Die nettesten NPD-Kandidaten (I): Manfred Roeder

Im kommenden Jahr stehen mehrere wichtige Landtagswahlen auf dem Programm. Einmal mehr möchte sich die NPD zu Wahlkampfzeiten als seriöse, patriotische Kraft präsentieren. NPD-BLOG.INFO präsentiert daher in den kommenden Monaten die Serie „Die nettesten NPD-Kandidaten“, um darzulegen, wie seriös und vertrauenswürdig NPD-Kandidaten bisweilen daherkommen bzw. gekommen sind. Den Anfang macht der Neonazi Manfred Roeder, Wikipedia beschreibt diesen ehemaligen NPD-Kandidaten (1998 bei der Bundestagswahl) so: Manfred Roeder (* 6. Februar 1929 in Berlin) ist ehemaliger Rechtsanwalt, Holocaustleugner und Terrorist.

Von Patrick Gensing

Manfred Roeder
Manfred Roeder

Roeder kandidierte bei der Bundestagswahl 1998 im Wahlkreis Stralsund/Rügen auf der Liste der NPD. Das verkündete der damalige stellvertretende NPD-Kreisvorsitzende Axel Möller. Roeder sei kein Parteimitglied und trete als unabhängiger Kandidat auf der NPD-Liste an, sagte Möller. Die Kandidatur des damals 68-Jährigen sei vom Bundesvorstand der Partei genehmigt worden. Zuvor war er im Kreisverband nominiert worden. Maßgeblich an Roeders Nominierung war auch der damalige NPD-Funktionär Matthias M. beteiligt, M. flog später auf, da er Informationen aus der Szene an den Verfassungsschutz verkaufte – berichtete die Berliner Zeitung.

Roeder ist mehrfach vorbestraft. Er war 1982 wegen Rädelsführerschaft bei einem Anschlag auf ein Hamburger Ausländerwohnheim verurteilt worden, bei dem zwei Menschen getötet wurden. Seit 1990 war er wieder auf freiem Fuß. 1995 hatte ein Vortrag Roeders an der Hamburger Führungsakademie der Bundeswehr Schlagzeilen gemacht. Er hatte an der Akademie auf Einladung über die „Ansiedlung von Russlanddeutschen in dem Raum Königsberg“ gesprochen.

1996 verübte Roeder laut Wikipedia in Erfurt zusammen mit anderen Rechtsextremisten einen Farbanschlag auf die Wehrmachtsausstellung, weshalb er wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 4.500 DM verurteilt wurde. Nach Verurteilungen zu Freiheitsstrafen durch die Landgerichte Schwerin und Rostock wegen Volksverhetzung und anderer Straftaten wurde er im September 2004 vom Landgericht Frankfurt am Main wegen Verunglimpfung des Staates zu zehn Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Im Februar 2005 folgte eine weitere Verurteilung wegen desselben Straftatbestandes durch das Amtsgericht Schwalmstadt. Am 12. Mai 2005 trat er seine Strafen in der JVA Gießen an. Im November 2009 wurde Roeder in zweiter Instanz vom Landgericht Marburg wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

Schwarzer Block auf NPD-Demo im Jahr 1975

Roeder kann zudem als eine Art Visionär des „Nationalen Widerstands“ angesehen werden. So nahm er bereits 1975 die heutigen schwarzen Blöcke auf Neonazi-Demonstrationen vorweg. Beispielsweise am 17. Juni 1975, als nach Angaben des Verfassungsschutzes in Bonn ca. 3500 Angehörige der NPD, der DVU, der Wiking-Jugend, des Stahlhelm und neonazistischer Gruppen mit Fahnen, Transparenten und Sprechchören für die Wiedervereinigung demonstrierten. Unter den Teilnehmern trat demnach eine Gruppe von etwa 120 einheitlich schwarz gekleideten jungen Leuten mit schwarz-weiß-roten Fahnen hervor, die dem neonazistischen Kreis um Manfred Roeder aus Hessen zuzuordnen ist. Piercings, Hatecore-Shirts und Kapuzenpullover waren damals allerdings noch nicht angesagt bei den Neonazis.

Siehe auch: NPD träumt von der Achse Dresden-Magdeburg-Schwerin

7 thoughts on “Die nettesten NPD-Kandidaten (I): Manfred Roeder

  1. Meine Güte, hat die NPD kein jüngeres Personal mehr? Bei 81 Jahren muss man doch Angst haben, dass der Herr im Landtag wegstirbt. Und wahrscheinlich ist er eh nur ein armes Opfer des Systems. Wer so jemandem seine Stimme gibt, glaubt auch, dass nationale einigelung der Weg in die Zukunft ist.

  2. Bei der letzten Wahl wollte die NPD „Den Bonzen auf die Finger klopfen“. Das tut sie nun auch

    http://endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=5490:abteilung-npd-deckt-auf-wettermanipulation-in-westmecklenburg?&Itemid=414

    „Ihre aktuelle Anfrage (Drs. 5/3866) mit dem Titel „Kondensstreifen in Westmecklenburg“ spürt dem Phänomen der sogenannten „Chemtrails“ nach. Demnach bemerkten Bürger in Westmecklenburg in den letzten Monaten „häufiger Kondensstreifen von Flugzeugen, die sich nicht – wie bisher – binnen weniger Minuten auflösten, sondern sich verbreiterten und stundenlang noch sichtbar blieben.“

    Wann man bei der NPD die Himmelsbeobachtung auf Ufos ausweitet, konnte man von „gut informierten Kreisen“ wahrscheinlich nicht erfahren.

  3. Ist Röder denn auch wieder als Kandidat aufgestellt oder geht es nur um die Wahl ´98?

    Es geht hier nur um die Wahl 98 – es folgen aber auch aktuelle Kandidaten.

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