Statements der beteiligten Sozialen Netzwerke

Rechtsextreme sind in allen sozialen Netzwerken in Deutschland unterwegs und versuchen dort, ihre hasserfüllten, rassistischen, antisemitischen und menschenverachtenden Botschaften zu platzieren. Um dagegen ein Zeichen zu setzen, initiiert www.netz-gegen-nazis.de, das Informationsportal der Amadeu Antonio Stiftung und der ZEIT, die Kampagne „Soziale Netzwerke gegen Nazis“.

Die Idee: Die deutschsprachigen sozialen Netzwerke positionieren sich gegen Rechtsextremismus und vermitteln ihren demokratischen Userinnen und Usern, dass sie auf ihrer Seite sind. Die Kampagne läuft vom 11. Oktober bis 17. Oktober 2010 auf den beteiligten sozialen Netzwerken. Wir freuen uns sehr, dass wir 20 große und kleine soziale Netzwerke in Deutschland gewinnen konnten, sich gegen Rechtsextremismus zu positionieren. 

Die Netzwerkbetreiber machen deutlich: Wir wollen Neonazis keine Plattform bieten!
Die Netzwerkbetreiber machen deutlich: Wir wollen Neonazis keine Plattform bieten!

Dabei sind (in alphabetischer Reihenfolge): Bendecho.com, Clipfish.de, Ednetz.de, Fudder.de, Jappy.de, Kicker.de, knuddels.de, KWICK.de, MeineLeute.de, Spion-Netzwerk, MySpace.com, MyVideo.de, Schueler.cc, Spin.de, Stayfriends.de, Studentum.de, VZ-Netzwerke (SchülerVZ, StudiVZ, MeinVZ), Webcity.de, wer-kennt-wen.de, Youtube.

Im Kampagnenzeitraum vom 11. bis 17. Oktober 2010 machen die sozialen Netzwerke mit Bannern und Buttons auf ihren Seiten auf die Kampagne aufmerksam, unterstützen sie durch Gruppen oder Profile zum Thema und berichten über die Kampagne und warum sie daran teilnehmen, in ihren redaktionellen Teilen. 

Soziale-Netzwerke-gegen-Nazis.de 

Dazu gibt es die Kampagnen-Internetseite www.soziale-netzwerke-gegen-nazis.de, auf der alle beteiligten sozialen Netzwerke beschreiben, warum sie sich gegen Rechtsextremismus auf ihren Plattformen engagieren, was sie konkret tun, um Rechtsextremen den Spaß zu verderben und wie nicht-rechte Userinnen und User sie  unterstützen können.

Auf www.soziale-netzwerke-gegen-nazis.de gibt es außerdem das Logo und die Banner der Kampagne zum Herunterladen. Userinnen und User von Web 2.0-Angeboten  sind eingeladen, die Kampagne zu unterstützen, indem Sie das Logo im Kampagnenzeitraum (oder darüber hinaus) als Profilbild verwenden. Website-Betreiber können die Idee der Kampagne weitergeben, indem sie Banner oder Logo einbauen und verlinken. 

Statements der beteiligten Sozialen Netzwerke

 Dies ist ein Auszug. Die vollen Statements finden Sie unter www.soziale-netzwerke-gegen-nazis.de

Warum engagiert sich Ihr soziales Netzwerk gegen Nazis im Internet?

  1. Bendecho.com:

Aus tiefsten Herzen stehen wir für eine Welt ohne Rassismus, Fanatismus oder Diskriminierung ein. Rechtsextremismus soll und darf keinen Nährboden im Internet finden.

  1. 2.    Clipfish.de:

Als prominentes Videoportal und Unternehmen der Mediengruppe RTL Deutschland sind wir uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst – und unserer Pflicht, für ein friedliches Miteinander innerhalb der Community zu sorgen. Dieses Miteinander würde insbesondere durch diskriminierende Beiträge empfindlich gestört werden. Clipfish verweigert sich außerdem jeder extremistischen Gruppe oder Einzelperson als Plattform für Aufrufe, Hetzvideos o.ä.

  1. 3.    Ednetz.de:

ednetz.de bietet jedem die Möglichkeit, sich auf der Plattform mit anderen auszutauschen. Da dieses Angebot vor allem von jungen Menschen zwischen 16 und 25 intensiv genutzt wird, fühlen wir uns in der Pflicht, sie vor ideologische Manipulationen von Menschen zu schützen, die keine freiheitliche und gleichberechtigte Ideologie vertreten. ednetz.de ist für Freiheit und Gleichberechtigung jedes einzelnen – ganz gleich welcher Herkunft oder welchen Geschlechts.

  1. 4.    Fudder.de:

fudder steht für Offenheit. fudder steht für Vielfalt. fudder steht für Meinungsfreiheit und für Respekt vor der Meinung des anderen. fudder interessiert sich für Randgruppen und Minderheiten. Und fudder will bunt sein. Rechtsextremismus steht in einem grundsätzlichen Gegensatz zu all dem, was fudder wichtig ist. Dies akzeptieren wir nicht und sagen ganz deutlich: Das wollen wir nicht. Nazis haben auf fudder nichts zu suchen.

  1. 5.    Jappy.de

Das Selbstverständnis von Jappy ist folgendes: Unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Nationalität oder sozialem Hintergrund sollen bei Jappy alle Menschen miteinander kommunizieren können. Diskriminierende und extremistische Äußerungen werden nicht geduldet sondern streng geahndet. So wollen wir sicherstellen, dass die Jappy-Community ihre Werte Freundschaft, Toleranz, Spaß und Freiheit ungestört leben kann. (…) Der moralischen Verantwortung dürfte sich jeder Seitenbetreiber eines „sozialen Netzwerkes“ sehr wohl bewusst sein, und zwar nicht nur, wenn man medienwirksam einige Profile mit verfassungsfeindlichen Symbolen oder gar mit dem Namen bekannter Nazigrößen sperrt, sondern jeden einzelnen Tag. Auch wir bei Jappy sind uns unserer Verantwortung bewusst. Von daher ist unser Engagement gegen Nazis einfach nur logisch. Die immer wiederkehrenden Versuche, über soziale Netzwerke neue „braune Kameraden“ zu gewinnen oder bestehende Vernetzungen zu verfestigen sind uns einfach zuwider.

  1. 6.    Kicker online

Kicker online will durch das Engagement gegen Nazis verhindern, dass rechtsextreme User die Community-Plattform zu Propagandazwecken nutzen und rechtsextreme Inhalte verbreiten, um so ihr eigenes Netzwerk zu vergrößern.

  1. 7.    Knuddels.de

Knuddels.de möchte all seinen Nutzern ermöglichen, in familiärer, respektvoller und freundlicher Atmosphäre mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, sich mit diesen zu unterhalten und gegebenenfalls sogar neue Freundschaften zu schließen. Knuddels soll daher ein Ort der freundschaftlichen Begegnung mit anderen Menschen sein. Hass, Vorurteile und Diskriminierung stehen jedoch in direktem Gegensatz zu diesem Ideal. Daher können wir es nicht dulden, wenn versucht wird, rechte Propaganda über unseren Chat zu verbreiten, um junge Menschen zu manipulieren. Wer andere Menschen nicht mit Respekt behandelt, sondern aufgrund von Hautfarbe, Herkunft, Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung diskriminiert, kann keinen Platz bei Knuddels.de finden.

  1. 8.    KWICK!

Sozial bedeutet im ursprünglichen Wortsinn „gemeinsam“, „verbündet“. Ein soziales Netzwerk, das extremistisches Gedankengut duldet oder unterstützt und damit Ausgrenzung und Anfeindung fördert, darf sich eigentlich nicht sozial nennen. KWICK! grenzt nicht aus, sondern bringt Menschen zusammen, egal ob hell- oder dunkelhäutig, homo- oder heterosexuell, Christ oder Moslem. Wer damit nicht klar kommt, ist bei uns falsch und hat auch im Internet nichts zu suchen. Denn das Internet als „World Wide Web“ ist das Symbol schlechthin für Verständigung und Austausch ohne Grenzen. Kleingeistige Ewiggestrige sind hier falsch.

  1. 9.    Meineleute.de

Leider kommt es bei Freizeitportalen manchmal vor, dass Rechtsextreme die Plattform nutzen, um ihre Botschaften entweder sehr direkt, aber manchmal auch auf subtilem Weg, zu verbreiten. Wir von meineleute.de möchten unseren Mitgliedern eine Freizeitplattform bieten, auf der sie Spaß haben und auf der sie sich austauschen können, die aber Nazis keine Möglichkeit bietet, ihr rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten. Wir sind davon überzeugt, dass das Medium Internet ein großer Mehrwert ist, dass es aber Nazis keine Grundlage zur Verbreitung rechtsextremer Botschaften bieten darf.

10. MV-Spion / Spion-Netzwerk

Für eine starke Demokratie ist es wichtig, die Grundrechte aller Menschen zu wahren. Hierzu gehören Meinungsfreiheit, körperliche Unversehrtheit und Religionsfreiheit genauso wie die freie persönliche Entfaltung. Neonazis stehen mit ihren Ideologien, ihren Zielen und ihren Taten im direkten Widerspruch zu diesen Grundrechten. Wir unterstützen mit unserer Community gemeinschaftliches Zusammenleben im Internet wie im realen Leben. Diskriminierung und Rassismus haben in unserem Netz keinen Platz. MV-Spion.de ist „Kein Ort für Neonazis“.

11. MySpace

MySpace sieht sich in der Verantwortung, gegen rechtsextremistische Inhalte vorzugehen. Als weltweit auftretendes soziales Netzwerk bilden die Identifikation und die Vernetzung mit Inhalten und anderen Usern die Grundlage für die Kommunikation auf MySpace. Extremismus jeglicher Art, sei es von rechts, von links oder auch religiöser Färbung, der dem Gedanken der Verständigung unter den Usern unterschiedlichster Herkunft zuwiderläuft, ist mit den Grundgedanken von MySpace unvereinbar. Personen, deren Äußerungen menschenverachtend, rassistisch und diskriminierend sind, bietet MySpace daher keinen Platz. Insbesondere ist es unsere Aufgabe, die vielen jungen User vor dem Werben extremistischer Organisationen zu schützen, die die Plattform als Bühne für Ihre Propaganda missbrauchen wollen.

12. MyVideo

MyVideo versteht das Internet als öffentliches, diskriminierungsfreies, meinungsbildendes und Demokratie förderndes Medium, welches nicht für die Botschaften und Kampagnen rechtsradikaler oder fremdenfeindlicher Gruppierungen steht. Die Freiheit im Netz und im realen Leben darf nicht eingeschränkt oder einzelnen Menschengruppen, Hautfarben, religiösen Einstellungen oder Ethnien vorbehalten sein. Es ist uns ein ernstes Anliegen, jegliche dahin gerichtete Tendenzen auf MyVideo mit Hilfe unserer Nutzer und der Öffentlichkeit frühzeitig zu erkennen und schnellstmöglich solche Inhalte zu sperren. Auf MyVideo ist kein Platz für rechtsradikale Meinungen, Videos oder Nutzer.

13. Schueler.cc

Schueler.CC möchte dazu beitragen, dass Rechtsextremen die Möglichkeit genommen wird, sich im Internet zu präsentieren, sich hierüber zu vernetzen oder andere Personen zu beeinflussen. In Hinblick auf unsere Schüler Community ist dieser Aspekt als besonders wichtig einzustufen, da wir der Ansicht sind, dass vor allem die jüngeren Mitglieder unserer Gesellschaft vor rechtsradikalem Gedankengut und dessen Parolen geschützt werden müssen.

14. Spin.de

Wir tun uns ehrlich gesagt schwer, das irgendwie zu beantworten – dafür ist das einfach viel zu selbstverständlich für uns. Die immer noch vorhandene latente Fremdenfeindlichkeit vieler Menschen, egal welcher Nation, macht es Rechtsextremen einfach, gerade im Netz, viel zu leicht, auf vorhandene Stimmungen aufzuspringen, um ihr menschenverachtendes Weltbild zu propagieren und sich als die vermeintlich „sympathischere“ Alternative zu präsentieren, und das können wir einfach nicht unterstützen, indem wir nichts dagegen tun.

15. Stayfriends.de

StayFriends will alte Freunde wiedervereinen und Menschen zusammenbringen. Extremismus, Hass und Diskriminierung bewirken genau das Gegenteil. Wir möchten, dass unsere Nutzer bei uns eine sichere Umgebung vorfinden, in der sie sich mit Freunden austauschen können und wir wollen vermitteln, dass wir im Fall von Problemen auf ihrer Seite stehen.

16. Studentum.de

Rassismus, Fanatismus und Diskriminierung führen unweigerlich zu Leid, Unglück und Kriegen. Daher engagieren wir uns für ein weltoffenes Deutschland und gegen rechtsextremes Gedankengut.

17. VZ-Netzwerke (SchülerVZ, StudiVZ, MeinVZ)

Wir – die gesamten VZ-Netzwerke – stehen für Vielfalt und Offenheit. Für uns ist es deshalb selbstverständlich, Rechtsextremismus und Rassismus keinen Raum zu lassen. Als soziales Netzwerk sind wir Abbild der Gesellschaft und übernehmen Verantwortung. Unsere Position ist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und im „Verhaltenskodex“ fest verankert: keine rassistischen, diskriminierenden oder extremistischen Inhalte. Wir arbeiten seit Jahren aktiv mit starken Partnern wie Netz-gegen-Nazis und anderen gemeinsam daran, gegen rechts vorzugehen.

18. Webcity.de – die Community von Webmail.de

Die Präsenz von Nazis und die Verbreitung rechtsextremistischen Gedankenguts nehmen im Netz permanent zu. Insbesondere soziale Netzwerke bieten sich hierfür als Kanal und Medium an. Als Betreiber sehen wir uns nicht nur rechtlich sondern auch gesellschaftlich in der Verantwortung rassistischer Hetze und neonazistischer Propaganda keinerlei Nährboden zu bieten. Werte, die uns im Alltag wichtig sind sollen auch die Regeln im sozialen Netzwerk prägen. Nicht zuletzt aus diesem Grund positionieren wir uns klar gegen Rassismus und nationalistischen Hass, da beides Gift wäre für ein friedvolles, tolerantes und respektvolles Miteinander.

19. Wer-kennt-wen

Das Thema liegt uns am Herzen und ist uns sehr wichtig. Wir möchten darauf aufmerksam machen und unsere Nutzer stärken, sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einzusetzen – auf wer-kennt-wen.de und im realen Leben. Deshalb engagieren wir uns gegen Nazis – auch im Internet.

20. YouTube

YouTube ist eine Videoplattform, die täglich von Hunderten Millionen von Internetnutzern zur Kommunikation und Information genutzt wird. Leider kann bei YouTube ebensowenig wie bei anderen Internet-Plattformen oder Online-Kommunikationswegen nicht ausgeschlossen werden, dass einige wenige die Plattform missbrauchen wollen und problematische oder unzulässige Inhalte einstellen. YouTube ist sich seiner Verantwortung in Bezug auf das Entfernen illegaler Inhalte auf seiner Plattform und seiner sozialen Verantwortung als weltweit größte Videoplattform bewusst. Neben dem sofortigen Entfernen von rechtsextremistischen und illegalen Inhalten nach Kenntnisnahme auf seiner Videoplattform, engagiert sich YouTube in verschiedenen Formen aktiv gegen Rassismus und Rechtsextremismus.