Brandanschlag nach Drohungen von Neonazis

Nach zahlreichen Drohungen von Rechtsextremen ist nun ein Brandanschlag auf das Auto eines Vorstandsmitglieds des Simon-Rau-Zentrums in Weißenfels (Burgenlandkreis) verübt worden. Gegen Mitternacht vom 8. zum 9. Januar 2011 brannte das Auto nach Angaben der Mobilen Opferberatung LSA vollständig aus. Der Betroffene und die Mobile Opferberatung gehen davon aus, dass der Brandanschlag von politisch rechts motivierten Tätern begangen wurde. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Brandstiftung. Der 32-jährige Betroffene ist seit vielen Jahren im Burgendlandkreis aktiv gegen Rechts und wurde in diesem Zusammenhang mehrfach aus dem Umfeld der NPD bedroht.

Andreas Karl (NPD) und Lutz Battke (NPD-Abgeordneter) werfen dem Betroffenen des Brandanschlags Spitzeleien vor, man werde gegen "rigoros vorgehen".
Andreas Karl (NPD) und Lutz Battke (NPD-Abgeordneter) werfen dem Betroffenen des Brandanschlags Spitzeleien vor, man werde gegen "rigoros vorgehen".

Indirekt als Drohung zu verstehende Äußerungen gegen den Betroffenen finden sich den Angaben zufolge u.a. sehr prominent in einem im Oktober 2010 auf der Internetplattform youtube eingestellten Video der NPD-Kreistagsfraktion im Burgenlandkreis, wo der 32-Jährige mehrfach namentlich und mit Wohnort genannt wird. Der Hintergrund: Anfang Oktober fotografierte der Betroffene den rechtsrechtsextremen Kommunalpolitiker und Fußballtrainer Lutz Battke beim Training von Kindern und Jugendlichen, obwohl Battke zu diesem Zeitpunkt vom BSC 99 Laucha als Trainer offiziell suspendiert worden war. Als Konsequenz der Recherche des Betroffenen hatte der sachsen-anhaltinische Landessportbund die Prüfung eines Ausschlußverfahrens gegen den Sportverein angekündigt.

Andreas Karl, Mitglied des NPD-Landesvorstands und gemeinsam mit Lutz Battke NPD-Abgeordneter im Kreistag des Burgenlandkreises, kündigt in dem Video abschließend an, „gegen diese Maßnahmen rigoros vor[zu]gehen…“

Durch den Brand entstand ein Sachschaden von ca. 13.800 Euro. Da die Versicherung maximal den aktuellen Zeitwert des PKWs ersetzt und dem 32-Jährigen zudem Kosten für die Wiederbeschaffung persönlicher Sachen entstehen, die bei dem Brand zerstört wurden, bittet die Mobile Opferberatung um Spenden für den Betroffenen:

Spendeneinzahlungen oder -überweisungen richten Sie bitte an das Konto:

Miteinander e. V.
Bank für Sozialwirtschaft
Konto: 53 53 53
BLZ: 810 205 00
Verwendungszweck: Brandanschlag Weißenfels

Auf Wunsch wird Ihnen gern eine Spendenbescheinigung zugesandt. Gehen mehr Spenden ein als zur Bewältigung der finanziellen Angriffsfolgen notwendig sind, werden sie dem „Opferfonds für Betroffene fremdenfeindlicher und rechtsextremer Gewalt in Sachsen-Anhalt“ zur Verfügung gestellt, um weitere von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt Betroffene zu unterstützen.

Siehe auch: Bürgermeisterwahl: 24 Prozent für NPD-Kandidaten Battke

8 thoughts on “Brandanschlag nach Drohungen von Neonazis

  1. Ca. 13.800 Euro Schaden, dazu kommt ja noch der Restwert des Fahrzeugs, scheint also ein recht hochwertiges Fahrzeug gewesen sein.

    Ob der „Brandanschlag“ wirklich von Rechts kam? Diese Art Brandanschläge auf hochwertige Fahrzeuge findet man des öfteren in der Presse, Rechte sind dort jedoch nie beteiligt.

  2. @Sonata

    Also wenn du schon so fragst`, dann schiene mir auch ein durch den VS initiierter Anschlag „plausibel“, der nach „rechts“ aussehen soll, um dann auf „links“ zu verweisen, um von dort mutmaßen zu können, dass er (der Anschlag) doch von „rechts“ kam. – Oder vielleicht auch Andersherum … oder so ähnlich.

    Wenn ich auch nicht weiß`, „Woran“ ich mit diesem Anschlag bin, so weiß` ich dennoch, WORAN ich bei diesen NS-„Hackfressen“ und ihren „besignumten“ Outfit bin. 😉

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