Wulff-Prozess: Gericht erörtert Vorstrafenliste

Thomas Wulff (Foto: Marek Peters)
Thomas Wulff (Foto: Marek Peters)

Im Prozess gegen Thomas Wulff, Mitglied im NPD-Bundesvorstand, soll am 20. Oktober ein Urteil gesprochen werden. Am 11. Oktober 2010 wurden einem Bericht des Westens zufolge in der Hauptverhandlung am Landgericht Bochum seine zwölf Vorstrafen erörtert. Im Prozess gegen Thomas Wulff (47), Mitglied des NPD-Bundesvorstands, habe das Bochumer Landgericht seine zwölf Vorstrafen erörtert. Der NPD-Aktivist steht seit August vor der 6. Strafkammer. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, bei einer NPD-Demo im Oktober 2008 in Bochum eine volksverhetzende Rede gegen Ausländer gehalten zu haben.

„Im Gefängnis war ich noch nie. Da möchte ich auch nicht rein“, sagte Wulff dem Bericht zufolge. Allerdings wurde er bereits sehr oft verurteilt, zu Geldstrafen und einmal auch schon zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung. Schon 1984 sei das los gegangen, so der Westen – und setzte sich fort bis 2009. Die Taten: Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Volksverhetzung, üble Nachrede, Widerstand gegen Polizei. Zuletzt wurde er verurteilt (40 Tagessätze), weil er Berlins Regierender Bürgermeister äußerst persönlich beleidigt hatte.

Siehe auch: Prozess gegen Wulff vertagt – Urteil mit Signalwirkung?

6 thoughts on “Wulff-Prozess: Gericht erörtert Vorstrafenliste

  1. Ich finde es ja immer wieder interessant wie solche Menschen sich jahrelang durch positive Sozialprognosen vor dem Knast bewahren und dann überraschenderweise doch Rückfällig werden. Aber bei Wulff ist mit oder ohne Knast jeder gute Funke vergebens …

  2. Er ist natürlich auch ein böser Bube… Den Bürgermeister verbal angegriffen, soso. Das ist natürlich total schlimm.. Die Koalition schaft es wenigstens sich zu beleidigen, ohne dabei unsittliches Vokabular zu verwenden, dass zeugt von politischen Fähigkeiten

  3. @2 (hasimausi):

    es mag ihnen komisch vorkommen, aber ich möchte ihnen da widersprechen. aus meinen grundannahmen von unserer demokratischen gesellschaft folgt, dass ich das, was sie als „guten funken“ bezeichnen, bei niemandem als vergebens ansehe.

    das bedeutet aber nicht, dass ich wulff nicht für einen ungemein gefährlichen rechtsradikalen unruhestifter der republik halte. daraus folgt ein hohes misstrauen gegen seine äußerungen.

    ich muss aber annehmen, dass strafrechtliche maßnahmen prinzipiell der besserung des bestraften dienen können. bei niemandem kann wirklich alle demokratisch legitimierte maßnahme sinnlos sein. das wäre nicht meine vorstellung von antifaschistischer arbeit, so gut ich ihre einschätzung verstehen kann.

    ich habe sie mir aber abgewöhnt.

    .~.

  4. @Sebastian

    Boah, Sebastian, is` ja voll cool, wie dein Sarkasmus reinhaut: Polemik vom Feinsten! – Dennoch ist die Vorstrafenliste des von dir so schützend bedachten SS-Freak-Steiner so lang, wie du wahrscheinlich deine Biergläser aneinander reihen könntest … 😉

    http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Wulff

    Mach` einfach den Kopf etwas frei für einen sinnreicheren Kommentar hinsichtlich eines NPD-Kader, der sich gerne als SS-Obergruppenführer sieht. …übrigens auch bezeichnend für diese Partei.

  5. Sebastian,

    ist Beleidigung bei Ihnen keine Straftat? Halt stop, das StGB ist ja ein Bundesgesetz!

Comments are closed.