Protest in Anklam: Türen und Fenster geschlossen halten!

Am 31. Juli 2010 will die NPD in ihrer Hochburg Anklam aufmarschieren. Eine Gegendemonstration wird es nicht geben, nach dem behördlichen Hin und Her hat eine antifaschististisches Bündnis einen Protestzug abgesagt. Zuvor hatten Neonazis mit Angriffen auf die Gegendemo gedroht. Nun fordert der Nordkurier die Bürger in Anklam auf, der NPD „die kalte Schulter“ zu zeigen. Die Bürger Anklams wüssten, „dass die üblichen Parolen der NPD und ihrer Vertreter in der Hansestadt nicht greifen. So liegt beispielsweise der Anteil der ausländischen Mitbürger in Anklam bei lediglich 1,6 Prozent bei rund 13500 Einwohnern. Von wegen Überfremdung.“ Aber in anderen Städten gibt es die, oder wie? Zudem wird hier nicht erwähnt, dass einer Studie zufolge ein Drittel der Bürger in Anklam die NPD für eine normale Partei halten.

anklam„Doch wie den Rechtsextremen begegnen?“, fragt angesichts dieser Voraussetzungen der Nordkurier zurecht. „Auf keinen Fall mit Gewalt“ – so als müssten mehrere Hundert Neonaszi in Ostvorpommern mit Angriffen von Antifas rechnen. Der Nordkurier fordert stattdessen „Protest, der sich auch mit Desinteresse und gesellschaftlicher Ächtung demonstrieren“ lasse. „Deshalb Fenster und Türen geschlossen halten, den Rechten die kalte Schulter zeigen und eindeutig signalisieren: Anklam ist kein Ort für Neonazis und schon gar keine „national befreite Zone“.“

Schaut man sich die Vorgänge der vergangenen Tage und Monate an, muss man sagen: Das Gegenteil scheint leider zutreffend.

*Nachtrag 20:46 Uhr: Etwa 250 Neonazis nahmen an dem Aufmarsch teil. Die NPD zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden. Stolz verkündet die NPD-nahe Seite MUP.INFO, Plakate mit der Aufschrift „Kein Ort für Neonazis“ seien von „engagierten Bürgern“ entfernt worden.

Siehe auch: Gericht verbittet sich Singen von verbotenen Liedern, Anklam: 34% halten die NPD für eine normale Partei

17 thoughts on “Protest in Anklam: Türen und Fenster geschlossen halten!

  1. @Moritz

    Dank dir für die Infos und dein Engagement. :)

    Was das Signum (“Hammer & Schwert”) anlangt, wurden, zu diesem und den sonstigen Angeboten der Sponsoren von “Mupinfo de.”, die zuständigen Stellen – und bereits im Vorfeld der Demo – angefragt. Ich bat zu prüfen, ob angesichts der Angebote und der Netzwerke der Verdacht auf Volksverhetzung und/oder den Versuch zur Bildung krimineller NS-Vereinigungen vorliegt, da offenbar weiterhin die “Blood & Honour”-Kreise um David P. (“Levensboom“) eingebunden sind. – Da aber dieser Mob ständig marschieren darf, wird es wohl nicht an dem sein … *lol*

    Hab` noch einmal Dank für Fotos und Infos.

  2. @webmoritz

    Hammer und Schwert

    Werkzeug und Waffe – dieses Symbol stand für die Volksgemeinschaft aus Arbeitern und Soldaten. Seit 1929 war es das Gaufeldzeichen der Hitlerjugend (HJ). „Gau“ bezeichnete die Bezirke, die ebenfalls wieder und wieder unterteilt waren. Gauleiter waren in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht verantwortlich für die zivile Verteidigung ihres Gebietes.
    Genutzt wurden „Hammer und Schwert“ u.a. vom „nationalrevolutionären“ Flügel der NSDAP, auch „Schwarze Front“ genannt. Diese Abspaltung der Partei wurde 1933 verboten.
    Beliebt wurden „Hammer und Schwert“ als „Symbol der nationalen Front“ wieder in den 1990er Jahren, als viele der neu gegründeten „Freien Kameradschaften“ das Symbol für ihre Darstellungen aufgriffen.
    Außerdem verwenden es die die Jungen Nationaldemokraten (JN), Jugendorganisation der NPD.
    http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/hammer-und-schwert

  3. Blick in den Abgrund. – “Freies Pommern”, die “Pommernjungs”, “NS Rostock”, Udo Pastörs und die NPD M.V.

    Die “Nationalen Sozialisten Rostock” und das “Freie Pommern” marschierten erneut auf, siehe u.A. Fotos unter http://www.webmoritz.de/2010/08/01/nazis-marschieren-ungehindert-durch-anklam-2/

    Nun liegen auch Videos vor, die unter http://freies-pommern.de/?option=com_content&task=view&id=673&Itemid=43 feilgeboten werden, siehe auch http://freies-pommern.de/?p=1338

    Verwiesen wird auf die sog. “Pommernjungs” als Quelle:

    http://www.youtube.com/user/pommernjungs – Diese haben widerum Abonnenten:

    http://www.youtube.com/user/88schnitte

    http://www.youtube.com/user/Kaethner91

    http://www.youtube.com/user/NSRostock

    http://www.youtube.com/user/Idun80

    http://www.youtube.com/user/Pommesweis#p/f

    http://www.youtube.com/user/ViValaSchikaka#p/f

    Um größere Öffentlichkeit zu umgehen, deklarieren sich u.A. die “Nationalen Sozialisten Rostock” (unter Youtube) den USA zugehörig … mutmaßlich in der Annahme, dass man bei Youtube vollkommen verblödet sei, was man aber, angesichts der Sperrungen von Freundesseiten, offenbar nicht ist.

    Jene Freundesseiten (ob nun gesperrt oder nicht) haben – bzw. hatten – widerum Abonnenten, u.A. Gauleiter Pastörs, der seinerseits Abonnenten und Freunde hat und SELBST abonniert:

    http://www.youtube.com/profile?user=UdoKanal&view=subscriptions

    … Für Nicht-Youtuber ist noch anzumerken, dass man nicht einfach “so” Freund eines anderen Youtuber (unter Youtube) werden kann.

    Folgt man diesen Netzwerken in den “Kaninchenbau” unter Youtube, kriegt man schon sehr spannende Einblicke in die “Geisteswelt” eines Pastörs, der NPD und ihrem weltweiten Anhang …
    😉

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