Mahnmal für ermordete Ägypterin beschädigt

Unbekannte haben laut Focus-Online die Kunstinstallation, die in Dresden in Gedenken an die ermordete Ägypterin Marwa El-Sherbini aufgestellt wurde, beschädigt. Teile des aus Betonstelen bestehenden Denkmals waren demnach bereits mehrfach umgestürzt oder beschädigt worden. Die Sonderkommission Rechtsextremismus hat sich der Tat angenommen.

Der Verein Bürger-Courage hatte das Kunstprojekt „18 Stiche“ zur Mahnung gegen Fremdenhass und Alltagsrassismus organisiert. Über ganz Dresden verteilt sollen dabei insgesamt 18 stilisierte Messer aus Beton aufgestellt werden, die stellvertretend für die Stiche und Verletzungen stehen, die Ausländer durch Alltagsrassismus erleiden.

Anlass des Projekts war der erste Todestag von El-Sherbini, die am 1. Juli 2009 während einer Verhandlung im Landgericht Dresden von einem Rechtsextremisten mit 18 Messerstichen getötet wurde. Der Täter wurde Ende 2009 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Nachtrag 29. August

Die Polizei hat nach Angaben des MDR Mitte August einen 18-jährigen Mann und eine 20 Jahre alte Frau vorübergehend festgenommen. Wie Bundespolizei, Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt gemeinsam mitteilten, wurden die Betrunkenen in der Nacht zu Donnerstag überrascht, als sie am Dresdner Hauptbahnhof eine Betonstele umwarfen. Nach Angaben der Polizei begründeten die beiden aus dem alternativen Milieu ihre Tat damit, dass Tote im Afghanistan-Konflikt auch keine besondere Beachtung fänden. Ob beide für die Zerstörung von weiteren Erinnerungsstelen verantwortlich sind, sollen die weiteren Ermittlungen ergeben.

Siehe auch: Mehr als 1300 rechte Straftaten im Mai, April: Mindestens 38 Verletzte durch rechte Schläger, Täglich mehr als zwei Verletzte durch rechte Gewalt, Fast 20.000 rechtsextreme Straftaten im Jahr 2009 

Linktipp: Bürger.Courage e.V.

Die Jugendlichen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Gegen sie wird wegen Sachbeschädigung ermittelt. Nach bisher fünf Attacken auf Marwa-Gedenkstelen schließt die Polizei einen ausländerfeindlichen Hintergrund nicht aus. Laut Landeskriminalamt wird aber in alle Richtungen untersucht.

12 thoughts on “Mahnmal für ermordete Ägypterin beschädigt

  1. Sachbeschädigung ist ein Delikt gegen Sachen. Bei dem Namen nicht sehr verwunderlich.

    „denn Gewalt und Strafttagen von Linken und Moslems gibt es in diesem Parelell-Universum NPD-Blog.info ja eigentlich gar nicht.“

    Gewalttaten sind Straftaten gegen das körperliche Wohlbefinden oder Leben anderer Personen. Sie sollten rechte Argumentationsfetzen nicht unüberlegt abfeuern…

  2. Na, immerhin jetzt im Update ein Hinweis auf die Täter (wobei der hier passende Begriff „Linke Täter“ immernoch gemieden wird, wie der Teufel das Weihwasser meidet)

    Warum aber in dem Update, durch die angefügten Links, partout und krampfhat sofort wieder gedanklich auf „rechte Straftaten“ verwiesen werden soll bleibt schleierhaft (Thema des Berichts sind ja
    „linke Straftaten“)

    Man mag es perfide nennen, Mediziner würden wohl eine tiefsitzende Phobie (nach dem Motto „Es gibt keine Straftaten von Linken“) diagnostizieren.

    Anmerkung: Es sind Angaben der Polizei, wonach einer der Angriffe womöglich von den betrunkenen Linken verübt wurden.

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