NPD will 2011 in die „Reichshauptstadt“ einziehen

Der NPD-Spitzenfunktionär Holger Apfel gibt nach außen gerne den biederen Schwiegersohn-Typ. In welcher Zeit er politisch offenbar verhaftet ist, zeigt ein Mal mehr sein Festtagsgruß auf Facebook: Er wünsche „allen Kameraden ein frohes Fest und schon heute einen guten Start ins neue Kampfjahr!“, so Apfel. Für das neue Jahr wünsche er sich

„(statt Socken u.ä. Geschenken): Mind. 3 Paukenschläge, sprich: Einzug in S-A, MVP + HB, ferner die klare Überspringung der „1%-Hürde“ in HH , RLP + B-W, die eine oder andere Fraktion zu den Kommunalwahlen (z.B. in FFM + der Wetterau) – und als Sahnehäubchen den Einzug in der Reichshauptstadt!“

Größenwahn hat eine lange Tradition in der deutschen Rechten: Gipsmodell der "Großen Halle" ("Ruhmeshalle" / "Halle des Volkes") von Albert Speer in der Reichshauptstadt Berlin (Planung für die "Welthauptstadt Germania")

Apfel darf sich indes darüber freuen, dass er nach seinem Ausschluss aus den Landtag von Sachsen wegen einer antisemitischen Hetzrede nun wieder im Parlament dabei sein darf. Die Begeisterung hält sich allerdings in Grenzen, so schreibt der Fraktionschef bei Facebook:

„Freitag war es ja wieder so weit. Auf den Tag 6 Monate nach meinem Ausschluß durfte ich auch wieder im Landtag „mitspielen“. Viel Neues gibt es nicht zu berichten: Noch immer die gleichen dummen Gesichter, noch immer die gleiche Ignoranz, Pöbeleien statt sachlicher Auseinandersetzung“

Abgeordnete beleidigen und über Pöbeleien lamentieren – das schafft in einem Satz nur die NPD.

Apfel war im Juni 2010 für zehn Sitzungstage aus dem Parlament verbannt worden; er hatte Israel als “jüdischen Terrorstaat” bezeichnet. Zudem sprach er von einer “blühenden Holocaust-Industrie”. Als er trotz Aufforderung des Landtagspräsidenten seine Hetzrede fortsetzte, wurde die Polizei angefordert. Erst dann zog sich Apfel vom Rednerpult zurück. Die aktuelle Debatte unter dem Titel “Keine Zusammenarbeit mit ‘Schurkenstaaten’ – Sächsisch-israelische Partnerschaft beenden” war von der NPD beantragt worden.

Siehe auch: Antisemitische Hetze: Aussluss von Apfel war rechtens, NPD träumt von der Achse Dresden-Magdeburg-Schwerin, Apfel leitet NPD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

5 thoughts on “NPD will 2011 in die „Reichshauptstadt“ einziehen

  1. erstaunlich, die Mehrheit der Dresdner und Sachsen bekennt sich für Toleranz und Fremdenfreundlichkeit, da müsste ja eigentlich die Gunst der NPD-Wähler und Sympathisnaten rückläufig sein, doch „heimlich“ bekennen und wählen immer noch Menschen die Nazis in den Landtag aus allen Schichten der Gesellschaft von Arzt, Lehrer, Rechtsanwalt, Handwerker bis hin zu Hartz-4-Bezieher und Krankenschwester…Und mich ärgert am meisten, dass ich mit meinen Steuergeldern diese Nazis mitfinanziere, obwohl ich sie nicht wähle…ich erfahre des öfteren am hellerlichten Tage Rassismus hier in Dresden mit meiner vietnamesischen Frau und unserem Kind. Dresden zeigt in mancher Hinsicht gesicht gegen Rassismus an bestimmten Tagen wie dem 13. februar, doch eigentlich sind mindestens 50 Prozent der Dresdner ausländerfeindlich eingestellt. Das ist die Wahrheit, mindestens jeder 10. Dresdner setzt heimlich sein Kreuz bei der NPD, weil die Medien muslimfeindlichkeit verbreiten. iele meiner Freunde hier sind multikulturell und dazu gehören auch ehrlich arbeitende steuerzahlende Muslime. ich möchte hier nicht den Herrn Apfel mit Worten beleidigen, aber für mich ist dasein klares Zeichen dass „ungebildete Menschen mit einer rassistischen Meinung“ nicht aussterben und Bildung und Erziehung bei KIndern schon im Kindergarten anfängt, damit gar nicht erst neu Jung-Naziwähler nachwachsen. Unser Kind geht in einen internationalen Kindergarten mit Kindern aller Länder und aller Art von Entwicklungseinschränkungen und Behinderungen. Unsere Welt wäre schöner ohne Rassismus. Doch leidert gibt es nicht nur einen rassistischen Holger Apfelsondern Rassismus gegenüber Üreinwohnern in Amerika und Australien. Und es ist richtig, dass die nichtfaschistischen Parteien Zeichen setzen und bei Judenfeindlichkeit diese Nazibande Apfel & Co. aussperren, diese von Hass geprägten Reden müssen wir uns nicht antun und es ist beschämend dass die NPD als Partei zugelassen wurde Nationalsozialismus und Rassismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen. Alle Menschen sind gleich, egal welcher Herkunft und welcher Hautfarbe…Deutschland wird auch in 1000 Jahren noch die ewiggestrigen Hitleristen haben und rassitisch motivierte Morde.

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