‚Der patagonische Hase‘ ist kein Angsthase

„Jetzt, da er alt ist“, so schreibt es die Süddeutsche Zeitung, sei Claude Lanzmann vom Tod umfangen: „Der Tod drohte in seiner Jugend, er war das Thema von ‚Shoah‘, er begegnete Lanzmann allenthalben. Der Tod ist eine Größe, die er achtet, mit der er aber auch kokettiert. Als er für ‚Shoah‘ Überlebende interviewte, brachte er diese Menschen dazu, nicht von sich, sondern von den Toten zu reden. Der Titel seiner Memoiren – ‚Der patagonische Hase‘ – ist eine Reverenz an die Überlebenden. Es geht da um einen Hasen, der unter einem Stacheldrahtzaun hindurch ins Freie gelangt. Lanzmann ist in diesem Sinn kein Hase. Ein Angsthase ist er schon gar nicht. Seine Memoiren sind ehrlich, auch das macht sie schön.“

Auch hundert Leben, sagt Claude Lanzmann, Autor des epochemachenden Films Shoah, hätten nicht ausgereicht, seine Neugier auf das Leben zu stillen. Seine Autobiographie, literarisches Meisterwerk, Bestseller und «Buch des Jahres» in Frankreich, ist vieles in einem: Erzählung eines überreichen Lebens, Bild jüdischer Geschichte, Traktat über Freiheit und Gewalt. Vor allem aber das furiose Dokument einer amour fou mit dem Leben.

 

Siehe auch: Träume vom Hitler-Stalin-Pakt, NPD gratuliert Linksfraktion zum “Tabubruch”, Es darf keine antisemitische Filmzensur geben!, Blockade von Lanzmann-Film: Augen zu und drauf, Nach antisemitischer Blockade: Debatte in der Linkspartei über Israel, Vorführung von Lanzmann-Film auf St. Pauli verhindert

One thought on “‚Der patagonische Hase‘ ist kein Angsthase

Comments are closed.