Bürgermeisterwahl: Battke will ins Rathaus

Als Bezirksschornsteinfeger darf er in die Wohnungen anderer Leute, als Fußballtrainer durfte er den Nachwuchs der Stadt trainieren und als Kreisrat über die Geschicke in der Region mitbestimmen. Lutz Battke reicht das nicht, er will höher hinaus.   Der NPD-Kreisrat möchte am 07. November 2010 zur Krönung auch noch Bürgermeister in Laucha werden.

Die NPD sieht dafür eine realistische Chance – und tatsächlich kann „die Frisur“ Battke auf Rückendeckung aus der Bevölkerung hoffen. Denn die Empörung über den Rechtsextremen kam zumeist von außerhalb. Dementsprechend fühlen sich viele Lauchaner offenbar „von denen da oben“ gegängelt. Ein Weltbild, welches bestens in die Strategien der NPD passt.

Matthias Heyder, NPD-Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt und Spitzenkandidat der NPD zur Landtagswahl am 20. März 2011, sagte zum Wahlantritt Battkes:

Lutz Battke (Screenshot MDR)
Lutz Battke (Screenshot MDR)

“Wir werden Lutz Battke in seinem Kampf um das Lauchaer Rathhaus massiv unterstützen. Nicht nur um ein Zeichen zu setzen, sondern weil wir glauben, dass er eine reelle Chance hat. Der von den Pseudodemokraten in Landesregierung und Landtag gegen Battke entfesselte Kleinkrieg ist der beste Beweis für die Demokratiefeindlichkeit des Systems und die Missachtung des Bürgerwillens durch gewissenlose Politiker. Diese Herrschaften vergessen immer wieder und gerne, dass Battke Rats- und Kreistagssitz nicht einfach ursupiert [sic!] hat, sondern das ihm seine Mandate in freier und geheimer Wahl von nicht unerheblichen Teilen der Bevölkerung übertragen wurden.”

In der Verwaltung der Verbandsgemeinde Unstruttal, zu der Laucha gehört, räumt man Battke laut taz Außenseiterchancen ein. Seine Kandidatur sei eine Trotzreaktion, meint ein Mitarbeiter, und ein Teil der Einwohner reagiere womöglich ähnlich. Denn der bodenständige Battke genießt bis in die Mitte der Bürgerschaft hinein eine gewisse Popularität.

Weniger Begeisterung sorgt Battkes Kandidatur beispielsweise bei Tsipi Lev. Sie ist die Mutter eines Jugendlichen, der von Antisemiten angegriffen worden war. Einer der Täter spielte in Battkes Mannschaft. Sie hält Battkes Kandidatur für einen „großen Skandal, nicht nur für die Lauchaer, sondern für die Demokratie“. Sie hofft laut taz, „dass die Lauchaer aufstehen“ und vor allem zahlreich zur Wahl gehen. „Für mich ist Battke der Letzte, und bekäme er eine Mehrheit, wäre es der Anfang des Endes von Laucha.“

Linktipp: Hintergrundinformationen zur Kandidatur Battkes bei der Infothek Dessau

Siehe auch: Deutsche Nazis suchen das Super-Opfer, NPD-Jugendtrainer: Sportbund prüft Fall Battke, Rechtsextremer Kaminkehrer und Trainer sollen gehen

3 thoughts on “Bürgermeisterwahl: Battke will ins Rathaus

  1. Diese deutsche Dorf-Karriere vom NS/NPD-Kinderverderber zum Bürgermeister scheint die kleine Gemeinde eh` nicht zu tangieren … Hauptsache ist doch, dass Battke einer von ihnen ist; insofern: Jedem das Seine … *g* 😉

    Zumindest stimmt das Outfit, die Button und das Shirt. – Blonde Augen, blonde Haare, blonde Zähne: die fleischgewordene Inkarnation des NPD`schen „Bürgerwillen“ … quasi wie „der Führer“.

    p.s. Einfach nur zum blöken, diese ewigen V-Männer auf`m Dorf.

  2. Nur zur Vervollständigung: Battke hat bei der Bürgermeisterwahl knapp 25% der Stimmen erhalten…

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