Die nettesten NPD-Kandidaten: Hasselbach soll in Haft

Philipp Hasselbach ist führendes Mitglied der Münchner Neonazi-Szene, kandidierte 2009 für die NPD bei der Bundestagswahl – und muss möglicherweise bald ins Gefängnis. Wie merkur-online berichtet, habe das Amtsgericht München den NPD-Bundestagskandidaten von 2009 wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung zu einem Jahr und acht Monaten Haft verurteilt. Bei Rechtskraft der Entscheidung muss der Multi-Funktionär demnach außerdem zwei zur Bewährung ausgesetzte Strafen von insgesamt zweieinhalb Jahren verbüßen. Hasselbach gebührt mit dieser „Leistung“ ein Platz in der Serie von NPD-BLOG.INFO über die nettesten NPD-Kandidaten.

Hasselbach mit Hitler-Gruß (Foto: R. Andreasch)
Hasselbach mit Hitler-Gruß (Foto: R. Andreasch)

Die Staatsanwältin warf Hasselbach den Angaben zufolge vor, auf dem Gelände der Kultfabrik mit seiner Clique über zwei gegnerische Neonazis hergefallen zu sein, wobei einer von einer Bierflasche erheblich am Kopf verletzt wurde. Diesen Schlag nahm der Mitangeklagte Franz S. (21) auf sich, der acht Monate mit Bewährung bekam. Notwehr nahm ihm das Gericht nicht ab. Schließlich sei seine Gruppe weit in der Übermacht gewesen.

Staatsanwältin Stefanie Schwarz hatte laut merkur-online drei Jahre Haft für den „Freien Nationalisten“ und früheren Sprecher der „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ beantragt. Szene-Anwalt Andre Picker forderte Freispruch im Hauptpunkt der Anklage. Mit einem weiteren Prozess ist zu rechnen, beide Seiten dürften Berufung einlegen.

Der “Deutsche Stimme”-Chefredakteur Karl Richter gewährte in der NPD-Parteizeitung erst im Juni seinem “Bürgerinitiative Ausländerstopp”-Pressesprecher Hasselbach ein schmeichelhaftes, ganzseitiges Interview. Was die NPD verschwieg: Der unter offener Bewährung stehende Neonazi soll erst im Mai erneut gewalttätig geworden sein. a.i.d.a. berichtete. Zudem präsentierte sich der Neonazi schon einmal mit Hitler-Gruß vor einer Nazi-Fahne.

Siehe auch: Die “Freien Nationalisten München” und die NPD, Völkische Familienpolitik: “Freie Nationalisten” unterstützen Abtreibungsgegner

6 thoughts on “Die nettesten NPD-Kandidaten: Hasselbach soll in Haft

  1. „mit seiner Clique über zwei gegnerische Neonazis hergefallen zu sein“

    Ich finde es korrekt, die hauen sich gegenseitig die Köpfe ein und dafür werden sie auch noch verknackt :)
    Mir fällt gerade leider kein besseres Szenario ein bei dem ich noch mehr frohlocken könnte.

  2. Man stelle sich blos einmal vor, dass jener Hasselbach zu den SS-Freunden des „Steiner“-Wulff gehören würde … Dann wird man ihn freisprechen. Oooops… 😉

    „Die am Angriff beteiligten waren u.a. Norman Bordin, Phillip Hasselbach, „Steiner“ Wulff und Willi Wiener“, wobei hier ein anderer Angriff gemeint ist.
    (http://de.indymedia.org/2008/07/223397.shtml)

    http://projekte.free.de/lotta/pdf/22/extreme-rechte-ab-west.pdf

    Aber SS-„Steiner“ bewegt sich – im Gegensatz zu Hasselbach – seit Jahren in Kreisen, deren Aussagen grundsätzlich nicht im Zusammenhang mit Gleichgesinnten(u.A. Hasselbach) stehen, die da des öffteren den „Sonnengruß“ machen. – Daher sind SS-„Steiners“ Ausführungen auch vom GG. gedeckt und nur so zu bewerten, wie es der jeweilige Richter zu interpretieren wünscht – ungeachtet der 12 Vorstrafen und selbstverständlich nicht in Verbindung zu bringen mit bundesweit agierenden NS-Netzwerken zur aktionsorientieren Wiederbelebung des Nationalsozialismus unter ständigem SA-Strassenterror, Angriffen auf Journalisten, „völkischen“ NS-Schulungen vor Jugendlichen usw.usf. – Letztendlich hält SS-„Steiner“ seine Reden nicht etwa vor Neonazis – er hält sie wohl im Bundestag. … 😉

  3. @dot tilde dot bzgl. Werbung

    Es war auch nicht lustig gemeint. – Meine Einträge sind grundsätzlich nicht lustig, bei allen Smileys und *lol`s*.

    Ich habe nur jenen Angriffen vorweggegriffen, denen sich Herr Gensing ausgesetzt sehen wird, wenn er – berechtigter Weise – lakonisch darauf verweist, das Werbung auch der Finanzierung des Blog`s dient.

    Bekannter Weiser seien wir hier ja alle – sofern wir uns gegen Neonazis engagieren – in den Augen des braunen Mob`s „Juden und Kommunisten“, die ebenfalls bekanntlich ihr Stigma seitens der Nazis bekommen. Sofern also Herr Gensing über/oder von Geld spricht (in welchem Zusammenhang auch immer), gäbe es sicherlich einige „Leute“, die glauben so reagieren zu müssen, wie ich es tat. – Nur meine Anmerkung war natürlich nicht ernst gemeint, zumal ich mich gefragt habe, was eigentlich die dämliche Frage von @was soll das impliziert. Da konnte ich gar nicht anders, als vorab ein antisemitsches Cliche zu bedienen, vor allem in einem Blog, der seine bekannten „Freunde“ hat …

    Sorry. :)

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