Überfall auf NPDler in Frankfurt am Main

Vor einer Gaststätte in der Herxheimer Straße in Frankfurt am Main ist es am 27. September 2010 um 21.55 Uhr zu Sachbeschädigungen und Angriffen gegen Teilnehmer einer NPD Kreisverbandssitzung gekommen. Fünf Personen, die an der Sitzung teilgenommen hatten, waren nach Polizeiangaben auf dem Weg zu einem geparkten Fahrzeug, als einer aus der Gruppe bemerkte, dass sich jemand am Hinterrad seines Autos zu schaffen machte. Plötzlich kamen den Angaben zufolge aus Gebüschen und hinter parkenden Fahrzeugen etwa 12 bis 15 Personen hervor, die auf die fünfköpfige Gruppe zuliefen und diese mit Schlägen und Tritten angriffen. Dabei setzten die Angreifer auch Reizgas und Schlagstöcke ein.

Die angegriffenen Personen erlitten laut Polizeiangaben Platzwunden im Gesicht, Abschürfungen sowie Verletzungen im Kopf- und Hüftbereich. Ein 84-jähriger Mann musste wegen seiner Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die restlichen Geschädigten wollten selbstständig Ärzte aufsuchen, um sich behandeln zu lassen.

An zwei dort geparkten Fahrzeugen wurden einmal zwei sowie am anderen Fahrzeug drei Reifen zerstochen. Die Angreifer waren komplett dunkel gekleidet und hatten ihre Gesichter mit Schals und Tüchern verdeckt. Im Zuge der sofort eingeleiteten Fahndung der Polizei konnten im Bereich Kirchplatz zwei Personen in einem Fahrzeug angehalten und kontrolliert werden. Die beiden 22 und 24 Jahre alten Männer aus Frankfurt am Main hatten Pfefferspray, Schals und mehrere Jacken im Auto. Sie wurden vorläufig festgenommen und nach erkennungsdienstlicher Behandlung wieder entlassen. Inwieweit der Auseinandersetzung eine politische Motivation zu Grunde liegt, ist ebenfalls Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen.

Alle Meldungen aus Hessen.

6 thoughts on “Überfall auf NPDler in Frankfurt am Main

  1. Ohne eine Urteil vorwegnehmen zu wollen. Hierbei handelt es sich meiner Meinung nach um mehrfache gefährliche Körperverletzung nach §224 StGB (mittels gefährlicher Gegenstände, hinterlistiger Überfall, gemeinschaftlich). Insbesondere das hohe Alter eines Opfers sollte berücksichtigt werden.
    Dies ist nicht die Art und Weise wie man mit Mitbürgern umgehen sollte, auch wenn sich deren politische Einstellung konträr zur eigenen verhält.
    Unrecht und Unrecht ergibt kein Recht!

  2. Genau deswegen mag ich bestimmte Aktivisten aus dem ganz linken Spektrum nicht. Die machen sich mit ihren Methoden nicht nur mit ihren Gegnern gemein, sondern liefern denen auch noch frei Haus eine scheinbare Begründung für eine weitere Eskalation der Gewalt.

    Wie soll man denn bitteschön das Recht auf körperliche Unversehrtheit einfordern und durchsetzen, wenn man es selbst nicht respektiert? Vor allem ist das Bild in der Öffentlichkeit, das daraus entsteht, verheerend. Setzt man sich gegen Nazis ein, wird man vielerorts inzwischen automatisch einem konkurrierenden Schlägertrupp zugeordnet und die Sachargumente verhallen deswegen ungehört. Und wenn sich die Nazis dann ein wehrloses Opfer greifen, wird das noch mehr stigmatisiert. Wird wohl ein (implizit gewalttätiger) Linksextremist gewesen sein, die sind ja alle gleich. Selber schuld.

    Ehrlich gesagt wünsche ich mir für die Bestrafung der Täter, so man sie denn überführen kann, genau die gleiche Härte, die ich auch bei Nazi-Schlägern wünsche. Und bitte bei entsprechendem Nachweis noch einen Extra-Schlag obendrauf für die „politische“ Motivation, die nach Sachlage naheliegend erscheint.

  3. Richtig, Gewalt kann kein Mittel fuer verfassungstreue Aktivisten sein.

    Das Problem ist halt, dass nicht jeder verfassungstreu ist :/

  4. In den Weg setzen = Ja, Gewalt = Nö

    „Und wenn sich die Nazis dann ein wehrloses Opfer greifen, wird das noch mehr stigmatisiert. Wird wohl ein (implizit gewalttätiger) Linksextremist gewesen sein, die sind ja alle gleich. Selber schuld.“

    …genau.

  5. Leider liefert so etwas dem Prinzip Vorschub, dass sich bei Demonstrationen gegen Nazis Bürger immer gegen „linke Chaoten“ abgrenzen und Links mit Rechts gleichsetzen. Dadurch entsteht mehr Schaden als Nutzen, weil es zur Spaltung der Nazi-Gegner kommt. Es tut mir um die Nazis nicht leid, aber im Endeffekt war diese Aktion sinnlos, weil es dadurch keinen Nazi weniger auf der Welt gibt.

  6. Die NPD schreibt nach dieser Steilvorlage genüsslich:

    Der NPD-Stadtverordnete und stellvertretende Kreisvorsitzende Jörg Krebs: „Es kann nicht sein, daß eine im Rathaus vertretene Partei in Frankfurt nicht ungestört Versammlungen durchführen kann, ohne, daß ihre Anhänger Gefahr laufen, von vermummten und bewaffneten Kriminellen aus dem Hinterhalt überfallen zu werden. In diesem Zusammenhang fordere ich den Ordnungsdezernenten und vor allem den hessischen Innenminister auf, für die Sicherheit friedlicher und unbescholtener Bürger zu sorgen und dem kriminellen Treiben der extremen Linken in Frankfurt Einhalt zu gebieten“, erklärte Krebs abschließend.

    Jörg Krebs, der wahre, gute, aufrechte, stramme… dieser empörte und „friedliche und unbescholtene“ Jörg Krebs, welcher „vermummte und bewaffnete Kriminelle“ so sehr hasst, wurde übrigens 2007 bekannt durch ein Foto, das ihn in einem „Werwolf“-T-Shirt zeigt.
    Die Aufgabe der Werwolf-Kämpfer um 1945 bestand darin, Nazi-Gegner zu ermorden, wie zum Beispiel den ersten Aachener Nachkriegsbürgermeister Franz Oppenhoff. Angeführt wurde die Truppe von dem SS-General Prützmann. Eine offizielle Schulungsschrift der „Werwölfe“ mit dem Titel „Werwolf – Winke für Jagdeinheiten“ wurde nach 1945 im Kreis brauner Terroristen immer wieder aufgelegt.

    http://antinazi.wordpress.com/2007/02/15/der-werwolf-verehrer-und-frankfurter-stadtverordnete-joerg-krebs-npd-kein-nazi

    Da hat sich mal wieder sehr qualifiziertes Personal aus der NPD gemeldet.

Comments are closed.