Uecker-Randow: NPD-Hotline zur Menschenjagd

Im Uecker-Randow-Kreis begnügt sich der NPD-Landtagsabgeordnete Tino Müller inzwischen nicht mehr mit verbalen Ausfällen. Eine eigens geschaltete Hotline soll Informationen zur Menschenjagd in der Nachbarschaft liefern. Im Bezug auf angebliche oder tatsächliche Sexualstraftäter heißt es dazu recht eindeutig: „Diese kranken Gestalten haben nur eins verdient: die Todesstrafe!“

Von useless

Die hier angegebene Nummer soll ein "NPD-Bürgertelefon" sein.
Die hier angegebene Nummer soll ein "NPD-Bürgertelefon" sein.

Die ebenso alte wie falsche Forderung nach der Wiedereinführung der Todesstrafe ist in rechtsradikalen Kreisen als „Todesstrafe für Kinderschänder“ ein immer wiederkehrender Slogan. Doch für gewöhnlich belassen es die Neonazis bei dem Aufhängen von Transparenten, dem Verteilen von Aufklebern oder nächtlichen Fackelmärschen.

Im vorpommerschen Uecker-Randow-Kreis geht der Landtagsabgeordnete Tino Müller hingegen einen Schritt weiter. Über eine auf seinen Namen angemeldete Website verbreitet er unter dem Namen „Uecker-Randow-Bote“ seit einiger Zeit eine Flugblattreihe. In der aktuellen Ausgabe vom 21. Juli (Ausgabe 2/2010) diesen Jahres wird von einem entlassenen Sexualstraftäter berichtet und der eigene Unmut darüber bekundet, dass es den Strafanstalten per Gesetz verboten ist, die neuen Wohnorte der entlassenen Häftlinge weiterzugeben.

Daher greift die NPD nun zur Selbstjustiz und ruft dazu auf, über eine eigene Telefonnummer Informationen über den Verbleib des Entlassenen zu übermitteln. Gleichzeitig endet der Artikel der Flugschrift mit der unmissverständlichen Botschaft:

„Diese kranken Gestalten haben nur eins verdient: die Todesstrafe!“

Siehe auch: Sexualstraftäter: Möge die Menschenjagd beginnen

12 thoughts on “Uecker-Randow: NPD-Hotline zur Menschenjagd

Comments are closed.