NPD-Parteitag: DVU glänzt mit finanziellen Reizen

Parteitag fördern Überraschendes zu Tage – zum Beispiel die Tatsache, dass die DVU für die NPD in finanzieller Hinsicht eine deutlich attraktivere Braut zu sein scheint, als bisher bekannt. Noch DVU-Chef Matthias Faust musste beim Parteitag im Burgenland Einblick gewähren in die Finanzausstattung – und da kam einiges zur Sprache. So hat die DVU unlängst eine nicht unerhebliche Erbschaft gemacht: Ein Haus in Freiburg – Verkaufserlös rund 450.000 Euro.

Von Stefan Schölermann, NDR Info

Hinzu kommen diverse Konten – einige davon in der Schweiz – insgesamt war da von noch einmal rund 200.000 Euro die Rede. Allerdings sieht die Sache netto ein wenig anders aus. Der verstorbene Gönner war offenkundig in Steuersachen überaus findig- die Gelder von den Konten in der Schweiz müssen nachversteuert werden.

Die DVU steht offenbar weniger ramponiert da, als angenommen (Quelle: Indymedia)

Zugleich bot der Rechenschaftsbericht Einblick in menschliche Abgründe, die von Habgier und Missgunst zeugten. So berichtete Faust über eine Geldforderung der langjährigen DVU-Fraktionsvorsitzenden im Brandenburger Landtag, Liane Hesselbarth. Die fordere von der DVU rund 20.000 Euro zurück. Hintergrund ihrer Forderung: Wie alle anderen Parlamentarier der DVU hatte sie als Landtagsmitglied einen Teil ihrer Diäten als Spende an die Partei abgeführt. Und weil sie als Fraktionsvorsitzende die doppelte Diät bezog, war auch die Spende doppelt so hoch wie bei den „normalen“ Abgeordneten.

Doch jetzt reut sie offenkundig diese per Parteisatzung verordnete Freigiebigkeit. Hesselbarth sieht im Nachhinein nicht mehr ein, das Doppelte gezahlt zu haben – und will die Hälfte ihrer Spenden zurück. Für Faust ein Unding: „Wie kann man Spenden zurückfordern?“ Und dann mutmaßte er, dass sie sch zu Zeiten von Gerhard Frey offenkundig nicht getraut hätte eine solche Forderung zu stellen.

Faust, der sich in inniger Feindschaft mit seinem früheren Mitstreiter, dem Rechtsextremisten Christian Worch befindet, lieferte unfreiwillig Einblick in die offenkundigen Ursachen des Zwistes: Es geht augenscheinlich auch hier ums liebe Geld, wie er beim Parteitag einräumte: Die Partei stehe bei Worch in der Kreide- gestritten werde aber noch darum, ob mit 15.000 oder 30.000 Euro. Das dürfte auch in Zukunft für Zoff sorgen im „nationalen Lager“.

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