Uni Potsdam: Rechtsstreit um NPD-Praktikum

An der Universität Potsdam schwebt ein Rechtsstreit über die Anerkennung eines studentischen Praktikums bei der NPD. Der stellvertretende Brandenburger Landesvorsitzende der NPD, Ronny Zasowk, studiert einem Bericht der Märkischen Allgemeinen zufolge dort Politikwissenschaften und wollte ein Pflichtpraktikum bei der NPD abrechnen. Das habe die Universität aber nicht anerkannt. Zasowk zufolge bestand der Inhalt seines Praktikums im Parteivorstand in Berlin-Köpenick „aus ganz normaler Parteiarbeit, hauptsächlich Öffentlichkeitsarbeit“.

Logo der Uni Potsdam
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Dekan Klaus Goetz argumentiert laut MA, dass der Praktikumsbericht des Studenten nicht erkennen ließe, „welche an der Universität Potsdam erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten bei einer Partei, deren Verfassungstreue in Zweifel steht, eingeübt, überprüft oder ergänzt wurden“. Die Darstellungen des Studenten über sein Praktikum, so der Dekan weiter, „ließen nicht erkennen, dass das Praktikum Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden vermittelte, welche zu verantwortlichem Handeln in einem freiheitlichen, demokratischen und sozialen, den natürlichen Lebensgrundlagen verpflichteten Rechtsstaat befähigen“. Doch genau das sollen Lehre und Studium, aber auch Praktika als Teil des Studiums laut Brandenburgischem Hochschulgesetz leisten.

Zasowk habe gegen die Ablehnung Klage beim Potsdamer Verwaltungsgericht eingereicht, wie ein Gerichtssprecher dem Blatt bestätigt. Ein Verhandlungstermin sei noch nicht angesetzt.

Offenbar Demonstration in Cottbus geplant

Zasowk ist auch Kreisvorsitzender der NPD-Lausitz, in dieser Funkion plante er nach Informationen von NPD-BLOG.INFO offenbar eine Demonstration am 15. Februar 2011 in Cottbus. Das Motto des Aufmarsches soll nach Angaben aus NPD-Kreisen „Gegen US-Imperialismus und Bombenterror! Für die Freiheit der Völker!“ heißen, es würden etwa 50 bis 200 Teilnehmer erwartet. Zaskow solle die Veranstaltung auch leiten sowie die Verhandlungen mit den Behörden führen, hieß es weiter. Zudem sollten Fackeln eingesetzt werden – wegen der Dunkelheit.

Zasowk war Bundestagskandidat für die NPD im Jahr 2009, außerdem schrieb er auch für die NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ – unter anderem über Deutschland, das „mit Vollgas ins Chaos“ unterwegs sei.

Siehe auch: NPD bei Fahrt ins Drogenchaos “unentbehrlich”

7 thoughts on “Uni Potsdam: Rechtsstreit um NPD-Praktikum

  1. Hat Cottbus keine Strassenbeleuchtung?
    Oder gehen die jetzt schon davon aus, dass man sie hoechstens durch den dunklen Wald marschieren laesst?

  2. In einem freiheitlich-demokratischen Staat muss das Praktikum anerkannt werden. Ob es uns passt oder nicht.
    Sonst ist man nicht „besser“, als diejenigen, die die Freiheit einschränken wollen (die NPD).

  3. Ob das Praktikum anerkannt wird oder nicht sollte erst einmal nix mit der NPD oder Fragen nach der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu tun haben, sondern ausschließlich damit ob der Praktkumsbericht inhaltlich und formal den Anforderungen genügt.
    Ist dies schlicht nicht der Fall (wie der Dekan behauptet) sehe ich keinen Grund den Bericht anzuerkennen. Ganz einfach.

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