Razzia im Braunen Haus

Die Polizei hat laut Leipziger Volkszeitung in der Nacht zum Sonntag einen Treffpunkt der Neonazi-Szene in Jena durchsucht. Dabei wurden vier Männer festgenommen, später mangels dringenden Tatverdachts aber wieder freigelassen. Anlass waren Hinweise, dass die Männer möglicherweise Sprengsätze in dem Gebäude lagern würden. Es seien aber weder Sprengstoff noch Waffen gefunden worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, Jens Wöhrmann. Das Braunes Haus in Jena, welches Ziel der Razzia war, diente den Neonazis laut LVZ in den vergangenen Jahren immer wieder für Vorträge, Schulungen, Liederabende und als Sitz des NPD- Kreisverbandes. Außer diesem Haus wurden auch die Wohnungen der Tatverdächtigen im Raum Jena und Kahla durchsucht. Trotz der Entlassung der vier Männer im Alter von 21 bis 35 Jahren dauerten die Ermittlungen an, hieß es.

Zitat (Max Bauer von der JAPS im April 2009 gegenüber NPD-BLOG.INFO)
Das seit 2002 bestehende “Braune Haus” im Stadtteil Altlobeda ist derzeit stärker denn je von Jugendlichen aus Jena und der Umgebung frequentiert. Diese, vor allem männlichen, Jugendlichen sind von den Nazis mehr oder weniger direkt von der Straße geholt worden, mit Angeboten wie Räumen zum Besaufen, dem Kaufen von “Hartalk” für Minderjährige, Bandproberaum und anderem. Entsprechend wenig politisiert sind sie oftmals und vor allem “erlebnisorientiert”. Auch eine veränderte Polizeitaktik spielt den Rechten hier in die Hände: Seit wenigen Monaten erst schirmt die Polizei das “Braune Haus” bei Veranstaltungen derart martialisch mit Gittern und Hunden ab, dass Proteste nicht mehr sinnvoll sind und ein reines Schaulaufen für die Anti-Antifa-Kameras darstellen. So führen die Nazis hier offen beworbene Veranstaltungen bspw. mit Horst Mahler oder Jürgen Rieger ab.

Das ehemalige Gaststättengebäude befindet sich seit 2002 im Besitz von Neonazis und dient unter dem Namen „Braunes Haus“ als Treffpunkt der extrem rechten Szene in Jena. In dem als ,,nationalen Wohn- und Schulungsobjekt” bezeichneten Gebäude lebten mehrere prominente Neonazis – und es diente auch als Postadresse für die Szene.

Demo in Pößneck

In Pößneck bildeten Demonstranten am Samstag eine Menschenkette vor dem Schützenhaus, in dem es wiederholt Versammlungen und Konzerte von Neonazis gab. Dazu läuteten die Kirchenglocken. Vom Marktplatz aus zogen die Menschen dann unter dem Motto „Diese Stadt hat Nazis satt“ durch die Stadt. Störungen durch Neonazis gab es laut Polizei nicht, berichtet die LVZ weiter. Ursprünglich hatte die rechtsextreme NPD für den Samstag ein Fest mit rechten Musikgruppen geplant. Doch der Organisator sagte „Das Fest der Völker“ Ende August ohne Begründung ab.

Siehe auch: Das “Fest der Völker” findet nicht statt, Keine NPD-Mühle in Heiligenstadt, NPD eröffnet Neonazi-Bürohaus in Thüringen, 1. Mai: NPD scheitert in Erfurt nach 500 Metern, “Braunes Haus” in Jena geräumt

2 thoughts on “Razzia im Braunen Haus

  1. Wie man aus dem Studium der anderen Feldpostnummer vernehmen kann, waren die vier Verhafteten gerade von einem Vortrag vom Wehrsportgruppen-Hoffmann zurückgekommen. Über’s Handy haben sie sich dann noch über das Mitbringen von Souvenirs vom besagten Vortrag unterhalten, was dann wohl die Polizei doch endlich mal bewegt hat, sich einzubringen.
    Die Jenaer Polizei liess ja z.B. auch 1998 die rechtsextremen Bombenleger Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe von der „Kameradschaft Jena“ entkommen. Diese guten Freunden der Braunen-Haus-Initiatoren Ralf Wohlleben und Andre Kapkes, deren Bombenwerkstatt (TNT, Rohrbomben etc.) im Jahr 1998 von der Polizei ausgehoben wurde, wurde u.a. auch vorgeworfen, im September 1997 einen Koffer mit einem funktionstüchtigen Sprengsatz vor dem Jenaer Stadttheater abgestellt zu haben. Trotz Polizei-Observation konnten sie untertauchen und dürften mittlerweile wegen Verjährung nichtmehr belangt werden.
    Also diesen Verrückten aus diesem Haus muss man alles zutrauen.

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