NS-Opfer der „Reichsbahn“ mit Klage erfolgreich

Die Deutsche Bahn und die Stadt Nürnberg müssen Überlebenden der „Reichsbahn“-Deportationen eine zuvor verbotene Kundgebung gestatten. Die Verbotsauflagen wurden am 3. Dezember zurückgenommen, nachdem der „Zug der Erinnerung“ Klage eingereicht hatte. DB und Stadt Nürnberg wollten der Initiative „Zug der Erinnerung“ den Deportierten öffentliches Straßenland sperren, weil die Vorbereitungen für den Besuch der Bundeskanzlerin zum 175. Bahnjubiläum am 7. Dezember in Nürnberg Vorrang hätten.

Zu der Kundgebung, die am 4. Dezember um 12:30 Uhr am Nürnberger Hauptbahnhof beginnt, werden Überlebende der „Reichsbahn“-Deportationen aus Deutschland und den osteuropäischen Staaten erwartet. Sie verlangen die Rückzahlung der Einnahmen, die der Unternehmensvorgänger der DB AG („Deutsche Reichsbahn“) erzielt hat. DB AG und Bundesregierung lehnen jegliche Restitution der Deportationsopfer ab. Den osteuropäischen Überlebenden wurde „humanitäre Hilfe“ im Wert von 25 € pro Person angeboten. Der Festakt der DB AG mit etwa 500 Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft kostet mehrere Millionen Euro.

Die EU-Kommission hatte den „Zug der Erinnerung“ am 17. November in Brüssel Mit dem diesjährigen Preis für zivilgesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Der Bürgerinitiative wurde die Ehrung in der Kategorie „Aktive Europäische Erinnerung“ zuerkannt.


Siehe auch: Nürnberger Gesetze: “Zum Schutze des deutschen Blutes”, NS-Opfer fordern von Deutscher Bahn 445 Mio. Euro, Bahn soll NS-Opfer an Einkünften beteiligen, Bahn soll erhobene Gebühren an den “Zug der Erinnerung” spenden, The Nazis and the “Final Solution” (Episode 5/5), Ausstellung: Züge in den Tod, Erinnerungspolitik: Kunst vs Pädagogik?, Zug der Erinnerung: Bahn verdient offenbar an Holocaust-Gedenken