Hansa-Fans contra NPD: Polizei stellt Anzeige gegen Unbekannt

Hansa siegte gegen Koblenz und hat jetzt neun Punkte aus vier Spielen geholt.

Die Auseinandersetzung zwischen Fans des FC Hansa Rostock und einer NPD-Delegation haben ein rechtliches Nachspiel. „Wir ermitteln wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen Unbekannt“, sagte Polizeisprecherin Dörte Lembke. Anzeige habe die Polizei von Amts wegen selbst gestellt. Auf Anfrage des Autors sagte die Sprecherin, es seien zwei Personen aus der NPD-Delegation leicht verletzt worden. Daher habe die Polizei Anzeige wegen leichter Körperverletzung erstattet.

Allerdings handelt es sich hier um kein Offizialdelikt – sondern ein Antragsdelikt. Das bedeutet, eigentlich müssten die beiden geschädigten NPDler Anzeige erstatten. Dies ist bislang nicht der Fall. Die Polizei habe Anzeige gestellt, da man dem Legalitätsprinzip unterliege, so Lembke. Dieses ist in Deutschland die Verpflichtung der Strafverfolgungsbehörde (Staatsanwaltschaft und Polizei), ein Ermittlungsverfahren zu eröffnen, wenn sie Kenntnis von einer Straftat erlangt hat (etwa durch Anzeigeerstattung) (§§ 152 Abs. 2, 160, 163 StPO; § 386 AO) und, sofern der Verdacht eine Verurteilung des Beschuldigten überwiegend wahrscheinlich macht, auch Anklage zu erheben. Außerdem habe die Polizei ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung gesehen, sagte Lembke weiter. Nun müsse die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob dieses öffentliche Interesse tatsächlich vorliegt.

Nazis raus“-Rufe als unpolitische Aktion?

Der Vorstand von Hansa Rostock, Bernd Hofmann, verteidigte die Fans. „Das ist ein positives Zeichen, unsere Anhänger lassen sich nicht politisch instrumentalisieren und wehren sich gegen die politische Einflussnahme der rechtsextremen NPD“, sagte Hofmann gegenüber dem Nordkurier. „Hansa ist nicht braun, anders als oft fälschlich dargestellt.“ Die Hansa-Ultra-Gruppierung „Suptras“ erklärte, es habe sich um keine politische Aktion gehandelt, sondern man wolle gegen „Extremisten“ aller Art vorgehen. Zudem deuteten sie an, es habe sich bei dem Vorgehen gegen die NPDler um eine Racheaktion für einen anderen Vorfall gehandelt.

Etwa 150 Hansa-Fans hatten vor dem Drittliga-Spiel gegen TuS Koblenz Pastörs und 15 bis 20 seiner Begleiter den Zugang zur Südtribüne des Stadions verwehrt. Augenzeugen berichteten gegenüber dem Nordkurier: „Pastörs wurde auf der Treppe von einigen Fans erkannt, die sich ihm in den Weg stellten.“ Danach habe sich die Nachricht wie ein Lauffeuer auf der Südtribüne herumgesprochen. Rufe wie „Nazis raus“ seien laut geworden. Immer mehr Menschen hätten den NPD-Leuten den Zugang versperrt. Dabei sei es vermutlich in zwei Fällen auch zu Handgreiflichkeiten gekommen, bestätigte Polizeisprecherin Lembke. Ordnungskräften und Polizei gelang es, die Gruppen zu trennen. Dem NPD-Fraktionschef sei vom Veranstalter angeboten worden, von einem anderen Bereich des Stadions aus das Spiel zu verfolgen. Nach kurzer Beratung habe sich Pastörs allerdings entschieden, die Spielstätte endgültig zu verlassen.

Siehe auch: Hansa-Fans schmeißen NPD-Delegation aus dem Stadion

 

5 thoughts on “Hansa-Fans contra NPD: Polizei stellt Anzeige gegen Unbekannt

  1. „Ein ungewöhnliches Engagement…“?? Wegen des Strafmonopols des Staates ist nun einmal von Amts wegen, wenn es zu Körperverletzungen gekommen ist, Anzeige zu erstatten. Die Gesinnung der Verletzten spielt dabei nun einmal keine Rolle.

    Den Satz habe ich zuvor schon rausgenommen.

  2. Währenddessen gab es in St. Pauli einen Angrif auf Fans, Motive unklar:

    „Gegen 15 Uhr hatten laut Polizeiangaben rund 70 Vermummte das Klubheim des SC Union 03 an der Waidmannstraße (Altona) gestürmt, wo sich die „Ultràs St. Pauli“ und die „Skinheads St. Pauli“ gerade auf ein Fußballspiel gegeneinander vorbereiteten. Nach einer kurzen Attacke mit Rauchbomben und Leuchtraketen war der Spuk schon wieder vorbei. Ein Banner wurde gestohlen. Verletzte gab es laut offiziellen Angaben keine.

    Ein Angreifer stolperte auf der Flucht, wurde von den St. Paulianern seiner Kleidung bis auf die Unterhose :-) :-) sowie sämtlicher Papiere entledigt und mit dem Hinweis, bei Rückgabe des Banners bekomme er seine Sachen wieder, in die Freiheit entlassen.“

  3. solche leute haben da auch nix zu suchen
    geht ma lieber eure straße hoch und runter maschieren.
    und immer schön sternburger trinken:DDDDDD

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