„Kein Stüttgürt 21“: NPD will auf S21-Zug aufspringen

Die NPD will von den Protesten gegen Stuttgart 21 profitieren.
Die NPD will von den Protesten gegen Stuttgart 21 profitieren.

Die NPD will mit der Parole „Kein Stüttgürt 21“ von den Protesten gegen das milliardenschwere Bahnhofsprojekt in Stuttgart profitieren. Allerdings geht die Partei dabei nicht sonderlich geschickt vor, sondern verunglimpft erst einmal die Gegner des unterirdischen Bahnhofs: „Die Bürger – angetrieben durch den allgegenwärtigen Volkszorn und instrumentalisiert durch grün-rote Rattenfänger“ hätten nicht ahnen können, dass „sie von verantwortungslosen und nur auf Krawalle ausgerichteten Antifa-Banden in diese Konfrontation geworfen werden sollten“, wettern die Neonazis.

Von Patrick Gensing

Und weiter: “Mitgegangen, mitgehangen” könnte man an dieser Stelle anmerken.“ Die NPD fordere eine Volksabstimmung über den „Bauabbruch“ – und damit ist das Thema für die Neonazi-Partei auch erledigt – und widmen sich der „Überfremdung“. „Brennender – weil existenziell bedrohend – ist jedoch die Frage der Überfremdung in Stuttgart und Umgebung“, verkündet die NPD. Die „fundierte Analyse“ geht im Folgenden so:

“Integrationsmaßnahmen”, massenhafte Vergabe des deutschen Passes und das Vorgaukeln einer “Multi-Kulti-Friede-Freude-Eierkuchen-Welt” durch Medien, Politiker, Gewerkschaften und Kirchenvertreter können über die Probleme nicht hinwegtäuschen!

Daher ruft die NPD nun die „Phase 1“ ihrer Kampagne aus: „Gesicht zeigen gegen Multi-Kulti“. Mit freundlicher Unterstützung von Facebook sollen die NPD-Anhänger mit einem Badge „Kein Stüttgürt 21“ in dem Sozialen Netzwerk Position beziehen.

Sämtliche Projektgegner distanzieren sich laut Eisenbahnjournal Zughalt ausdrücklich von der rassistischen Aktion. Derzeit würden juristische Schritte beraten, um diese Kampagne zu unterbinden.

Geld vom System

Derzeit versucht die NPD in Baden-Württemberg verzweifelt mit irgendwelchen Aktionen Aufmerksamkeit zu erhaschen – immerhin stehen im kommenden Jahr die Landtagswahlen auf dem Programm – und da will die Partei mehr als ein Prozent reißen, um Geld aus der Wahlkampfkostenerstattung zu bekommen. Denn das Geld vom bösen System, das nehmen die Neonazis gerne.

Siehe auch: NPD träumt von der Achse Dresden-Magdeburg-Schwerin

9 thoughts on “„Kein Stüttgürt 21“: NPD will auf S21-Zug aufspringen

  1. Ist doch gut wenn die NPD sich engagiert und Unrecht hat sie ja nun nicht, das behauptet ja nicht mal Ihr.

    Ihr seid nur scheinbar grundsätzlich gegen die NPD, selbst wenn Sie sauberes Wasser fordern würde oder?

  2. Die NPD spricht wenigstens das an was sich keiner traut! Wenn die Presse oder die Medien nicht so gegen die NPD hetzen würde, würden auch mehr Leute dahinter stehen!

    Aber ich denke es wird nicht mehr lange so weitergehen…..

  3. @abschiebemann

    :-D, ja, die npd ist wirklich grad schwer im kommen. lang kann es nicht mehr dauern und sie zetteln einen volksaufstand an, 2013 werden sie dann als stärkste partei in den bundestag einziehen, nicht zuletzt aufgrund ihrer unbegrenzen finanziellen möglichkeiten und gründlich durchdachter politik.

  4. wenn die npd sauberes wasser fordern würde, weil sie sauberes wasser will, wäre das was anderes, als wenn die npd fordert, dass sauberes wasser her muss, weil sie sich profilieren will.

    die npd will nicht wirklich warmes wasser, sie will aufmerksamkeit (logo)

    andere parteien machen das genau so. logo. nur die sind nicht so menschenverachtend wie die npd.

  5. Torsten, die NPD ist grundsätzlich dagegen, was die aktuelle Politik gerade tut. Das ist ein ganz alter Hut, sich als Fundamentalopposition zu präsentieren – nur dass man einzig Rassismus als Lösung für alles anbietet. Darum sind wir grundsätzlich gegen die NPD.
    Und würden sich die Menschen über schlechtes Wasser aufregen, dann würde die NPD auch da behaupten, daran seien die Ausländer schuld. Wie vorhersehbar.

  6. War ja klar, dass die Braunis auf das Thema aufspringen würden. Auch dass sie für alles und jeden Volksentscheide fordern, liegt absolut im Trend.

    – Islam, Kopftuch, Minarette, Burkas
    – GEZ-Gebühren
    – Studiengebühren, Umstellung der Studiegänge auf Bachelor und Master
    – Kinderschänder
    – Schulreform in Hamburg
    – Abzug aus Afghanistan

    Das sind nur wenige der Themen, die die NPD in den letzten Jahren mehr sehr, sehr schlecht als recht zu beackern versucht hat oder nach wie vor beackert, nachdem sie zuvor schon von anderen gesellschaftlichen Gruppierungen und Parteien auf die Agenda gesetzt wurden.

    Meine Güte, was für Stümper und Populisten!

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