Immer dieses Internet! Google vs Android-App-Adolf

Google hat Anwendungen für das Android-Mobiltelefon mit Nazi-Symbolen aus seinem Angebot genommen. Im Android-App-Store seien unter anderem Adolf-Hitler-Themes sowie Hakenkreuze angeboten worden, berichtete die Seite „engadget„. Zwar hatten viele Blogger zuvor Apple für seine restriktiven Richtlinien im App-Store kritisiert, doch durch die weit liberalere Vorgehensweise von Google entstehen nun neue Probleme, welche die alte Debatte um Meinungsfreiheit und vermeintliche Zensur einmal mehr befeuern.

Hakenkreuze im Google-Android-App-Store (Screenshot engadget)
Hakenkreuze im Google-Android-App-Store (Screenshot engadget)

Nach dem Bericht von „engagdet“ nahm Google die Nazi-Apps aus dem Android-Store. Das berichtete zumindest der Journalist Michael Gartenberg via Twitter.

From Google. „the apps have been removed as a violation of Android content policy“ the system does work.

„engadget“ befürchtet nun – wohl berechtigerweise – dass nun einmal mehr der Vorwurf von Zensur erhoben werde. Und daher geht es einmal mehr um die Grenzen der Meinungsfreiheit – und die Definition von Zensur, welche im Netz oft sehr weit gefasst wird – und damit tatsächliche Zensur im diversen Staaten nebenbei verharmlost – und rassistische Hetzer zu bemitleidenswerten Opfern mutieren lässt.

So the question becomes: what are your limits? If you say absolutely no censorship, does it apply to hate-speak? If you say yes to porn, does it mean yes to Hitler themes that appear when you search for seemingly unrelated terms? Does being open mean accepting everything? Or do we have to set some reasonable limits for what we will and won’t tolerate?

Think of it this way: app stores are kind of like privately owned bookstores. The owner of the bookstore doesn’t have to carry the art book of nudes or the pro-Nazi thesis. In most situations, it doesn’t have to carry everything because there are plenty of other places to get those books. That concept is especially true for Android — users can sideload any applications they want onto their devices. No one is going to tell you that you can’t install a Nazi theme on your phone, but we’re pretty sure that Google shouldn’t make it so easy, and it shouldn’t subject a large portion of its users to content that rightfully deserves to sit on the fringes, not in the center.

Gute Nachrichten für „Zensur“-Gegner: Hakenkreuze weiter verfügbar

Auf anderen App-Plattformen stehen – wie zu erwarten war – auch weiterhin Hakenkreuze für das Android zum Herunterladen bereit. Dies wird sich auch kaum durch klare Regeln gegen menschenverachtende Inhalte verhindern lassen – dafür gibt es zu viele Möglichkeiten, die Apps zu verbreiten. Zudem scheinen es einige Leute einfach total witzig zu finden, mit Nazi-Symbolik hausieren zu gehen. Daher wird ein Hakenkreuz-App auf einer App-Seite wohl auch in der Rubrik „Entertainment“ angeboten. Und so findet die Nazi-Symbolik weiterhin seine Abnehmer – zumindest in bestimmten Kreisen; „Steve“ beispielsweise schreibt: „Everybody loves this app here in prison!“

In Deutschland bietet Google übrigens nicht nur Neonazi-Inhalte über die reguläre Suchmaschine, wogegen wenig einzuwenden ist, aber der Konzern wertet auch braune Propaganda auf. So gehören diverse NPD-Quellen zu den Seiten, die von Google-News ausgelesen und verbreitet werden. Auf diesem Weg werden beispielsweise Hetzartikel in der NPD-Zeitung „Deutschen Stimme“  zu Nachrichten gemacht, die neben seriösen Quellen wie Süddeutscher Zeitung oder FAZ erscheinen. Kritik an dieser Praxis bügelt Google mit einem bekannten Argument ab: Man wolle keine Zensur betreiben.

Dank an Thomas U. / via 11tech

Siehe auch: Wegen des großen Erfolgs – NPD 2.0 legt nach, Revolution im Web: Hier kommen die Nazis 2.0, “Damit hilft Google der NPD”

6 thoughts on “Immer dieses Internet! Google vs Android-App-Adolf

  1. Die apps müssen wie alles andere auch verboten werden…. Mit zensur hat das überhaupt nicht zu tun… Is ne billige ausrede von google, mehr nicht…

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