Braune im Rotlicht: Will die NPD einen Puff mieten?

In Hamburg spielt sich offenbar eine weitere Immobilien-Posse rund um die NPD ab. Angeblich liegen Michael Uhlig, Betreiber des Swingerclubs Eden, Anfragen der Neonazi-Partei vor, die in seiner Immobilie einziehen wolle. Uhlig hatte zuvor Ärger mit dem Bezirksamt Hamburg-Wandsbek, da dieses die Vermietung von Räumen an Prostituierte beanstandet hatte. Hintergrund: In dem Wohngebiet dürfe zwar ein Swinger-Club, aber nicht auch noch ein Bordell betrieben werden.

Der Swingerclub "Eden" in Hamburg-Wandsbek (Google Street View)
Der Swingerclub "Eden" in Hamburg-Wandsbek (Google Street View)

Detelev Beckmann von der CDU in Wandsbek sagte gegenüber dem Lokalsender Hamburg 1, Uhlig habe Briefe ans Bezirksamt geschickt, wonach er Räume an die NPD vermieten werde, wenn er seinen Club nicht weiter betreiben dürfe.

Nun teilte das Bezirksamt dem NDR Hamburg Journal mit, dass Uhlig laut Polizei familiäre Verbindungen zur NPD haben soll. Das bestreitet der Betreiber und hat bereits Anzeige wegen Verleumdung erstattet.

Die Bezirksamtsprecherin Sonja Feßel sagte der Mopo, man habe Hinweise darauf, „dass Herr Uhlig Verbindungen zur rechten Szene hat“. Der 43-Jährige soll einen „nahen Verwandten“ bei der NPD in Süddeutschland haben. Fehßel betonte zudem: „Weder wir noch der Staatsschutz haben Hinweise darauf, dass die Partei tatsächlich Interesse an den Räumen hat.“

Immer wieder werden Geschichten bekannt, wonach die NPD angeblich Immobilien kaufen oder mieten wolle. Dabei handelt es sich oft Häuser, die bereits seit Längerem leer stehen. Oder diese Ankündigungen sollen vor Wahlen offenbar Aufmerksamkeit erzeugen. In Aachen beispielsweise wollte die NPD angeblich gleich ein ganzes Hotel kaufen. Gleichzeitig wickelt die Partei aber auch tatsächlich Immobilien-Käufe ab, beispielsweise in Thüringen.

Siehe auch: Alle Meldungen aus der Rubrik Immobilien

3 thoughts on “Braune im Rotlicht: Will die NPD einen Puff mieten?

  1. Schuster bleib bei deinen Leisten.
    Nachdem die NSDAP nach der Machtübernahme zunächst alle Bordelle in Deutschland geschlossen hatte, musste sie bald realisieren, dass das nicht ganz so gut funktioniert. Man musste die Betriebe also wieder öffnen, tat dies aber staatlich. So wurde die NSDAP der größte Bordellbetreiber Deutschlands.

    Sehr lesenswert: Anna Maria Sigmund, Das Geschlechtsleben bestimmen wir, München 2008.

Comments are closed.