NPD-NRW: „Landes-Vollpfosten“ im Amt bestätigt

Die NPD in Nordrhein-Westfalen hat nach eigenen Angaben ihren Vorsitzenden Claus Cremer wiedergewählt. Während es allerdings in der Mitteilung der Partei heißt, die Wahl und die ganze Veranstaltung sei supi-schnafte verlaufen, klingt dies in einem anderen Bericht „etwas“ anders. So schreibt die „Kameradschaft Aachener Land“, der Parteitag sei „selbst in nationalen Kreisen kaum beachtet“ worden. Die NPD NRW erziele nur noch „spärliche Auβenwirkung und sieche dahin“. Und dann wird auf diesen Siechenden LV eingetreten:

Auf diesem glanzlosen Parteitag wurde ein neuer Landesvorstand gewählt sowie ein Überblick über die zurückliegenden Aktivitäten des Landesverbandes propagiert und die eingebrachten Anträge der Kreisverbände behandelt – oder besser gesagt abgehandelt.

Laut einer offiziellen Mitteilung auf der Netzseite des Landesverbandes versammelten sich in Oberhausen “100 Delegierte und Gäste, um die Weichen der Partei für die nächsten 2 Jahre zu stellen”. Mit “groβer Mehrheit” soll der bisherige Landesvorsitzende Claus Cremer wiedergewählt worden sein, vermeldet der Parteitagsbericht gleich in seiner Einleitung voller Stolz. Verschwiegen wird dabei wohlwissentlich, daβ “Karriere-Cremer” als einziger Bewerber ohne Gegenkandidaten von nur 49 der 61 anwesenden Delegierten gewählt wurde. Das Votum entspricht also gerade einmal knappen 80% der möglichen Stimmen. Ein gutes Ergebnis bei einer Kandidatur ohne Mitbewerber, sieht sicherlich vollkommen anders aus!

Verschwiegen werden in dem vom alten und neuen Landespressesprecher der NRW NPD, Markus Pohl, gezeichneten Bericht aber auch andere gewisse Begleitumstände des jüngsten Parteitages. Beispielsweise war der LaVo – so die offizielle Kurzbezeichnung der NPD-NRW für den Landesvorsitzenden, die von bösen Zungen auch als “Landesvollpfosten” gedeutet wird- Claus Cremer in seiner Funktion als Landesvorsitzender und Landesgeschäftsführer unfähig eine satzungskonforme Einladung zum 39. ordentlichen Landesparteitag der NPD-NRW am 19.09.2010 zu versenden.

So verwunderte es auch wenig, daβ selbst das nur als desaströs zu bezeichnende Landtagswahlergebnis von 0,7% vom LaVo Cremer in seinem Rechenschaftsbericht als “Erfolg”, wortwörtlich: “historisch bestes Ergebnis”, umgedeutet wurde. Der gegen solcherlei realitätsfernes Geschwätz erhobene Widerspruch durch bodenständige Delegierte wurde borniert und hochmütig abgeschmettert, ohne daβ sich inhaltlich mit den vorgetragenen Punkten überhaupt befaβt wurde.

In gleicher Art wurde auch mit den eingebrachten Anträgen der parteiinternen Opposition, die vor allem von den Kreisverbänden Düren und Siegen repräsentiert wurde, verfahren.
Eine finanzielle Reorganisation? Abgelehnt.
Ein Zugehen auf freie Kräfte? Abgelehnt.
Die Aufnahme des Kameraden Axel Reitz in die NPD? Abgelehnt.
Eine professionellere Öffentlichkeitsarbeit? Nicht notwendig.
Eine häufigere Aktualisierung der Landesseite? Man möchte sich bemühen.
Ein Verzicht auf die vom Bundesparteitag als Beinamen verworfene aber in NRW nach wie vor dauernd gebrauchte Bezeichnung “Die soziale Heimatpartei”? Abgelehnt.
Eine Verkleinerung des Vorstandes? Abgelehnt.

Der Parteitag hat somit glasklar gezeigt, daβ es dem alten Vorstand und auch einem Gros der Delegierten nicht daran gelegen ist, spürbare Veränderungen vorzunehmen. Fähige und kompetente Kandidaten wurden durch die LaVo-Propaganda ins Abseits gestellt. Der bisherige Weg soll zufriedenstellend, ja mehr noch, sogar erfolgreich gewesen sein, also wird er auch weiterhin beschritten werden. Dafür bürgt auch der von Cremer handverlesen zusammengestellte und mit mehreren Appellen an die Delegierten durchgepaukte kaum veränderte neue Vorstand. Als Stellvertreter Cremers wurden Detlev Hebbel (Kreisverband Düsseldorf/Mettmann) und Stephan Haase (KV Märkischer Kreis) in ihrer Funktion bestätigt. Als neuer Landesvize wurde Timo Pradel gewählt, der den bisherigen stellvertretenden Landesvorsitzenden Markus Pohl ablöst.

Markus Pohl (KV Münster) bleibt allerdings genau wie sein Bruder Matthias Pohl (KV Steinfurt) als Beisitzer und Pressesprecher im Vorstand. Sein Sprachfehler und die vielfach in seiner Funktion als Pressesprecher offenbarten Probleme mit der Rechtschreibung spielten hierbei keine Rolle.

Und so weiter und so fort: Sprachfehler, Übergewicht, VS-Kontakte – die Neonazis fahren die gesamte Palette der Anschuldigungen auf. Und in den einschlägigen Foren werden weitere Interna ausgebreitet, so dass es eine wahre Freude ist.