Ex-Mitglied berichtet: „Die HNG ist ein Mythos“

Ralf Meier (Name geändert) war lange in der Neonazi-Szene aktiv – und saß schließlich auch im Gefängnis. Meier nahm Kontakt zur HNG auf – und wurde selbst Mitglied. Der Fachzeitschrift „Der Rechte Rand“ erzählte er, wie er zu der Neonazi-Organisation kam – und warum diese für ihn so attraktiv war.

Die HNG sei ihm schon vor seinem Gefängnisaufenthalt ein ein Begriff gewesen, so Meier. „Irgendwie waren die für mich auch eine Art Mythos, aufgrund der vielen und sehr bekannten Leute, die sie betreut haben wie den ehemaligen SS-Oberscharführer Josef Schwammberger als auch die ganzen prominenten Holocaustleugner“. Als er dann zum zweiten Mal in der JVA saß, meinten Kameraden aus der Szene zu ihm, er solle doch mal Kontakt zur HNG aufnehmen. Er habe zunächst Post von der Vorsitzenden, Ursula Müller, erhalten. „Sie fragte mich, ob ich gerne weitere Briefkontakte hätte. Sie könnten mich in jene, in den HNGNachrichten veröffentlichte Gefangenenliste aufnehmen. Doch dafür musste ich ihr mein Urteil schicken, anhand dessen sie sehen konnte, dass ich nicht wegen Delikten einsaß, bei denen die HNG einen nicht unterstützt wie zum Beispiel Sexualdelikte. Das Urteil einzuschicken ist eine echte Hürde. Da steht alles drin, was Du getan hast samt deinem Strafregisterauszug.“ Die HNG verschafft sich dadurch also eine Machtposition gegenüber dem Gefangenen.

HNG-Aufnahmeantrag
HNG-Aufnahmeantrag

Meier berichtet dem Rechten Rand weiter, danach sei alles sehr schnell gegangen. „Zunächst schrieb mir Ursula Müller mindestens einmal im Monat. Sie schickte mir auch immer Briefmarken mit, so dass mir keine Kosten entstanden, wenn ich ihr antwortete oder anderen schrieb.“ Durch die Aufnahme in die Liste meldeten sich zunächst alte Bekannte bei Meier, so dass Kontakte aufgefrischt wurden, berichtet er. Aber auch neue Briefkontakte kamen hinzu, teilweise auch zu Leuten außerhalb Deutschlands und Europas. „Die HNG gilt der neonazistischen Szene in vielen anderen Ländern als Vorbild“, betont Meier. Schließlich habe er „so ungefähr zwei bis drei Briefe am Tag“ bekommen. Dadurch sei der Alltag in der JVA „mehr oder weniger ausgefüllt“ gewesen. Meier hatte nicht das Gefühl, sich mit seiner Straftat auseinandersetzen zu müssen. „Eigentlich haben diese Briefe immer wieder das Feuer in einem entfacht“, sagt er. Zudem fühlte er sich in seiner Einstellung bestärkt: „Irgendwie hatte man auch eine gewisse Macht gegenüber der Anstaltsleitung, weil man wusste, dass draußen Leute sind, die einen unterstützen. Und wenn man mit der mal Ärger hatte, dann haben sich Ursula Müller und die HNG auch eingeschaltet.“

Hinzu sei gekommen, dass die Aufnahme in die Liste in den HNG-Nachrichten „auch so etwas wie eine Anerkennung war“. Man sei halt kein Straftäter wie die anderen gewesen, sondern „politischer Aktivist“. Das sei sehr wichtig gewesen. Später wurde Meier selbst aktives Mitglied. Als solches unterhalte man verschiedene Briefkontakte zu Inhaftierten, versuche Besuch für die zu organisieren und fahre vielleicht auch selbst mal hin.

Der HNG-Vorsitzenden Müller werde in der Szene „mit viel Respekt begegnet, auch wenn sie mal auf den Tisch haut und die versammelte Leute anbrüllt und dabei nicht unbedingt die Worte findet, die allen genehm sind“. Meier vermutet, Müller müsse ein riesiges Netzwerk unterhalten.

Für die Zeitschrift DERRECHTERAND (DRR) sprach Christian Dornbusch mit dem ehemaligen aktiven Mitglied der »Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e. V.« (HNG), Ralf Meier (Name von der Redaktion geändert), der mittlerweile der extremen Rechten den Rücken zugekehrt hat.

Siehe auch: Neonazi-Organisation HNG verbotenRazzien gegen HNG – Verbot wird geprüft

2 thoughts on “Ex-Mitglied berichtet: „Die HNG ist ein Mythos“

  1. ich lach mich schlapp, das wäre nicht das erste mal das die polizei / regierung einem gespänst und mytos verfällt und auch noch verbieten will. ich glaube auch nicht daran, das es diese organisation giebt. das einzige sind vielleicht t – shirts die sie vertriben haben. bin ja mal gespannt. glaube auch das der obige antrag ein fake ist, wer ist schon so blöd und giebt seine daten preis, wiegesagt mal sehen !

Comments are closed.