Leipzig: Rechter Hooligan vor Gericht

Großer Auflauf im Flur vor Saal 209 im Leipziger Amtsgericht am 20. August 2010: Auf der Tagesordnung des Jugendgerichts steht an diesem Nachmittag ein Prozess gegen Andreas S.. Dem heute 19 Jährigen, der von seinen Freunden „Bowale“ genannt wird, wird vorgeworfen, im Juli 2008 in der Nähe des Mockau Centers auf einen 16 Jahre alten Fan der BSG Chemie Leipzig wiederholt und auf einen 31-Jährigen zu Silvester eingeschlagen zu haben.

S. ist in Fußballkreisen alles andere als ein Unbekannter. Er soll den Ultras von „Blue Side Lok“ angehört haben und über Kontakte zu Angehörigen der Hooligangruppierung „Scenario“ verfügen. Deren Mitglieder nutzten den Fußball in der Vergangenheit wiederholt als Plattform und fielen durch ihre Gewaltbereitschaft auf. Der einzige verurteilte Beteiligte am Überfall auf die Sachsenstube im Dezember 2008 gehörte eben dieser Gruppe ebenso an, wie aktionsorientierte Neonazis aus dem Umfeld der NPD-Nachwuchsorganisation „Jungen Nationaldemokraten“. Auch diese zeigen immer wieder wenig Lernbereitschaft, was spätesetens nach dem Überfall auf Chemie-Fans am Rande der Hallenkreismeisterschaft Anfang 2009 klar wurde. Bei dieser war ein Fan schwer verletzt worden, während sich die Schläger in einer Webcommunity über „Frühsport vom Feinsten“ und „Extremsport am frühen Morgen“ freuten.

Auch politisch gehört Andreas S. eher in diese Ecke Leipzigs, bemühte er sich schließlich im August 2009 auf der Liste der NPD (Wahlkreis 9) hinter „Blue Caps“-Anführer Enrico B. erfolglos um einen Sitz im Leipziger Stadtrat. Um sich wählen zu lassen, erschien er also der NPD reif genug – auch so etwas gibt es, aber auch nur dort, wo die NPD über eine dicke Personaldecke verfügt.

Hier der ganze Bericht über den Prozess in der Leipziger Internetzeitung.

3 thoughts on “Leipzig: Rechter Hooligan vor Gericht

  1. Seit wann sind solche Hooligans oder Neonazis denn groß lernfähig?
    Leute die Gewalt als Frühsport bezeichnen sind in der Regel geistig komplett unterbelichtet Alkohol tut ein Übriges.
    Körperverletzung ist und bleibt hoffendlich kein Kavaliersdelikt.
    Solche leute müssen mit aller Härte bestraft werden und in diesen Fall ein lebenslanges Stadionverbot für ganz Deutschland geben,auch sollten sonstige Neonazis absolut keinen Zutritt zu sämtlichen Sportstätten,nicht nur im Fußball sondern überall!
    Solche gefährlichen Nazis dürfen niemals Sprtstätten betreten um unschuldige Fußballfans zu verletzen oder gar Jugendliche zu ihren Reihen zu rekrutieren egal in welcher Sportart.

  2. @2 (hentrich sabine):

    würden sie sich selbst als lernfähig bezeichnen? und wenn ja, schließt das ihr urteil über die lernfähigkeit von hooligans oder neonazis mit ein?

    .~.

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