Einzeltäter oder Braune Armee Fraktion?

Es war das blutigste Attentat in der Geschichte der Bundesrepublik. Vor 30 Jahren riss eine Bombe auf dem Oktoberfest 13 Menschen in den Tod und verletzte mehr als 200 – teilweise schwer. Bis heute glauben viele nicht, dass ein einzelner Rechtsradikaler aus persönlichem Frust die Tat beging.

Von Patrick Gensing

Gedenkstein für die Opfer des Neonazi-Anschlags (Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Muenih)
Gedenkstein für die Opfer des Neonazi-Anschlags (Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Muenih)

Mehrere Geschädigte hatten in den vergangenen Jahren immer wieder versucht, eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zum Terroranschlag auf das Oktoberfest zu erreichen. Zudem unternahmen die Grünen im Bundestag einen Vorstoß, um die Hintergründe des Attentats doch noch aufzuklären. Sie legten der Bundesregierung einen ausführlichen Fragenkatalog vor, in dem es vor allem auch darum ging, ob die deutschen Geheimdienste von den Vorbereitungen der Tat gewusst haben.





„Zu gegebener Zeit“

Die Bundesregierung antwortete, das Buch “Die Oktoberfest-Bombe – München, 26. September 1980 – Die Tat eines Einzelnen oder ein Terror-Anschlag mit politischem Hintergrund” von Tobias von Heymann, auf das sich die Grünen bezogen, enthalte keine Anhaltspunkte oder Beweismittel, die Anlass geboten hätten, die Ermittlung von Amts wegen wieder aufzunehmen. Eine “zur Abrundung dieser Beurteilung” beabsichtigte Auswertung der bei der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR archivierten Dokumente, auf die das Buch verweise, erfolge zu “gegebener Zeit”, schreibt die Bundesregierung.

Während also in Sachen RAF-Terror weiterhin intensiv ermittelt wird, wurden bei dem Oktoberfest-Attentat sogar Beweismittel bereits vernichtet. So heißt es in der Antwort der Bundesregierung:

Das Verbot der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ und das Attentat auf das Münchner Oktoberfest im Jahr 1980 liegen bereits fast 30 Jahre zurück. Einige der an den Vorgängen beteiligten Bundesbehörden haben ihre Akten aufgrund vorgegebener Archivfristen zwischenzeitlich an das Bun- desarchiv abgegeben oder vernichtet.

Bei der Bombenexplosion waren am 26. September 1980 an einem Eingang des Oktoberfestes 13 Menschen getötet worden, fast 200 Menschen wurden schwer verletzt. Als einziger Täter wurde der rechtsgerichtete Student Gundolf Köhler ausgemacht, der bei dem Attentat selbst umkam. Mehrere Zeugen hatten jedoch ausgesagt, sie hätten mögliche Mittäter gesehen. Direkt nach dem Anschlag hatte der CSU-Chef Fran-Josef Strauß gemutmaßt, es habe sich um einen Anschlag von links gehandelt.

Den Ermittlungen zufolge handelte es sich bei dem Sprengkörper um eine Mörsergranate, die mit dem Sprengstoff TNT gefüllt und zur Tarnung in einen Feuerlöscher gelegt worden war. Der verbliebene Freiraum in dem Feuerlöscher war mit Nägeln und Schrauben gefüllt worden, die bei der Explosion als Geschosse durch die Gegend flogen und dadurch die zerstörerische Kraft der Bombe verstärkten.

 

Siehe auch: Oktoberfest-Attentat: Regierung sieht keine neuen Beweismittel, Oktoberfest-Attentat soll neu untersucht werden

9 thoughts on “Einzeltäter oder Braune Armee Fraktion?

  1. Was gibt es den überhaubt für Beweise das dieser Gundolf Köhler der Attentäter war und warum hätte den ein Nationaler einen Grund eine Bombe auf dem Oktoberfest zu zünden ???

  2. # Ulrich Chaussy: Oktoberfest. Ein Attentat. Luchterhand Literaturverlag, 1985, ISBN 3630880223
    # Tobias von Heymann: Die Oktoberfest-Bombe. Nora Verl.-Gemeinschaft, 2008, ISBN 978-3-86557-171-7

    Lesen bildet. Auch in der Bundesrepublik Deutschland 😉

  3. Oh ja, das war bestimmt auch die RAF. Oder Maoisten. Vielleicht die NSA?
    Verwirrter EInzeltaeter ohne politischen Hintergrund?
    Gar eine False Flag der unlegitimierten BRD-Bestatzungsmaschinerie?
    Kohl in Vorbereitung der Machtuebernahme?

  4. @ anti-brd: was es für gründe gegeben hat, dass neonazis bomben auf volksfesten zünden? ein blick nach italien, nach mailand und bologna würde ihnen helfen. dort zündeten u.a. neonazis bomben um die stimmung im land „anzuheizen“, damit die sehnsucht nach autoritären struckturen wächst, allgemein bekannt als „strategie der spannung“.
    @ww: also nicht nur nazis auch nationale hätten demzufolge ein grund bomben zu schmeissen.

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