„Politische Korrektheit“: Rennicke zeigt Bettina Wulf an

Der nationale Barde Frank Rennicke beim politischen "grooven" (Foto Marek Peters)

Der NPD-Funktionär und Neonazi-Barde Frank Rennicke hat die Gattin von Bundespräsident Christian Wulff wegen „Zeigen verfassungswidriger Organisationen bzw. Billigung“ angezeigt. Bettina Wulff habe öffentlich den Hitler-Gruß gezeigt, so Rennicke in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft Ansbach. Zur Begründung führt Rennicke an, aus der Tagespresse und dem Weltnetz habe man diese Tage ein Bild entnehmen können, welches das Bundespräsidentenpaar Wulff vor dem Präsidentensitz in Berlin zeige. Das Ehepaar Wulff zeige dabei „den seit Jahrzehnen verbotenen und tausendfach strafrechtlich verfolgten sogenannten „Deutschen Gruß“ bzw. „Hitlergruß“. Während es sich bei Herrn Wulff noch um eine Abwandlung handeln könnte, ist bei Frau Wulff dieser Gruß einwandfrei erkennbar.“ Als Beweis benenne Rennicke die Dienstvorschriften der Waffen-SS und der Wehrmacht vom August 1944, wo die Form und Ausführung amtlich beschrieben worden seien.

„Als ehemaliger vierter Kandidat auch zur letzten Wahl zum Amt des Bundespräsidenten, bei der Christian Wulff gewählt wurde, halte ich es für meine notwendige Aufgabe, dieses fehlerhafte Verhalten des Ehepaares Wulff nicht nur stillschweigend zu dulden, sondern in einer Form der gegenwärtigen politischen Korrektheit anzuprangern und ahnden zu lassen“, schreibt Rennicke weiter und bittet unter seinem Zeichen „immer angeben: Wulff05122010“, vom Verlauf der Ermittlungen unterrichtet zu werden.

Ob Rennicke beispielsweise auch sämtliche Schiedsrichter anzeigen will, die bestimmte Zeichen geben, ist bislang unbekannt.

Retourkutsche?

Das Amtsgericht Ansbach hatte den Neonazi-Liedermacher wegen Widerstands gegen zwei Vollstreckungsbeamte mit zwei Fällen der Körperverletzung zu einem Strafbefehl über 50 Tagessätze zu je 10 Euro verurteilt. Rennicke, zweimaliger Bundespräsidentschaftskandidat der NPD, war laut einem Bericht der „Fränkischen Landeszeitung“ einem Zivilfahrzeug der Polizei im Oktober vergangenen Jahres wegen unsicherer Fahrweise aufgefallen, berichtete der blick nach rechts. Die Polizisten folgten Rennicke demnach bis zu dessen Anwesen im mittelfränkischen Altengreuth. Bei der anschließenden Kontrolle Rennickes soll es dann zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen sein. Dabei wurden die Polizeibeamten, Rennicke und einer der Söhne verletzt. Das landwirtschaftliche Anwesen in Altengreuth hatte laut bnr im Mai 2002 Rennickes Ehefrau Ute erworben.

Rennicke hatte bei der Bundespräsidentenwahl drei von 1242 Stimmen erhalten. Bei der Wahl zum Bundespräsidenten 2007 hatte er sogar vier von 1223 Stimmen geholt. Der “nationale Barde” Rennicke war allerdings damals nur Ersatzkandidat für Bernd Rabehl, der seine Kanidatur kurz vor der Wahl zurückzog.

Siehe auch: Der etwas andere PräsidentschaftskandidatBundespräsidentenwahl: Im Osten nichts NeuesBundespräsidentenwahl: NPD-Kandidat Rennicke erhält vier von 1223 Stimmen, NPD/DVU-Anträge durchgefallen: “Demaskierung von pseudodemokratischen Methoden”, Bundespräsidentenwahl: Ersatz NPD-Kandidat Rennicke wollte offenbar auch nicht, Wahl zum Bundespräsidenten: NPD und DVU schicken Rennicke ins Rennen, Sächsischer Landtag: Frank Rennicke als „Experte“ für JugendmusikNazi-Barde hat das Gefühl, in einem Konzentrationslager zu lebenWahl zum Bundespräsidenten: NPD-Kreisverband schlägt Horst Mahler als Kandidat vor, Biografie von Horst Mahler – eine mindestens doppelte Wandlung

16 thoughts on “„Politische Korrektheit“: Rennicke zeigt Bettina Wulf an

  1. @WW

    Genau deiner Meinung. – Ich denke darüber hinaus auch nicht, dass sich ein Richter auf „meine“ Argumentationsmuster einlassen würde um einen Rennicke zuzuarbeiten. Es ist natürlich der Traum des braunen Mob`s, dass der „Hitler“-Gruß durch die deutsche Justiz entpolitisiert und zum „Durchschnittsgruß“ (auch einer Frau des Bundespräsidenten) erklärt- und verklärt wird, so wie es „der feuchte Traum“ der NPD und deren Anhang ist, dass Paragraph 130 abgeschafft wird.

    p.s. Ich hab` noch nie einen sooooo steifen Arm gesehen, wie auf dem Photo mit der Frau des Bundespräsidenten. *grööööhl* 😉

  2. Schon lustich, interessanterweise stellt Stefan Herres ach so „christlich-jüdische“-Hasspredigerseite PIgotte Heuchler-News die gleiche Forderung auf. (Sorry, will den Dreck nicht verlinken; wen’s interessiert, der kann’s selbst leicht finden, wentweder auf meiner HP oder bei den Hasspredigern selbst.)

    Nazis im Schafspelz haben den gleichen Duft wie nasse Köter.

  3. Kaufen die Nazis seine CDs nicht mehr oder hat dieses „Anliegen“ für die demokratische Grundordnung andere Gründe als sich in der eigenen Szene Respekt und Ansehen verschaffen zu wollen?

    Ich glaube mit so einem peinlichen Schwachsinn dürfte man sich wohl selbst in der rechtsextremen Szene der Lächerlichkeit preisgeben. Aber wie ego schon sagte: `Es gibt Menschen, denen ist wirklich nichts zu peinlich. `

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