Rechtsextremer Kaminkehrer und Trainer sollen gehen

Wegen eines rechtsextremen Fußball-Trainers übt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Druck auf den Landessportbund Sachsen-Anhalt aus. „Wir haben den LSB gebeten, sich des Falles anzunehmen und Konsequenzen zu veranlassen“, sagte DOSB-Sprecher Christian Klaue einem Bericht der Magdeburger Volksstimme zufolge. DOSB-Präsident Thomas Bach hatte demnach den Landessportbund bereits im Juni schriftlich aufgefordert, den Lauchaer Verein BSC 99 zur Trennung von dem Jugend-Trainer zu bewegen. Die Befugnis, die Absetzung des Trainers zu veranlassen, hat der DOSB aber nicht. Der Verein weigere sich bisher, den Übungsleiter zu entlassen, so das Blatt weiter.

Überfall auf Israeli

Lutz Battke trainiert beim BSC 99 Laucha ehrenamtlich Kinder und Jugendliche. Der Verein war nach MDR-Angaben in die Schlagzeilen geraten, weil einer seiner Spieler im April einen israelischen Jugendlichen überfallen und misshandelt haben soll. Im Juli wurde Anklage gegen den 20-Jährigen erhoben.

Der Trainer gehört zwar nicht der NPD an, sitzt aber für die rechtsextreme Partei im Burgenland-Kreistag und ist Chef der NPD-Fraktion im Stadtrat von Laucha. Außerdem kandidiert er auf der NPD-Landesliste für die Landtagswahl 2011. Im April hatte der 52-Jährige erfolgreich gegen seine Abbestellung als Bezirksschornsteinfegermeister geklagt. Das Verwaltungsgericht Halle hob eine Entscheidung des Landesverwaltungsamtes auf. Das hatte den Trainer wegen seiner rechtsextremen Einstellung seines Amtes enthoben.

Der zuständige Landeswirtschaftsminister Reiner Haseloff hatte zu dem angestrebten Berufsverbot erklärt, der Schornsteinfeger habe wegen des Kehrmonopols ein ähnliches Treueverhältnis zum Staat wie ein Beamter. Dem widerspreche das Engagement als Rechtsextremist: “So einen wollte ich bei mir zu Hause nicht reinlassen, müsste es aber. Der Staat muss den Bürgern so etwas ersparen”, so Haseloff weiter.

In Sachen Trainer heißt es weiter in der MV: LSB-Präsident Andreas Silbersack kündigte eine Null-Toleranz-Politik gegen rechtsextreme Trainer an. In Kürze solle die Satzung geändert werden. Vereine, die rechte Trainer weiter beschäftigen, müssten mit Kürzung der Fördergelder und Ausschluss aus dem LSB rechnen.

„Der Stürmer“

Der rechtsextreme Jugendtrainer beim BSC 99 Laucha ist aber kein Einzelfall. Nach Recherchen des MDR spielen oder trainieren auch in anderen Fußballvereinen der niederklassigen Ligen verurteilte Neonazis oder bekannte NPD-Kader. So stürmt demnach beim Landesligisten ASG Vorwärts Dessau ein polizeibekannter rechter Gewalttäter. Ein weiterer verurteilter rechter Gewalttäter trainierte eine Jugendmannschaft bei dem Verein. Selbst der Verfassungsschutz ist schon aufmerksam geworden. Hilmer Steffen vom Landesverfassungsschutz in Magdeburg sagt: „Wir können im Zusammenhang mit den Aktivitäten des Sportvereins in Dessau feststellen, dass Rechtsextremisten in diesem Sportverein tätig sind, im Fanbereich und auch als aktive Spieler.“

Für Thomas Hahnel vom Verein Miteinander, der sich gegen Rechtsextremismus engagiert, ist die Strategie der NPD klar: „In einer Kleinstadt ist es natürlich ein ganz wichtiger Punkt, in so einem Fußballverein präsent zu sein“, sagt er. „Da hat man Einfluss und den nutzt die NPD, wenn es ihr durchgelassen wird.“

Erlass gegen rechtsextreme Kita-Betreiber

In Mecklenburg-Vorpommern soll unterdessen verhindert werden, dass Neonazis schon im Kleinkindalter Einfluss auf den Nachwuchs übt. Daher müssen alle privaten Träger, die einen Kindergarten im Land betreiben wollen, sich zum Grundgesetz bekennen. „Mich treibt die Sorge um, Rechtsextreme könnten Träger von Kindergärten werden“, sagte Sozialministerin Manuela Schwesig laut taz. In der Erklärung heißt es: „Ich erkläre, dass ich nicht Mitglied in einer Partei oder einer sonstigen Gruppierung mit einer der Verfassungsordnung widersprechenden Zielsetzung bin.“ Schwesig zufolge dürfe niemand eine Kita übernehmen, wer sich nicht zweifelsfrei zum Grundgesetz bekenne. Hintergrund des Erlasses sind mehrere Bewerbungen von Rechtsextremen um Kita-Trägerschaften. So hatte sich in Bartow (Kreis Demmin) ein NPD-Mitglied angeboten, die von Schließung bedrohte Kita zu leiten. Der Gemeinderat verhinderte in letzter Minute das Vorhaben.

Rechtsextremismus-Experte Günther Hoffmann lobte das Vorgehen im Interview mit der taz. „Die Protagonisten der Neonaziszene werden sich doch sehr scheuen, so einen Satz zu unterschreiben, weil sie damit ihre braunen Ideale verraten. Das merken Sie auch an den Reaktionen auf den Kita-Erlass. Die NPD, aber auch die sogenannten Freien Kameradschaften, fühlen sich massiv getroffen. Der Kita-Bereich sollte eines der Hauptagitationsfelder der Rechtsextremisten werden. Schon seit Jahren gibt es entsprechende Aufrufe“, so Hoffmann.

„Die Gefahrt ist real“

Im ländlichen Raum seien die Angebote zur Kinderbetreuung dünn gesät, betont der Experte. „Seit einiger Zeit beobachten wir in Mecklenburg-Vorpommern, dass junge Leute aus dem neonazistischen Umfeld Ausbildungen in Erzieherberufen anstreben und sich gezielt auf dem Land um Stellen bewerben. Und einige Kita-Träger sind leider so blauäugig, dass sie nicht merken, mit wem sie es zu tun haben. Der Erlass wird da hoffentlich zu einer Sensibilisierung führen.“

Einen Vergleich mit dem Radikalenerlass aus den 1970igern wies Hoffmann zurück. Er hoffe, dieser Kita-Erlass werde „endlich zu der nötigen Auseinandersetzung mit der Problematik des Rechtsextremismus im Erziehungsbereich führen. Denn die Gefahr ist real. Über den Umweg eines angeblichen sozialen Engagements versuchen Neonazis, die Akzeptanz ihrer Ideologie zu steigern.“

Siehe auch: Sachsen-Anhalt: NPD-Bezirksschornsteinfeger darf vorerst weiter kehren, Sachsen-Anhalt: Berufsverbot für rechtsextremen Kaminkehrer geplant

8 thoughts on “Rechtsextremer Kaminkehrer und Trainer sollen gehen

  1. es kann nicht sein das rechtsradikale im öffendlichen sport aggieren,so wie dieser“trainer“trainer sollen vorbild für jeden im sport sein.ich bin sportwart der streckensicherung und das bin ich seit 13 jahren und gerne,dieser sport ist international z.b wttc dtm und die motorradlangstrecke „german speedweek“aber leider sind auch bei uns viele einheimisch sportwarte rechtsextrem was total ärgerlich ist.ein 23.jähriger bekennender nazi will sogar „abschnittsleiter“werden.der junge mann kann aber nicht mit menschen umgehen und zeigt es auch uns normalen sportwarten die nichtnazis sind oder gläubige christin wie ich. ich bin 48 redet mich mit votze und ähnlichen menschenverachtenden sexzistischen müll voll weil andere meinung,oder im fahrerlager einen farbigen gast,“da ein bimbo“.sowas hat im sport nichts zu suchen da es an der rennstrecke immer guter internationaler sport betrieben wirt,das natürlich in der ganzen welt durch fernsehen und der internaionalen presse bekannt wirt.gleichs gilt natürlich für den fußball.

  2. Bei Schornsteinfegern auch noch gesetzliche Altlasten aus der NS-Zeit!

    Bezirksschornsteinfeger wurden von den Nazis auf Wunsch der Schornsteinfeger deutschlandweit eingeführt. Deshalb dürfen sich auch nach der aktuellen Gesetzeslage Bezirksschornsteinfeger über das Grundrecht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung ( GG Art. 13 )hinwegsetzen.

    Prof. Dr. Michael Hüther – Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft :

    „Historisch stammt das Schornsteinfegermonopol aus dem Jahre 1935. Es ist damit Teil der umfassenden Regulierungskampagne, die unter Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht in diesen Jahren Deutschland erfasste und bis heute tiefe Spuren in unserer Wirtschaftsordnung hinterlassen hat.“

    Fragen und Diskussion zu den „Rechten“ der Bezirksschornsteinfeger aus historischer und aktueller Sicht auch gerne unter:
    http://www.schornsteinfeger-ko.de

    Joachim Datko – Ingenieur, Physiker
    Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
    Portal: http://www.monopole.de
    Forum: http://www.monopole.de/forum

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