Hehlerei: Vorbestrafter NPD-Funktionär im Visier der Ermittler

Das "Thing"-Haus der NPD in Grevesmühlen. Foto: Otto Belina
Das "Thing"-Haus der NPD in Grevesmühlen. Foto: Otto Belina

Das NPD-Kreistagsmitglied Sven Krüger ist erneut in das Visier der Ermittlungsbehörden geraten. Die Staatsanwaltschaft Schwerin leitete einem Bericht der Schweriner Volkszeitung zufolge gegen den 35-jährigen Abrissunternehmer aus Jamel ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Hehlerei ein. „Ihm wird vorgeworfen, zwei Kernbohrmaschinen sowie einen Aufsitzrasenmäher in dem Wissen erworben zu haben, dass sie zuvor von einem Dritten unterschlagen wurden“, sagte der Schweriner Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek dem Blatt zufolge.

Bei einer Durchsuchung der Wohn- und Geschäftsräume des Neonazis in Jamel und Grevesmühlen entdeckten die Ermittler demnach weitere Baumaschinen. Ein Teil der Fundstücke soll aus der Region Hamburg stammen.

Landfriedensbruch, Überfall, Gefängnismeuterei

Bei Ermittlungsbehörden sind laut SVZ im Laufe der Jahre dutzende Anzeigen gegen Krüger eingegangen. Er war u. a. wegen Landfriedensbruch, Überfall auf einen Dorfkrug, einer angezettelten Gefängnismeuterei und Diebstahls verurteilt worden.

Erst im August hatte es eine Durchsuchung der Wohn- und Geschäftsräume des NPD-Kreistagsmitgliedes Krüger in Jamel und in Nordwestmecklenburgs Kreisstadt Grevesmühlen gegeben. Der Durchsuchung vorausgegangen war damals eine illegale Plakatkampagne gegen Innenminister Lorenz Caffier. Der Verdacht der Ermittler: Die Hetz-Plakate könnten mit Krügers Fahrzeug transportiert worden sein.

Krüger war zuletzt auch als Käufer eines Grundstücks aufgetreten, auf dem die NPD nun das „Thing-Haus“ eröffnet hat. Das Logo von Krügers Abrissfirma ziert laut taz der Spruch: “Jungs fürs Grobe”. Ein Mann mit einem Hammer zerschlage etwas, das einem Davidstern gleiche.

Siehe auch: „Dorfgemeinschaft Jamel“, Die Jungs fürs Grobe und das NPD-Thing-Haus, NPD schickt einmal mehr vorbestraften Kandidaten ins Rennen