Linkspartei fordert Aufklärung von NS-Vergangenheit in Ministerien

Die Bundesregierung soll nach dem Willen der Fraktion Die Linke bis zum Ende der Legislaturperiode ”eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der Bundesministerien“ auf den Weg bringen, sofern diese ”direkte oder indirekte Vorgängerministerien in der NS-Zeit hatten“. Auch solle die Regierung ”vorhandene Studien zur NS-Geschichte einzelner Ministerien“ dahingehend ausweiten, ”dass auch die Geschichte ihres personellen und inhaltlichen Übergangs in die Bundesrepublik Deutschland untersucht wird“, fordert die Fraktion in einem Antrag (17/3748).

Dem Bundestag soll die Regierung der Vorlage zufolge bis zum Sommer 2011 einen Finanzierungsplan für dieses Vorhaben vorlegen. Ferner soll die Regierung nach den Vorstellungen der Fraktion entsprechende Ausschreibungen auf den Weg bringen und Kommissionen von Historikern bilden, die die einzelnen Ministerien untersuchen. Zudem soll die Regierung laut Antrag dafür Sorge tragen, dass die notwendigen Aktenbestände den Historikerkommissionen uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Zur Begründung schreiben die Abgeordneten, die jüngst vorgelegte Darstellung der Geschichte des Auswärtigen Amtes in der nationalsozialistischen Zeit und im Übergang zur Bundesrepublik zeige, dass es ”noch einige wissenschaftliche Desiderate in der Darstellung zentraler Institutionen politischer Macht der NS-Zeit gibt und dass vor allem die Frage des Übergangs dieser Institutionen in die Bundesrepublik Deutschland viel zu wenig erforscht ist“.

Siehe auch: JF: Dichter zwingt NS-Diplomaten zur Ausbürgerung, Das Auswärtige Amt und der Holocaust

4 thoughts on “Linkspartei fordert Aufklärung von NS-Vergangenheit in Ministerien

  1. @3 (daniel):

    ausgehend von ihrer hypothese: ist es nicht schändlich von den restlichen bundestagsparteien, dieses thema der sed-nachfolgepartei zu überlassen? am ende gar schädlich?

    als argument zu einem urteil über die partei „die linke“ ist ihr einwand unmissverständlich. die finden sie offensichtlich nicht so gut.

    als argument pro oder contra vergangenheitsbewältigung der ministerien finde ich ihn etwas ungerichtet. halten sie die erforschung von vergangenheit für

    – sinnvoll im falle von „die linke“
    – sinnvoll in beiden fällen
    – oder überhaupt nicht sinnvoll?

    grundsätze wie „wenn du nicht willst, will ich auch nicht“ halte ich für angebracht, wenn individuelle interessen verhandelt werden. bonbons teilen, private umzugshilfe, lohnverhandlungen, wie du mir, so ich dir: man trifft sich zwischen beiden interessen. übergeordnete, gemeinsame interessen aber bleiben von solchen argumenten unberührt.

    sie sehen so ein übergeordnetes interesse offensichtlich nicht?

    oder darf ich ihre aufforderung zum auszählen so verstehen, dass sie meinen, forschung ergäbe keine neuen zahlen?

    schade, dass sie sich so uneindeutig geäußert haben. ein echtes plädoyer für transparente vergangenheitsforschung hätte ich sofort unterstützt. ganz besonders auch im fall von „die linke“.

    .~.

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