Bayern: „Sieg-Heil“-Rufe im Bierzelt

Mittlerweile ermittelt die Polizei gegen die Band. Welche strafrechtlichen Folgen die Rufe allerdings haben werden, müssen laut Abendzeitung Kripo und Justiz klären. Gegen den 49-Jährigen laufen Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Wie berichtet, hatte das Bandmitglied gegen 8.30 Uhr am Montag beim Anprosten „Sieg“ in die Menge gerufen, das Publikum antwortete lauthals mit „Heil“. Kurz danach hatten zwei Frauen noch vor Ort den Fall der Polizei gemeldet. Die Beamten haben daraufhin die Band auf die Nazi-Parolen angesprochen, die Rufe verstummten.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete bereits am 03. September 2010 über den Vorfall.

9 thoughts on “Bayern: „Sieg-Heil“-Rufe im Bierzelt

  1. Ist das der neue deutsche „Party-Patriotismus“ von dem Soziologen reden? *grübel & gleich eine anfrage stell`* 😉

  2. wieso wird nur gegen die „band“ ermittelt? jedes dieser dummen arschlöcher, welches den „spaß“ mitgemacht hat sollte etwas zu spüren bekommen. wobei,… . am ende heißt es dann wieder: „war doch nur spaß! darf man keinen spaß mehr machen?“ „is doch so lange her, irgendwann muss auch mak schluss sein!“ etc.pp.

    armer, dummer michel!

  3. Ich glaube mich erinnern zu können, dass es grundsätzlich gut ist Tabus zu brechen. Von daher ist das doch vielleicht ein wichtiger Schritt um eine Debatte anzustoßen. Man wird ja wohl noch „Sieg Heil!“ sagen dürfen, oder gibt es keine Meinungsfreiheit?

  4. @Loki: Ein hervorragender Einwurf. Sicherlich werden einige Gutmenschen jetzt wieder die Nazi-Keule auspacken, aber man muss doch auch mal die guten Seiten des NS beleuchten dürfen. Oder sind wir schon wieder so weit?!?

    Danke für Ihren Beitrag, nach dem ganzen Schwachsinn der Sarrazin-Jünger ein Segen! :-)

  5. Als alteingesessener Bayer kann ich nicht unbedingt behaupten, dass mich dieses Ereignis sonderlich überrascht. Ich denke, dass die Leute in ca. 90% aller mir bekannten Bierzelte mit „Heil“ geantwortet hätten, wenn die Band sich zu soetwas dämlichem hätte hinreißen lassen. Aber wenn man dann (,wie die Friedrich-Ebert-Stiftung, sachlich und fundiert) sagt, dass es in Bayern überdurchschnittlich viele Menschen mit einer rechtsextremen Einstellung gibt, eine Einschätzung, die ich aus langjähriger persönlicher (und damit natürlich nur subjektiver) Erfahrung nur bestätigen kann, dann wittert Innenminister Hermann sofort eine „Beleidigung der bayerischen Bürger“.

    @Loki: Danke dafür. Nachdem ich erst kürzlich einen hochrangigen Politiker live sagen hörte, dass er mit Sarrazins Schlussfolgerungen nicht unbedingt übereinstimme, er es aber gut finde, dass jemand diese Debatte anstößt, habe ich eine solche Aufmunterung gebraucht :)

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