Millionenspende macht Weg für NPDVU-Fusion frei

Die Fusion von NPD und DVU nimmt immer deutlichere Konturen an. Die Halle für einen Sonderparteitag der NPD ist gebucht – und auch die größte finanzielle Hürde ist nun genommen. Der ehemalige Parteichef Gerhard Frey spendete der DVU nun mehr als eine Million Euro (siehe auch blog.abgeordnetenwatch.de). Nach Angaben des Bundestags gingen am 20. Oktober 2010 auf dem Konto der DVU eine Spende in Höhe von genau 1.030.898,97 Euro ein.

Von Patrick Gensing

Das Geld vom langjährigem DVU-Vorsitzenden und Parteigründer Frey ebnet nun möglicherweise den Weg für die angestrebte „Verschmelzung“ zwischen der DVU und NPD (bzw. für den Beitritt zur NPD). Damit könnten die Schulden bei Frey sowie anderen Personen aus dem „Nationalen Widerstand“ beglichen werden. Frey betonte allerdings auf Anfrage des Autors, es handele sich bei der Spende um den Schuldenerlass.

Flogging a dead volksunion?

Der DVU-Gründer Gerhard Frey (Foto: Marek Peters)
Der DVU-Gründer Gerhard Frey (Foto: Marek Peters)

Die angestrebte Fusion von NPD und DVU war von vielen Beobachtern zunächst als Totgeburt bewertet worden. Grund: Die Schulden der DVU bei Parteigründer Frey. Diese Schulden hätte die NPD im Falle einer Fusion übernehmen müssen – und damit hätte es wohl kaum eine Mehrheit für die „Verschmelzung“ gegeben. Doch nun hat Frey auf diese verzichtet. Aus finanzieller Sicht steht einem Bündnis von DVU und NPD damit nichts mehr im Wege.

Am 6. November will die NPD auf einem Sonderparteitag in Hohenmölsen (Sachsen-Anhalt) über die Fusion beraten und abstimmen. Rund 400 Delegierte sollen zu dem Treffen kommen, juristisch kann die Stadt den Parteitag offenbar nicht mehr verhindern.

Juristische Schlammschlacht

Die größte Hürde für die Fusion könnte indes die DVU sein, denn hier gab es schier undurchschaubare Grabenkämpfe zwischen Parteichef Matthias Faust sowie Funktionären aus dem Nordwesten, welche unter keinen Umständen mit der NPD zusammengehen wollen.

Was eine Fusion konkret bedeutet, lässt sich derweil schwer abschätzen. Die Basis der DVU gilt als passiv, größere Aktivitäten sind kaum zu beobachten. Die NPD wird eine größere Mitgliederkartei verwalten dürfen – und erledigt einen Konkurrenten, der allerdings ohnehin nur noch von sich hin dämmerte. Möglich scheint auch, dass die „Verschmelzung“ neue Unruhe in die Partei bringt, denn immerhin wird beispielsweise DVU-Chef Faust sein Amt nicht einfach so aufgeben, ohne sich eine neue Aufgabe (und ein Auskommen) zu sichern.

Siehe auch: Schuldenerlass: Weg frei für Fusion von NPD und DVU,  NPDVU will bis Ende des Jahres fertig haben, Mitgliederbefragung: DVU will sich selbst abschaffen, NPD-Mitglieder stimmen für Fusion mit der DVU, NPDVU: Wollt Ihr die totale Vereinigung?, Fusion von NPDVU als “Proklamation größten Ausmaßes”?, Rechte Sammlungen: Wenn alles in die Hose fällt

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