600 Neonazis bei Rechtsrock-Konzert in Eschede

Besucher des Neonazi-Konzerts am 21. August 2010 in Eschede (Foto: monitorex)
Besucher des Neonazi-Konzerts am 21. August 2010 in Eschede (Foto: monitorex)

Am 21. August 2010 haben sich etwa 600 Neonazis zu einem Rechtsrockkonzert mit sieben Skinheadbands in Eschede eingefunden. Die Konzertbesucher kamen aus dem gesamten Bundesgebiet und vereinzelt auch aus dem europäischen Ausland. Lauter Rechtsrock dröhnte bis in ein anliegendes Wohngebiet hinein, so dass die Anwohner nicht nur die Polizeikontrollen und anreisende Neonazis, sondern auch den Krach und die Parolen der Nazibands erdulden mussten. Organisiert wurde das Konzert auf dem Hof Nahtz von Marcus Winter, dem Mindener Nazikader und Anmelder der Aufmärsche in Bad Nenndorf.

Von monitorex

Winter hatte bereits Mitte Juli ein Konzert nahe Paderborn mit der rechten Hooliganband Kategorie C organsiert, zu dem sich über 350 Neonazis und Hooligans einfanden. Angekündigt wurde das rechte Spektakel auf dem Bauernhof in Eschde als Verlobungsfeier zu der laut Ankündigungsflyer nur persönlich eingeladene Gäste samt Anhang eingeladen waren. Angesichts der hohen Besucherzahl und der bundesweiten Anreise wurde das Konzert von den Behörden aber als eine öffentliche Veranstaltung gewertet, einen Bezug zur sogenannten „Heß-Aktionswoche“ der Naziszene vermochte die Polizei jedoch nicht zu erkennen.

Straftaten, Ordnungswidrigkeiten und offener NS-Bezug

Unter den anreisenden Gästen waren neben bulligen und tätowierten Nazi-Skinheads auch zahlreiche organisierte Mitglieder militanter Nazi-Kameradschaften. Bei den Vorkontrollen stellte die Polizei Verstöße gegen das Waffengesetz fest, auch wurden Ermittlungsverfahren wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Diverse Tätowierungen wurden abgeklebt und eine Kiste mit CDs versiegelt, um einen Verkauf zu verhindern. Ferner wurden durch den Landkreis Celle diverse Ordnungswidrigkeiten festgestellt, so wurden Verstöße gegen Hygienevorschriften sowie eine fehlende Schankerlaubnis bemängelt. Unterbunden wurde der Bierverkauf jedoch nicht, wohl aus dem Kalkül heraus, dass es polizeilich kaum durchsetzbar gewesen wäre, aus solch einem Konzert mit teils stark alkoholisierten und gewaltbereiten Neonazis den Schankwagen sicherzustellen. Den 600 Neonazis hätten im Konfliktfall lediglich etwas mehr als zwei Hundertschaften an Polizei gegenübergestanden. 

Neonazistinnen werden bei der Anreise zum Rechtsrock-Konzert in Eschede kontrolliert. (Foto: monitorex)
Neonazistinnen werden bei der Anreise zum Rechtsrock-Konzert in Eschede kontrolliert. (Foto: monitorex)

 Auch der Veranstalter Marcus Winter und die Bands sind einschlägig bekannt. Winter saß bereits wegen diverser Delikte mehrjährige Haftstrafen ab und wurde erst im Frühjahr 2010 aus dem Gefängnis entlassen. Offen nationalsozialistisch treten auch die Bands auf. Die Dortmunder Combo Oidoxie beispielsweise huldigt in ihren Texten der englischen Terrororganisation Combat 18 und die Band „12 Golden Years“ aus Thüringen lässt keinen Zweifel daran, welche zwölf Jahre der deutschen Geschichte sie „golden“ findet.

Gegenproteste eingeschränkt

Eine angemeldete antifaschistische Demonstration wurde hingegen aus Angst vor einer Konfrontation mit den Neonazis nur unter massiven Auflagen an einem anderen Ort gestattet. Die Organisatoren zogen daraufhin die Anmeldung zurück, da die Proteste nicht mehr in Hör- und Sichtweise an die rechten Adressaten hätten gerichtet werden können. Die Gegendemonstranten werfen dem Landkreis vor, dass hier die regelmäßigen auf dem Hof Nahtz stattfinden Veranstaltungen der rechten Szene von jeglichem Protest abgeschirmt würden und sich dadurch die Neonazis ungestört treffen könnten.

Kontrolle vor dem Rechtsrock-Konzert in Eschede. (Foto: monitorex)
Kontrolle vor dem Rechtsrock-Konzert in Eschede. (Foto: monitorex)

Bereits die Proteste gegen die Sonnenwendfeier auf dem Bauernhof im Juli 2010 wurden weit ab vom Ort des Geschehens verbannt. So demonstrierten gegen das Konzert auch nur knapp 30 Escheder Bürger. Die nächste rechtsextreme Veranstaltung auf dem Hof Nahtz ist bereits angekündigt: Am 25. September plant die regionale Kameradschaftsszene eine völkische Erntedankfeier.

18 thoughts on “600 Neonazis bei Rechtsrock-Konzert in Eschede

  1. @ Konzentrationslager

    Nehme einfach deinen, sicherlich reichhaltigen, Fundus an NS-„rassehygiene“-Werken und gehe damit einen Blut- und „Schädelvermessungs“-Test machen. – Bitte aber den Mediziner, sich auf die Grundlagen deiner Werke zu beziehen … und sei anschließend nicht enttäuscht, wenn dich der Mediziner wissen läßt, dass du auf der Grundlage der „NS-Hygiene“ eigentlich auch ein „fremdrassiger Ausländer“ bist. – Und dann bau` dir einfach ein KZ … nur für dich selbst. *lol*

  2. Pingback: Anonymous
  3. @KAZET

    die Nazis haben die vielfältige deutsche (u.a. auch Trachten-)Kultur zerstört und in eine verbrecherische Struktur vereinheitlicht, damit so psychotische latent-kriminelle Elemente wie Du Ihre perversen Gewaltfantasien an anderen Menschen ausleben können.
    Das Gleiche passiert in vielen anderen Teilen der Erde, wenn solche Psychos mit Gewalt die Macht an sich reissen.
    Gott sei Dank ist aber die deutsche Demokratie gewachsen und wehrhaft im Gegensatz zur Räterepublik der 20er Jahre geworden.
    Ich persönlich kennen mehrere Polizisten die unseren Rechtstaat gegen solche Lustkriminellen wie dich aufs Blut verteidigen würden.
    Dazu wird es aber nicht kommen,
    träum weiter kleiner großer Mann.
    Du bist nur ein Fall für den Psychiater.

    Dazu sollte man auch etwas über die alten Germanen wissen, u.a. dass „Fremde“ als Vollmitglieder in die Gemeinschaft aufgenommen wurden, wenn diese sich der germanischen Kultur, Tradition und Sprache anpassten. So war es auch u.a. im alten Griechenland.

    Die alliierte Besatzungskultur und deren Kriegseinsätze nach 1945 zu bewerten ist eine andere Sache.

  4. @Auländer

    „Dazu sollte man auch etwas über die alten Germanen wissen, u.a. dass “Fremde” als Vollmitglieder in die Gemeinschaft aufgenommen wurden, wenn diese sich der germanischen Kultur, Tradition und Sprache anpassten. So war es auch u.a. im alten Griechenland.

    Die alliierte Besatzungskultur und deren Kriegseinsätze nach 1945 zu bewerten ist eine andere Sache.“

    Na dann will ich nur hoffen, dass es nicht deine „… mehrere Polizisten die unseren Rechtstaat gegen solche Lustkriminellen wie dich aufs Blut verteidigen“ sind, die die „alliierte Besatzungskultur und deren Kriegseinsätze nach 1945“ bewerten.

    Für wie blöde hältst du eigentlich die Leute? – Geh` zurück in`s Auenland, du Auländer. *lol*

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