Babic-Prozess: Mitangeklager ist bei der Jungen Union

Erstaunliche Neuigkeiten vom Prozess gegen den NPD-Funktionär Safet Babic. Einer der Mitangeklagten ist nach Angaben des Trierschen Volksfreunds bei der CDU-Nachwuchsorganisation „Junge Union“ organisiert. Babic und zwei weitere Männer stehen wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Trier. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Männern vor, im Mai 2009 einen Mann, der zuvor Wahlplakate der NPD in der Trierer Innenstadt abgerissen hatte, krankenhausreif geschlagen zu haben. Zu diesem Vorwurf hat der 24-Jährige JUler laut TV bisher geschwiegen. Als er zum Prozessbeginn Angaben zu seiner Person machte, hat er betont: „Ich gehöre nicht der NPD, sondern der Jungen Union Koblenz an.“

„Kennen uns von der Uni“

Die NPD-Zeitung "Pro Trier" - verantwortlich: Safet Babic (Screenshot)
Die NPD-Zeitung "Pro Trier" - verantwortlich: Safet Babic (Screenshot)

Aus den Aussagen Babics und des dritten Angeklagten ging dem Bericht zufolge bisher klar hervor, dass sich Babic am besagten Abend im Mai 2009 vor dem Angriff auf den Plakatabreißer mit einer NPD-Gruppe getroffen hatte, um in Trier Plakate für den Kommunalwahlkampf aufzuhängen. Hier sei der 24-Jährige aus Koblenz, welcher zum CDU-Nachwuchs gehört, mit dabei gewesen. Über seine Gründe dafür hat er noch nicht gesprochen. Babics Erklärung: „Wir kennen uns von der Uni Trier.“

Die JU will indes abwarten, ob sie den NPD-Unterstützer aus der Partei ausschließen will. Warum aber ein aktives Mitglied der Jungen Union einer Gruppe von NPD-Anhängern ihrer Wahlplakate hilft? Diese Frage könne die Vorsitzende der JU Koblenz, Julia Kübler, zurzeit noch nicht beantworten, schreibt das Blatt weiter. „Laut den Richtlinien der Jungen Union kann ein Mitglied ausgeschlossen werden, wenn es andere politische Parteien oder Gruppierungen öffentlich durch Aussagen oder Hilfleistungen unterstützt“, so Kübler. „Wir werden den Fall zuerst genau prüfen und natürlich auch den weiteren Verlauf des Prozesses vor dem Landgericht Trier abwarten.“

Parole: Schlagt zurück!

Für den NPD-Wahl”kampf” hatte Babic übrigens in einem Video das Wahlkampfmotto “Schlagt zurück” ausgegeben. Zuletzt hatte sich der Landesvize in Rheinland-Pfalz öffentlich an der Strategiedebatte der NPD beteiligt und die schlechten Wahlergebnisse der NPD hauptsächlich auf externe Faktoren geschoben.

Siehe auch: Hauptverfahren gegen NPD-Funktionär eröffnet, NPD-RLP bestätigt abgesetzte Landesvorsitzende Armstroff

8 thoughts on “Babic-Prozess: Mitangeklager ist bei der Jungen Union

  1. Das eigentlich schockierende ist doch, dass JU-ler sich inzwischen schon mit dem Ausländerpack verbrüdern. Babic hört sich zumindest nicht sehr Deutsch an…

  2. Um klar zu stellen, dass mein letzter Kommentar eine ironische Aufbereitung, der mich nicht sonderlichen überraschenden Tatsache ist, dass es in der JU vielleicht den ein oder anderen recht braunen Gesellen gibt, möchte ich noch ein „;-)“ kaufen…

  3. Man darf hier Ursache und Wirkung nicht verwechseln. Zuerst wurde eine Sachbeschädigung fremden Eigentums mit dem Abreißen von Plakaten begangen….

    Anm.: (und dann darf man natürlich diese Person zu Dritt krankenhausreif prügeln, das erklärt alles…)

  4. Dazu vielleicht folgende Information: die Klage gegen die 3 sogenannten „Plakatabreißer“ ist fallengelassen worden. Es konnten nicht genügend Anhaltspunkte gefunden werden, die die 3 Personen mit den leichten Sachbeschädigungen in Verbindung hätten bringen können.
    Soviel zum unqualifizierten Kommentar von „Demokrat“ …

  5. Der obige Kommentar stammt nicht von mir. Ich bin mit dem Tatbestand des §303 StGB sehr gut vertraut. Insbesondere würde so eine Tat, selbst wenn sie vollendet wäre, niemals als Rechtfertigungsgrund für eine gefährliche Körperverletzung herhalten können.

Comments are closed.