Neue Vorwürfe gegen Ahlhaus

Christoph Ahlhaus, Hamburger Innensenator, hat auf Anfrage von Journalisten durch seinen Pressesprecher verkünden lassen, er sei „lediglich einige Male Gast“ der Turnerschaft Ghibellinia gewesen. „Das ist unwahr“, heißt es nun aus Heidelberg. Demnach war Ahlhaus keineswegs nur am Rande in der Turnerschaft Ghibellinia involviert. Die Antifaschistische Initiative Heidelberg (AIHD) schreibt weiter, Ahlhaus sei

Als Ahlhaus Innensenator wurde, bezeichnete der Coburger
Als Ahlhaus Innensenator wurde, bezeichnete der Coburger Convent ihn in seiner Verbandszeitschrift nicht als "inoffizielles Mitglied", als Gast oder Conkneipant, sondern stolz als Vbr. = Verbandsbruder. (Quelle: Hamburger Bündnis gegen Rechts)

seit Beendigung seines Studiums 1999 Mitglied der schlagenden „Turnerschaft Ghibellinia“ im Coburger Convent (CC). Seit seinem Eintritt in die Heidelberger Junge Union im Jahr 1980 war ihm das Milieu der Heidelberger Korporationen bestens vertraut. Ihm waren die nationalistischen und revisionistischen Ausfälle des CC ebenso  bekannt wie die Tatsache, dass sich auf dem Haus der Ghibellinia in den 1990er Jahren ein Lesekreis der Rechtsaußen-Postille „Junge Freiheit“ traf und beste Kontakte bis hin ins rechtsextremistische Lager gepflegt wurden.

Bereits im Jahr 2001 setzte Ahlhaus sich innerhalb der Heidelberger Korporationen für eine Wiederbelebung des Heidelberger „Maiansingens“ ein. Bei dieser Veranstaltung wurde regelmäßig bei Fackelschein die erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen. Organisiert wurde dieses Schauspiel bis1996 maßgeblich von der Burschenschaft  Normannia, die immer wieder durch ihre enge Einbindung in die neonazistische Szene aufgefallen war. Immer wieder machte die „Normannia“ beispielsweise durch Veranstaltungen mit Holocaustleugnern und verurteilten Rechtsterroristen Schlagzeilen. Seit 1997 gehört das Maiansingen dank vielfältiger antifaschistischer Aktivitäten der Vergangenheit an. Herrn Ahlhaus war im Jahr 2001 also durchaus klar, welche Klientel er da zu bedienen versuchte und welche Auseinandersetzungen er förderte.

Auch bei anderen Gelegenheiten versuchte Ahlhaus in seiner Zeit bei der Ghibellinia, im rechten Lager zu punkten: Am 10.11.2003 forderte er als kommunalpolitischer Sprecher der Heidelberger CDU die Stadtverwaltung auf, die jährliche Gedenkveranstaltung, die der DGB in Erinnerung an die von den Nazis ermordeten  WiderstandskämpferInnen durchführt, zu unterbinden, da „rote Fahnen auf dem Bergfriedhof nichts zu suchen“ hätten. Das Gedenken an die Mitglieder des Widerstands bezeichnete er in seiner Presseerklärung als Hetzveranstaltung“, die an „Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten“ sei. Zugleich propagierte er die Teilnahme studentischer Korporationen am städtischen Heldengedenken auf dem von den Nationalsozialisten erbauten „Ehrenfriedhof“ in Heidelberg.

Siehe auch: Burschenschaften verlassen Dachverband

2 thoughts on “Neue Vorwürfe gegen Ahlhaus

Comments are closed.