Hohe Haftstrafen für Brandanschlag auf Roma

Mit harten Strafen hat ein Gericht in Tschechien am 20. Oktober 2010 einen rassistisch motivierten Brandanschlag gegen eine Roma-Familie geahndet. Wie die Süddeutsche Zeitung meldet, habe das Gericht wegen Mordversuchs und Sachbeschädigung vier junge Rechtsradikale für 20 beziehungsweise 22 Jahre ins Gefängnis geschickt – und verhängte außerdem gegen sie eine Sonderverwahrung. Ferner müssen die Angeklagten der geschädigten Familie und ihrer Krankenversicherung einen Ausgleich von etwa 680.000 Euro zahlen.

Die Flagge der Roma (O styago le romengo in Romani), wurde beim First World Romani Congress im Jahr 1971 in London anerkannt. Das Blau in der oberen Hälfte und das Grün in der unteren Hälfte repräsentieren Himmel und Erde. Außerdem enthält die Flagge der Roma ein rotes Chakra, auch Speichenrad genannt, im Zentrum der Flagge. Das Chakra bezieht sich auf die indische Herkunft der Roma. Die indische Flagge enthält ebenfalls ein Chakra.
Die Flagge der Roma (O styago le romengo in Romani), wurde beim First World Romani Congress im Jahr 1971 in London anerkannt. Das Blau in der oberen Hälfte und das Grün in der unteren Hälfte repräsentieren Himmel und Erde. Außerdem enthält die Flagge der Roma ein rotes Chakra, auch Speichenrad genannt, im Zentrum der Flagge. Das Chakra bezieht sich auf die indische Herkunft der Roma. Die indische Flagge enthält ebenfalls ein Chakra.

Die vier Männer wurden den Angaben zufolge für schuldig befunden, in der Nacht zum 19.April vergangenen Jahres drei Brandsätze in das Haus einer neunköpfigen Roma-Familie in der nordmährischen Stadt Vitkov geschleudert zu haben. Dabei wurden die Eltern und ein zweijähriges Mädchen schwer verletzt. Das Kind erlitt Verbrennungen an 80 Prozent seines Körpers und wird ein Leben lang darunter zu leiden haben. Die Täter hätten mit diesem Gewaltakt auf den 120. Geburtstag Adolf Hitlers aufmerksam machen wollen, heißt es im Urteil.

Gewalttaten gegen Roma sind in mehreren europäischen Staaten keine Seltenheit. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, beklagte jüngst eine “unglaubliche Diskriminierung” von Roma in Europa beklagt und erhob schwere Vorwürfe gegen Deutschland. Die anhaltende Rückführung der Roma von Deutschland in das Kosovo habe “verheerende Folgen für die Rechte der Kinder, auch für ihr Recht auf Bildung”, schreibt Pillay in einem Beitrag für die Frankfurter Rundschau. “Roma-Kinder, die in deutschen Schulen gut integriert waren, befinden sich auf einmal in einem völlig fremden Umfeld, in dem nur Albanisch gesprochen wird. Plötzlich können sie gar nicht mehr oder nur unter großen Schwierigkeiten zur Schule gehen”, so Pillay.

Die UN-Kommissarin kritisierte, in Europa herrsche eine “starke Abneigung gegenüber den Roma”. In Folge der Wirtschaftskrise seien Gewalt und Diskriminierung gestiegen. In Ungarn und der Slowakei habe es tödliche Übergriffe gegeben. Unter anderem in Bulgarien, Tschechien, Griechenland, Italien, Litauen, Rumänien und der Slowakei würden Roma “mit Zwang vertrieben”, ihnen würden “angemessene Unterkünfte verweigert” und sie würden “ausgegrenzt”. Auch in Frankreiche gebe es eine “gezielte Diskriminierung”. Pillay rief die 27 EU-Mitgliedstaaten auf, “ihre Haltung gegenüber den Roma deutlich verbessern”. Ein erster Schritt wäre ein verbesserter Zugang zu Bildung und anderen Leistungen wie medizinische Versorgung, angemessene Unterkünfte und Arbeitsmöglichkeiten. “All das sind Ansprüche gemäß der Menschenrechte”, fügte sie hinzu.

Siehe auch: UN-Kritik an zu engem Rassismusbegriff in Deutschland, EU-Flüchtlingspolitik: Berlin sperrt sich gegen frühere Arbeitserlaubnis, Denkmal für Boxer Johann “Rukeli” Trollmann wird eingeweiht

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