Feiertag 9. November? Die NPD macht blau!

Der 9. November wurde während der NS-Diktatur als Jahrestag des Hitler-Putsches von 1923 als nationaler Gedenktag zelebriert. Seit 1945 ist es in der Bundesrepublik mit diesem braunen Spuk vorbei. Nicht jedoch in manchen Köpfen von Ewiggestrigen. So stellte am 8. November die „Pressestelle“ des NPD-Kreisverbandes Havel-Nuthe, namentlich Marcel Guse, einen Text zum „09. November“ online. Darin wird der 9. November als „offizieller Feiertag“ bezeichnet. Gefeiert werde an diesem „arbeitsfreien Tag“, so Guse, der „Tag der Deutschen Einheit“, eine „Teil-Wiedervereinigung von West-und Mitteldeutschland.“

Von Anton Maegerle

Guse, Ex-DVU-Funktionär, wehklagt in seiner Presseerklärung, dass der „Durchschnitts-Deutsche“ nichts über den Kern dieses Vereinigungs-Feiertages wisse. „Welcher gewissenlose Mensch aber ausgerechnet diesen Tag zu einem Feiertag gemacht hat“, so der NPD-Funktionär, „das kann sich der treudoofe Durchschnitts-Michel auch nicht erklären“.

Die NPD erklärte den 09. November kurzerhand zum Feiertag.
Die NPD erklärte den 09. November kurzerhand zum Feiertag.

Statt die vermeintliche „Teil-Wiedervereinigung“ zu feiern, glauben die Bundesbürger der Auffassung von Guse („Mein Herz schlägt nicht für diie BRD, sondern für Deutschland“) nach, dass der 9. November deshalb ein vermeintlicher Feiertag sei, da dies der Jahrestag der „so genannten >Reichskristallnacht<“ war.

Leider ist unbekannt, wie viele Mitglieder des NPD-Kreisverbandes Havel-Nuthe am 9. November den Tag der deutschen Einheit vom 3. Oktober begangen haben – und ihrer Arbeit einfach fernblieben.

Lesetipp: In der Naziszene wird der NPD oft vorgehalten, sie wäre nicht radikal genug. Beobachter betonen hingegen, dass die Partei lediglich aus taktischen Gründe direkte Bezüge auf den Nationalsozialismus vermeidet. Der Brandenburger NPD-Funktionär Marcel Guse beweist, dass es auch anders geht. Auf der Internetseite seines Kreisverbands zitiert er munter Texte von Adolf Hitler aus verbotener NS-Literatur von 1943: Hitler spricht beim NPD Kreisverband

3 thoughts on “Feiertag 9. November? Die NPD macht blau!

  1. Auch die Nazis von Altermedia geben ungeniert Auskunft ihrer peinlichen Unwissenheit. Man erklärte dort den 9. November zum „Nationalfeiertag des deutschen Glaserhandwerks“. Was als gewohnt geschmacklose Anspielung auf historische Vorgänge und Geschichtsverdrehung gedacht war, gerät bei historisch durchschnittlich Gebildeten bereits zum Rohrkrepierer, was der gewöhnliche Nazi aber gerade darum nicht verstehen dürfte. Denn man ist prompt dem inhaltich falschen Begriff der „Reichskristallnacht“ aufgesessen und erklärt, „daß quasi über Nacht Auftragssteigerungen in ungeahnter Höhe möglich sind“.

    Dass man bei niedergebrannten Synagogen aber keine Scheiben zu erneuern braucht, scheint – bei aller Zustimmung dazu seitens der Nazis – diesen nicht klar zu sein.
    Dass dafür bei den damals bereits weitgehend entrechteten und beraubten Juden auch nicht das Geld vorhanden war, hat wohl – bei aller Zustimmung dazu seitens der Nazis – auch niemand bemerkt. Oder man will es nicht, weil die Propaganda vom Geldjuden sonst ihrer fragilen Basis enthoben wäre.
    Dass die herbei fantasierten „Zeiten der Rezession und zurückgehender Aufträge“ weder damals noch heute am 9. November aktuell sind, liegt wahrscheinlich nur an der Ignoranz der verlogenen „Systempresse“, welche über Deutschland derzeit als wirtschaftliche Lokomotive in Europa berichtet.

    Und dass es darum schließlich damals gar keine Auftragssteigerungen für das Glaserhandwerk gegeben hat, lässt diese krampfhaft und kläglich gescheiterten Ironieversuch ins Lächerliche abgleiten. Da man nicht mit den Nazis lachen kann, kann man es immerhin über sie.

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