ehemalige Sozialdemokrat den 180 Gästen der als „Festakt“ angekündigten Veranstaltung in schiefer Stimmlage vortrug, wie der Störungsmelder berichtete.

Püschel selbst sagte auf Anfrage des Autors, er sei „solidarisch“ mit der NPD „wie seinerzeit mit der Solidarnosc“. Das verlange seine „Auffassung von Fairness und demokratie“, so Püschel weiter. Fragen nach konkreten Zielen der NPD, welche er unterstützt, konnte Püschel kaum beantworten. Pauschal schrieb er:

„Alles zur familien- und Kinderförderung (s. S-A-Flyer), Mittagessen in den Schulen, Ausreichende Entlohnung, damit die Menschen keine Bittsteller werden; Im Weißenfelser Schlachthof arbeiten vllt. 1000 Rumänen oder Osteuropäer für 4-5 Euro in der zerlegung, ein Knochenjob, das wären bei ordentlicher bezahlung alles Arbeitsplätze für Deutsche“

Der Politikwissenschaftler Thomas Weber von der Universität Magdeburg-Stendal sagte auf Anfrage des Autors, neben Lutz Battke aus Laucha könne die NPD einen zweiten Kandidaten vorweisen, der lokal anerkannt sei. Er warnte die demokratischen Parteien im Land: Der Fall Püschel sollte wachrütteln. Der Landtagseinzug der NPD sei zwar keineswegs sicher, aber ignorieren könne man die Rechtsextremen auch nicht. “Die demokratischen Parteien müssen gemeinsam eine Strategie für die inhaltlich-argumentativen Auseinandersetzung mit der NPD entwickeln”, forderte der Politikwissenschaftler.

Siehe auch: Bürgermeister Püschel: Genosse wird Volksgenosse,  SPD-Bürgermeister: NPD als “rechten Sturm einsetzen”

21 thoughts on “NPD-Wahlkampf: Mythos Krauschwitz

  1. es wäre schon und fruchtbringend für die debatte, wenn ihr Euch weniger mit Hinein-Interpretationen und Wertungen(regelmäßig natürlich negative) befleißigen würdet, also nur versucht, Euer eigenes Weltbild euch zu bestätigen, sondern nur genau mit den fakten befaßt, die ich anspreche-
    Warum wird die vom deutschen Staat vorzuziehende, weil gesetzlich vorgeschriebene Förderung deutscher Staatsbürger als Ausländerhaß bezeichnet, z.Bsp.? Die Ausländischen Bürger haben doch in erster Linie ihren Staat, der sie alimentieren muß und nicht der Deutsche. Der hätte mit seinen eigenen Landeskindern vollauf zu tun. Erst wenn die in lebensnotwendiger Arbeit und menschenwürdigen bedingungen sind, dann kann man sich um die anderer Staaten kümmern – so einfach und menschenfreundlich ist das. Genau wie ich mich als vater vorzugsweise um meine Kinder zu kümmern habe und erst danach um die anderer Eltern, oder nicht? Das ist unmittelbare menschlichkeit, kein Haß gegen fremde. So wie es heut in Deutschland läuft, muß man ja davon ausgehen, daß unsere bestimmende Politkaste einen Haß auf die deutsche unterschicht hat!

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