Kameradschaft „FN Mitte“ löst sich auf

Die „Freien Nationalisten Berlin Mitte“ haben sich nach eigenen Angaben selbst aufgelöst. Dies gelte „ab sofort“, verkündete die Kameradschaft laut taz auf ihrer mittlerweile gesperrten Homepage. Zuvor hatte es einem Bericht der taz zufolge eine Razzia gegen ein Mitglied der Gruppe gegeben. Die Polizei bestätigte dem Blatt eine richterlich angeordnete Hausdurchsuchung gegen eine Einzelperson aufgrund des Verdachts einer Sachbeschädigung. Dabei seien auch „Beschlagnahmungen“ erfolgt, so ein Sprecher den Angaben zufolge. Die Innenverwaltung bekräftigte „Hinweise auf eine Auflösung der Gruppierung“.

Parkbankterror in Berlin: AREA FNBM (Foto: Martin Sonnenburg)
Parkbankterror in Berlin: AREA FNBM (Foto: Martin Sonnenburg)

Die FN Mitte hatte sich laut taz Anfang 2010 im Wedding gegründet. Sie trat aktionistisch auf: rechtsextreme Sprühereien, Flugblattaktionen, Teilnahmen an Szene-Demos und ein versuchter, bewaffneter Angriff auf einen alternativen Jugendclub in Weißensee. Noch vor einer Woche besuchten Mitglieder die NPD-Kundgebung in Schöneweide. Der Verfassungsschutz rechnet der FN Mitte 10 bis 15, meist junge männliche Mitglieder zu. Diese zeigten eine „revisionistische, system- und fremdenfeindliche Gesinnung“ und seien gewaltbereit.

Wiederholt hatten Antifagruppen gegen die FN Mitte demonstriert. Auch Mittes Bürgermeister Christian Hanke (SPD) wandte sich gegen die Gruppe. „Die antifaschistische Arbeit hat die Akteure der FN Mitte in die Öffentlichkeit gezerrt“, sagte ein Sprecher der Antifaschistischen Linken Berlin. „Die Auflösung wäre ein Erfolg dieser Arbeit.“ Im November 2009 war bereits der „Frontbann 24“ verboten worden, 2005 die Berliner Alternative Süd-Ost und die KS Tor.

Siehe auch: Schattenbericht der Hauptstadt: Berliner Zustände, Angriff auf Polizisten am 1. Mai: Neonazi verurteilt, Verbot von “Frontbann 24″ bestätigt, Hintergrund: “Frontbann 24″