„Dem Konservatismus fehlt es an klugen Denkern“

Der Parteienforscher Franz Walter attestiert der CDU Angst vor einer parteiinternen Wertedebatte – und kritisiert das Fehlen von klugen, konservativen Denkern. Die Liberalisierung der Union in den vergangenen beiden Jahrzehnten sei vielleicht „fällig“ gewesen, habe aber eine „spirituelle Leere“ hinterlassen, schreibt der Göttinger Professor in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau. Die CDU „fürchtet die Sprengkraft“, wenn sich die unterschiedlichsten Mitglieder nun auf gemeinsame „Normen und Ethiken“ einigen müssten – „Konservative und Liberale, Globalisierer und Heimatmenschen“. Der Konservatismus habe in der CDU an Boden verloren, und zwar dauerhaft. Traditionsbewussten Rentnern möge eine modernisierende Kanzlerin Angela Merkel „nicht geheuer“ sein. Doch sie wünschten sich einen „fürsorgenden Staat“, wie ihn Friedrich Merz oder Roland Koch jedenfalls nicht zu bieten hätten.

Den Konservativen alter Schule aber seien die „Frontmänner“ – Walter nennt Hans Filbinger, Alfred Dregger, Karl Carstens – längst abhandengekommen. Anders als etwa in Frankreich fehle es dem deutschen Konservatismus an klugen und modernen Denkern. „In Deutschland hat der Konservatismus lediglich den Typus des linkischen Verbindungsstudenten hervorgebracht, der als Kreisvorsitzender der Jungen Union über 68er-Lehrer, Emanzen, Heiner Geißler und Ursula von der Leyen lamentiert“, schreibt der Politikwissenschaftler.

Rechtsextreme Trittbrettfahrer

Der Politologe Frank Decker wies im Deutschlandfunk darauf hin, dass eine neue rechtspopulistische Partei „ganz automatisch eine sehr große Anziehungskraft auch für extremistische Vertreter“ hätte. Daher würde es über „kurz oder lang zu internen Auseinandersetzungen kommen, die solche Parteien dann im öffentlichen Ansehen ruinieren“. Es habe in der Bundesrepublik einige Versuche gegeben, rechtspopulistische Parteien zu etablieren. Decker verwies „etwa an die Schill-Partei oder an die Stadtpartei, ebenfalls in Hamburg, und all diese Parteien sind letztlich am organisatorischen Unvermögen gescheitert und insbesondere an der Schwierigkeit, sich von unerwünschten rechtsextremen Kräften abzugrenzen, die dann automatisch auf solche Parteien, wenn sie Erfolg versprechen, gleichsam wie auf ein Trittbrett aufspringen.“

Siehe auch: Rechte Revolte: Mehr Gott, mehr Staat, mehr Vaterland, Konservatismus – ein ideologischer Phantomschmerz, Auf dem Selbstfindungstrip, Die Union und der rechte Rand, “Keine Politik mehr rechts von Lenin”? Konservate in der Krise

10 thoughts on “„Dem Konservatismus fehlt es an klugen Denkern“

  1. Das NationalKonserative Lager braucht keine neue Partei…

    Und Deutschland braucht keine Parteien und Parlamente…

    Was wir brauchen ist ein Nationalmilitanter Alt68er 89er Aktionismus…

    Dann werden wir das Deutsche Volk erwecken und die Brd wird verrecken…

    Alle Macht dem Militär !!!!!

  2. @mar52

    Der Aktionismus der Alt68er bezieht sich nicht nur auf die RAF. Es gab ja schließlich davor den offensiven Drang der Straße mit einem genialen Rudi Dutschke, der aber nach dem Attentat leider seelisch kaputt war.

    Und die 89er Revolte in der DDR war auch auf der Straße…

    Man muss nur wieder richtig militant auftreten, keine Demos mehr anmelden, immer wieder öffentliche Gebäude besetzen und wenn nötig sich auch mal einen Straßenkämpfe liefern. Dann werden auch die faulen fett gefressenen verdummten Bürger hellhörig und sie werden endlich die scheiß Politik der Bundesrepublik hinterfragen und sich dem Freiheitskampf anschließen.

    Problem ist nur das die Nationalen zu feige sind wirklich militant zu kämpfen, die reden und singen lieber von Heldentaten. Die Antifaschisten können zwar militant kämpfen, aber das sind doch nur Wochenendkämpfer, die unter der Woche schön brav lieber studieren oder arbeiten gehen !!!

    Da kann man nur noch auf einen Dritten Weltkrieg hoffen, der diese umerzogenen europäischen Babylonvölker endlich aus dem Tiefschlaf holt……..

  3. Frank Decker kann man nur zustimmen: Die Gründung einer – nennen wir sie – explizit konservativ ausgerichteten Partei würde auch Leute anziehen, die mit der Demokratie auf Kriegsfuß stehen. Diese würden dann die Gründungsphase einer solchen Partei nutzen, um Einfluß auf deren Ausrichtung zu nehmen. Ob dabei ein demokratischer Konservatimus herauskäme, ist fraglich.

    Ebenso kann man Franz Walter zustimmen: Deutsche „Konservative“ sind in der Tat größtenteils intellektuelles Fallobst, die sich gegen den Lauf der Dinge stemmen und dies ihrer Klienetel als „mutig“, „standhaft“ oder „unangepasst“ verkaufen. Für „Realpolitik“ bleibt da wenig raum, so dass man sich wie z.B. Steinbach der symbolischen Politik widmet – ihr Einsatz für Menschenrechte dient dabei ausschließlich ihrer verqueren Verbandspolitik.

    Es mag also seine zahlreichen Gründe haben, weshalb „konservative“ Politiker in Deutschland heute beinahne bedeutungslos sind. Vielleicht braucht sie die übergroße Mehrheit einfach nicht mehr. Dem vermeintlichen Potenziall von 18-20%, das jetzt in den Medien rumgeistert, stehen immerhin 78-80% an Wählern gegenüber, die eine „konservative“ Partei nicht wählen würden.

    P.S. Blickt man in das europäische Ausland (Italien, Polen, Österreich) und die USA, stellt man ohnehin schnell fest, dass „konservative“ Politiker an „ihren“ eigenen Idealen, die sie schreiend vertreten, gnadenlos scheitern.

  4. @ Anti-Brain

    „Da kann man nur noch auf einen Dritten Weltkrieg hoffen,…“

    Leute wie du gehören in die Klapse, bis sie therapiert worden sind. Du hast gar keinen Plan, wovon du dummblubberst!

    Man muss wirlich oberdämlich sein, um sich Krieg zu wünschen. Unfassbar!
    Meinungsfreiheit trifft auf großes schwarzes NICHTS.

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