Neonazis als Security-Personal bei LVB-Familientag

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Am Sonntag, den 19. September 2010 hat auf dem Sportgelände „Neue Linie“ der 2. LVB-Familientag stattgefunden. Unter dem Motto „Bunte Vielfalt“ mobilisierten die Leipziger Verkehrsbetriebe zu einem Tag bei welchem „zahlreiche Aktionen und Stände Groß und Klein zum mitmachen einluden [1]“. Doch Personen die diese Vielfalt nicht verkörperten sorgten an diesem Tag für den „reibungslosen“ Ablauf der Veranstaltung. Bei zwei der eingesetzten Security handelt es sich um die bekannten Neonazis Tommy H. aus Leipzig und Michael W. aus Wurzen. Das berichtet die „Leipziger Recherchegruppe“.

 Tommy H. kommt demnach aus dem Umfeld der Leipziger Jungen Nationaldemokraten, der Nachwuchsgruppierung der NPD. Der wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestrafte Neonazi sei sich dabei auch nicht zu schade sich zusammen mit Hooligans des 1.FC Lokomotive Leipzig gegen andere Hooligans zu prügeln.

Auch Michael W. entstammt den Angaben zufolge der rechtsradikalen Szene aus Sachsen, so war er unter anderem an den Naziübergriffen auf Spiele des Roten Stern Leipzigs am 25.10.2009 in Brandis und am 12.05.2010 in Schildau beteiligt. Wegen ersterem wird gegen W. noch immer wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, weiterhin gilt er laut Polizei als „bekannter rechter Schläger.“

„Dass Personen, welche ein so großes Maß an Gewalt verkörpern, bei einem Familienfest von der LVB mitarbeiten, ist dabei nicht akzeptabel“, kommentiert die Recherchegruppe. „Damit zeige man „erneut, dass Neonazis ein aktiver Teil dieser Gesellschaft werden wollen und gerade gewalttätige Neonazis ihre berufliche Perspektive in der Sicherheitsbranche sehen“, sagte Hannah Baumann, Sprecherin der Leipziger Recherchegruppe. „Damit erscheinen die Leipziger Verkehrsbetriebe, welche auch Präventionskurse gegen Gewalt in Straßenbahnen und Bussen anbieten [2], in einem anderen Licht“, führte sie fort. Sie forderte daher „eine sofortige Konsequenz aus diesem Vorfall“ und hoffe, dass die LVB die Zusammenarbeit mit der zuständigen Securityfirma einstelle. „Bunte Vielfalt bedeutet nicht, dass man die Mitarbeit von Neonazis tolerieren muss. Die Leipziger Verkehrsbetriebe sollten sich dies vor Augen halten, gerade bei einem sogenannten Familientag“, sagte Hannah Baumann abschließend.

[1] Pressemitteilung der LVB vom 16.09.2010, http://www.lvb.de/wir_ueber_uns/presse/2,2,YTo0OntzOjc6ImNvbW1hbmQiO3M6MTA6InNob3dEZXRhaWwiO3M6NjoiZW50aXR5IjtzOjQ6IjEwODkiO3M6NzoicXVhcnRlciI7czoxOiIzIjtzOjQ6InllYXIiO3MNDoiMjAxMCI7fQ%3D%3D

[2] „Projekt gegen Gewalt und Zerstörung inkl. Bus- und Bahntrainig“ der LVB: http://www.lvb.de/wir_ueber_uns/projekte

17 thoughts on “Neonazis als Security-Personal bei LVB-Familientag

  1. Danke für die ganzen Links, kenne aber die Geschichte von T.S.

    Auch wenn Marken von rechten bevorzugt getragen werden und wie auch im Fall von T.S. gezielt in der rechten Szene vermarket werden so sagt das meiner Meinung nicht immer etwas über die politische Gesinnung seines Trägers aus.

    Ich kann sowas nicht tragen, da ich sonst mit meiner Glatze immer für einen rechten gehalten werde der ich ja garnicht bin. Ich trage Esprit und S.Oliver und ähnliches.

    Hoffe mit diesen Marken wir nichts verbunden.

    Gruß Daniel

  2. okay ! allso mal zum klar stellen ihr seit allso alle noch der meinung das thor steinar eine rechte marke ist??

    informieren tut ihr euch auch alle recht gut auf den linken plattformen! XD

    Allerdings geb ich mal denjenigen die thor steinar für eine nazi marke halten einen guten tipp!!!!! INformiert euch mal anständig in der szene!!

    Thor steinar wird von welchen wie entschuldigt mich bitte aber von welchen wie euch als nazi marke bezeichnet!! allerdings in der szene die das ganz für sehr ernst nehmen ist thorsteinar eine verräter marke !da der ehemalige besitzer von T.S in der rechten szene großes geld gemacht hat und jetz die firma T.S nach Dubai verkauft hat!! und sich jetz nen fetten macht!!

    und das zählt zu hochverrat!!

    allerdings ist es richtig das ich sag mal zu 80% derjenigen die TS tragen als nazis abgestempelt werden!! viele gehören auch zu denrechten !aber net alle..viele tragen T.S auch weils ihn gefällt!!
    PS: Erik udn sohn ist wieder ne ganz andere welt!

    Gruß Ille

  3. § 86a
    Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen

    (1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
    1. im Inland Kennzeichen einer der in § 86 Abs. 1 Nr. 1, 2 und 4 bezeichneten Parteien oder Vereinigungen verbreitet oder öffentlich, in einer Versammlung oder in von ihm verbreiteten Schriften (§ 11 Abs. 3) verwendet oder
    2. Gegenstände, die derartige Kennzeichen darstellen oder enthalten, zur Verbreitung oder Verwendung im Inland oder Ausland in der in Nummer 1 bezeichneten Art und Weise herstellt, vorrätig hält, einführt oder ausführt.

    (2) Kennzeichen im Sinne des Absatzes 1 sind namentlich Fahnen, Abzeichen, Uniformstücke, Parolen und Grußformen. Den in Satz 1 genannten Kennzeichen stehen solche gleich, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sind.

    (3) § 86 Abs. 3 und 4 gilt entsprechend.

  4. Aus einem ER Artikel:

    „Demnach genüge es nicht, wenn der Mieter „Thor Steinar“ als Marke in seinem Sortiment bloß aufliste, es sei darüber hinaus erforderlich, den Vermieter auch über den gesellschaftlichen Stellenwert der Marke und etwaige Auseinandersetzungen zu informieren.“

    Das Gericht argumentiert sogar mit dem besonderen gesellschaftlichen Stellenwert der Marke Thor Steinar. Gemeint ist dabei nicht, dass die Marke unter den Neonazis zwar extrem häufig getragen wird, sie die Kleidung aber eigentlich ablehnen?!? Außerdem sind die Neonazis mit dem Urteil „Hochverrat“ sowieso extrem schnell bei der Hand. Das Sie hier in gebrochenem Deutsch Außenstehende informieren ist sicher auch Hochverrat! 😉 Der Volksgerichtshof wird Sie aburteilen! Danach werden sie gehängt, vergiftet, erschossen, gevierteilt, wiederbelebt und erneut erschossen 😀

  5. @Daniel

    Es wird ne` Menge Jugendliche geben, die „Steinar“ lediglich tragen, da die Outdoor-Marke einfach gut aussieht; dennoch wird jeder der die Marke trägt und/oder bei Anderen sieht, eine gewisse „Assoziation“ haben bzw. die Klamotten zuordnen. – Es ist eben, gerade bei T.S. aus Zeesen (Brandenburg), kein Zufall gewesen, dass u.A. die eingewebte Norwegische Flagge – auf wenige Meter Entfernung – nicht mehr von der „Reichskriegsflagge“ (1935-1945) zu unterscheiden war.

    Das Problem, oder besser geschrieben „die Provokation“, der Leipziger Verkehrsbetriebe liegt darin (sofern @Biber`s Angaben stimmen), auf die Leipziger oder auf Touristen Kontrolleure los zu lassen, bei Denen man ein „mulmiges“ Gefühl bekommt. – Somit stünden die LVB (als Firma) ziemlich Scheisse dar …
    Ich kann also @Biber vollkommen verstehen.

    Und deine „Billard-Murmel“ ist eigentlich Wurscht, und mit „Esprit“ und „S.Oliver“ verbinde ich nur Eines (oder Zweies?): Teuer und sportiv … 😉

    Da ist mein „SURPLUS M65 Jacket Regiment“ billiger gewesen, wobei ich schmunzelnd anmerken muß, dass ich die Klamotte natürlich nicht nur trage, weil es ebenfalls eine praktische „Outdoor“-Jacke ist.

    Kleider machen eben Leute. – Was ich bei mir aber ausschließen kann, da ich meine Jacke kaum über die Löffel kriege. :)

  6. „…wobei ich schmunzelnd anmerken muß, dass ich die Klamotte natürlich nicht nur trage, weil es ebenfalls eine praktische “Outdoor”-Jacke ist. “

    Im Wald macht sie auch unsichtbar 😀

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