Festnahme nach rassistisch motivierten Brandanschlägen

Gleich zwei rassistisch motivierte Brandanschläge erschütterten in der vergangenen Woche die sächsische Kleinstadt Freiberg. Nun nahm die Polizei einen Tatverdächtigen fest.

Von Patrick Limbach

Erst stand in der Nacht zu vergangenen Dienstag ein Kebab-Imbiss in Flammen. Am 29. Juli bemerkte ein Anwohner gegen 4.15 Uhr eine Person im Eingangsbereich einer weiteren Dönergaststätte, in der es kurz darauf brannte. Glücklicherweise konnte die alamierte Feuerwehr den Brand im Innenraum des Lokals löschen, bevor die Flammen auf die übrigen Stockwerke übergreifen konnten.

Nach dem zweiten Brandanschlag binnen weniger Tage schaltete sich am Freitag die Sonderkomission Rechtsextremismus des Landeskriminalamts in die Ermittlungsarbeit ein. Heute nahmen die Beamten einen 26-jährigen Tatverdächtigen fest. Einem Kriminalbeamten der Freiberger Polizei fiel im Stadtgebiet ein Mann auf, auf den die Personenbeschreibung des Gesuchten zutraf. Da der junge Mann keine Ausweispapiere mit sich trug, wurde er zur Überprüfung seiner Angaben zum Polizeirevier gebracht.

Bei den nachfolgenden Vernehmungen durch Beamte der „SOKO Rex“ sagte der Verdächtige umfassend zu den Anschlägen aus. Dass ausländische Geschäftsinhaber aus seiner Perspektive keinen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung der Region leisten würden, habe ihn zu den Taten motiviert. Sie würden ihre Waren nicht bei örtlichen Bauern und Unternehmen einkaufen, sondern bei ihren eigenen Lieferanten und wären somit auch für seine Arbeitslosigkeit verantwortlich. Nach eigenen Angaben hat er grundsätzlich keine negative Einstellung zu Ausländern und ist eindeutig weder dem rechten noch dem linken politischen Spektrum zuzuordnen.

Der Freiberger ist der Polizei schon durch Sachbeschädigungen und Diebstähle bekannt. Die Chemnitzer Staatsanwaltschaft beschuldigt den Mann der schweren Brandstiftung und Sachbeschädigung. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig beglückwünschte die Beamten zu ihrem schnellen Ermittlungserfolg: „Die rasche Festnahme des Tatverdächtigen ist Ausdruck der sehr guten, erfolgreichen polizeilichen Arbeit bei uns hier in Sachsen. Ich danke den Beamten vor Ort für ihren engagierten Einsatz.“ Der Minister bedankte sich insbesondere bei dem aufmerksamen Kriminalbeamten, dem der Mann aufgefallen war, auf den die Personenbeschreibung zutraf.

2 thoughts on “Festnahme nach rassistisch motivierten Brandanschlägen

  1. Tja, jetzt bleiben hoffentlich allen die Worte im Halse stecken, die diesen Brandanschlägen die rassistische Motivation absprechen wollten!

  2. Eine dermaßen hanebüchene Begründung für den Anschlag sollte eigentlich ein psychologisches Gutachten zur Folge haben wegen geistiger Unreife. Mag der Täter „nach eigenen Angaben“ auch nicht rechtsradikal sein, sondern einfach nur zu blöd wirtschaftliche Vorgänge, seine Motive sind auf jeden Fall rassistisch motiviert und folgen entsprechender Propaganda der Nazis.

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