Crowdsourcing: Nur vereinzelte Hinweise auf NPD-Werbung?

NPD-Werbung auf Welt-Online: Eingesehen am 20. Oktober 2009

Der Bundesregierung liegen nach eigenen Angaben nur vereinzelte Hinweise vor, wonach es der NPD gelungen ist, über den Google-Werbedienst in Onlineanzeigen seriöser Zeitungen Werbung zu platzieren.

Bewerkstelligt wird dies mittels programmgesteuerter automatisierter Kopplung an bestimmte, in Beiträgen enthaltene Schlagworte. Diese Schlagworte können auch in kritischer Berichterstattung enthalten sein. Durch die Verwendung einer entsprechenden Software kann das Aufblenden der Werbung unterbunden werden. Diese Filterfunktion kann sowohl vom einzelnen Internetbetreiber als auch vom individuellen Nutzer aktiviert werden. Seitens der von Online-nachrichtendiensten betriebenen Internetseiten, wie zum Beispiel Welt Online
sei dies zwischenzeitlich auch erfolgt, so die Bundesregierung auf eine mündliche Anfrage SPD-Abgeordneten Peter Friedrich.

Er hatte sich danach erkundigt, wie die Bundesregierung bewerte, dass rechtsextreme Gruppierungen wie die NPD vermehrt über Google-Anzeigen in den Onlineangeboten von Tageszeitungen und Blogs werben – so unter anderem mit den Worten „Kostenlos objektiv über die NPD informieren“. Friedrich wollte wissen, ob vonseiten der Bundesregierung rechtliche Schritte geplant seien, um diese Praxis zu unterbinden.

Gemeinsame Online-Recherche

Nachtrag: Wer auf NPD-Werbung auf Zeitungsseiten oder anderen vermeintlich seriösen Angeboten stößt – bitte einen Screenshot anfertigen, mit Uhrzeit und Datum sowie genauer URL an NPD-BLOG.INFO schicken – und dann schauen wir mal, ob es sich um Einzelfälle handelt. Email: npd[minus]blog[punkt]info[ät]email[punkt]de

Wikipedia: Crowdsourcing

Siehe auch: Google Ads: Klick nach rechtsDas Internet – Projektionsfläche des Bösen, Immer dieses Internet! Google vs Android-App-Adolf, Wegen des großen Erfolgs – NPD 2.0 legt nach, Revolution im Web: Hier kommen die Nazis 2.0, “Damit hilft Google der NPD”, Nazis & sex sell: NPD-Spenden über 0900-Nummern

7 thoughts on “Crowdsourcing: Nur vereinzelte Hinweise auf NPD-Werbung?

  1. Mir aber begegnet diese NPD-Propaganda auf Google tagtäglich, und sie nervt mich ziemlich.

    Zum Beispiel geben Sie mal bei Google Earth „Laucha“ zum Anfliegen an. Das ist der Ort in Sachsen-Anhalt, der in den vergangenen Monaten mit einem antisemitischen Schläger und seinem NPD-Ziehvater sowie den diesbezüglichen Täuschungs- und Ablenkungsversuchen der örtlichen Honoratioren bundesweit Schlagzeilen gemacht hat.

    Selbstverständlich wird der Ort zuverlässig angeflogen. Und gratis gibt es eine Anzeige von der NPD-Fraktion im Kreistag vom Burgenlandkreis mit der Beschriftung „Die Wahrheit finden Sie hier!“. Und schon ist die propagandistische Hetze nur noch einen Klick entfernt.

    Aber das ist wohl nur einer dieser „vereinzelten Hinweise“. Und außerdem zählt Google Earth ja nicht zu den „Onlineangeboten seriöser Zeitungen“. Und überhaupt ist die Bundesregierung ja viel zu sehr mit der pauschalen Verdächtigung zivilgesellschaftlicher Akteure beschäftigt, die sich im realen Leben dem rechten Mob entgegenstellen. Und wenn die erst mal zermürbt sind, dann regt sich auch keiner mehr über die rechte „Werbung“ in der virtuellen Welt auf.

  2. @robocop: Aber es ist doch interessant, welche „Schlag“wörter sich die NPD für ihre Google-Ads wählt…

  3. und bitte: wenn ihr euren brechreiz im griff habt: draufklicken. das kostet den käufer der werbung, in diesem fall die npd, geld.

    ich könnte mir sogar vorstellen, dass so etwas schon einmal automatisiert wurde.

    .~.

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